Pressemitteilung
Dr. Volker Kratzsch, Ärztlicher Direktor der Klinik Am Stiftsberg, blickt mit seinem Team optimistisch in die Zukunft

Vor 20 Jahren: Klinikeröffnung mit Kuhherde

Bad Grönenbach

Bad Grönenbach, 01.04.2017 - Heute vor 20 Jahren haben wir in Bad Grönenbach nicht mit Kneipp-Kuren in der Klinik Am Stiftsberg begonnen, sondern mit Rehabilitation für 90 Patienten einerseits mit Belastungen durch Hörstörungen, chronischem Tinnitus oder Schwindel-Erkrankungen, andererseits mit kardiologischen AHB-Indikationen.

Aber damals wie heute haben wir Elemente der Kneipp-Therapie in die Rehabilitation integriert, einerseits aus Überzeugung, anderseits weil Bad Grönenbach seit 1996 jüngstes Kneippheilbad Bayerns ist. Dazu muss man auch wissen, dass neben der bekannten Wasser-Therapie die Kneipp-Therapie auf den durchaus modernen Säulen Bewegung, Ernährung, Ordnungstherapie (heute würden wir von Stress-Management sprechen) und Heilpflanzenkunde beruht, also quasi als "Früh-Reha" bezeichnet werden könnte. Der Start damals war einerseits traumhaft, weil wir einen Klinikneubau erhielten, ein eigenes Konzept erstellen und alle Mitarbeiter neu einstellen durften. Andererseits ein Albtraum, weil ein Gesundheitsminister namens Seehofer Reha für Kur und insgesamt für verzichtbar erachtete. Es war die Zeit, in der jeder Rehabilitand pro Woche Reha 2 Tage Jahresurlaub einbringen musste. Auch Teile der Bevölkerung waren skeptisch, dass zu den "Psychos" jetzt noch mehr "Fremde auf dem Stiftsberg" die Idylle des Allgäus stören könnten, weshalb zur Eröffnung eine Kuhherde mit entsprechender Hinterlassenschaft den Eingang zierte. Also war eher Krisen-Management als Euphorie angesagt. Aber wir hatten eine junge, dynamische und innovative Truppe, die sich voll engagiert auf den Weg zu neuen Ufern machte.

20 Jahre, drei Umzüge, einen Neubau 2008, drei Trägerwechsel, eine Klinikfusion, einen Mord, einen Ärztestreik, manche wirtschaftliche Turbulenzen, eine Neu-Indikation (Orthopädie seit 2006) später stehen wir mit mittlerweile 185 Patienten wieder vor einem Aufbruch zu neuen Ufern. Das Team ist nicht mehr durchgängig ganz so jung, aber nicht minder motiviert, einen Leuchtturm der Reha im Allgäu zu entwickeln. In diesem Sinne "Glück auf"!