Helios Faktencheck zu Intensivbettenzahlen

Wir haben bei Helios seit Beginn der Pandemie rund 30.500 Covid-Patient:innen behandelt, davon rund 8.500 auf unseren Intensivstationen. Die Intensivpatient:innen mussten durchschnittlich 251 Stunden beatmet werden – also jeweils knapp 10,5 Tage lang. 197 Patient:innen erhielten die ECMO-Therapie.

Insgesamt haben wir 2.300 Intensivbetten bereitgehalten. Ermöglichen konnten wir das, weil wir an 89 Standorten insgesamt rund 19.000 Pflegekräfte und 10.000 Ärzt:innen beschäftigen, die für unsere Patient:innen jeden Tag da sind. Von den rund 30.500 Covid-Patienten:innen konnten wir rund 22.600 entlassen, und etwa 2.300 wurden in andere Einrichtungen verlegt. Rund 5.400 Covid-Patient:innen sind leider verstorben. Zur derzeit in den Medien diskutierten Frage nach den Intensivkapazitäten in deutschen Krankenhäusern wollen wir einen Beitrag zur Versachlichung leisten.

In der ersten Welle der Pandemie ging es darum, in den Krankenhäusern schnell freie Kapazitäten zu schaffen, um die Behandlung möglichst aller Covid-Patient:innen gewährleisten zu können. Dazu wurden die Krankenhäuser von der Bundesregierung verpflichtet, alle planbaren, nicht dringend erforderlichen Behandlungen zu verschieben. Abläufe mussten zur Infektionsprävention umstrukturiert und Kapazitäten freigeräumt werden. Ziel war in dieser Phase großer Unsicherheit stets die Vorsorge für den pandemischen Ernstfall.

Die untenstehende Tabelle zeigt die Helios Kliniken, die während der Pandemie für die Versorgung von Covid-Patient:innen zusätzliche Intensivbetten aufgestellt haben. Zur Verdeutlichung haben wir neben den zusätzlich bereitgestellten Intensivbetten aufgeschlüsselt, wie hoch der Anteil der Intensivbetten gemessen an der Gesamtbettenzahl jeweils vor der Pandemie und inklusive der aufgestockten Betten war. Sämtliche zusätzliche Betten sind gemeldet und durch die zuständigen Behörden bestätigt worden. Alle Betten waren, auch kurzfristig, durch entsprechende Personalumverteilung in den Kliniken betriebsbereit. Klinikpersonal, das normalerweise nicht im Intensivbereich arbeitet, haben wir entsprechend für diese Aufgabe geschult. Darüber hinaus waren wir in der Pandemie jederzeit in der Lage, auf zusätzliche Personalreserven innerhalb unserer regionalen Versorgungsnetzwerke zurückzugreifen.

In der aktuellen Debatte wird häufig auf Schwankungen der an das DIVI-Register berichteten Bettenzahlen hingewiesen. Diese sind durch sich verändernde Vorgaben des Gesetzgebers und der DIVI zur Bettenmeldung begründet. Dies betrifft die Vorgaben zum Umgang mit sofort verfügbaren und kurzfristig aktivierbaren Betten (i.d.R. durch Umverteilung von Personal). Hintergrund: Um ein Intensivbett als „betrieben“ melden zu können, bedarf es auch der personellen Ressourcen – in der Regel durch Personal, das dafür geschult ist, aber in anderen Klinikbereichen arbeitet. Um eine Beeinträchtigung dieser Klinikbereiche zu vermeiden, wird das Personal erst bei tatsächlichem Bedarf für die Intensivbetten abgestellt. Dies galt insbesondere nach der ersten Welle der Pandemie, als wir zunehmend auch wieder andere Patient:innen behandeln konnten. Das Personal wurde in anderen Bereichen benötigt, konnte aber jederzeit wieder für die Intensivbetten aktiviert werden.

Diesem Umstand trugen die veränderten Vorgaben zur Bettenmeldung an das DIVI-Register im Verlauf der Pandemie Rechnung. Bis zu dieser Änderung wurden die gesamten Intensivkapazitäten inklusive der Notfallreserven gemeldet, die bei zusätzlichem Bedarf auf Kosten der Versorgung in anderen Bereichen hätten aktiviert werden können. Nach der Änderung bezog sich die Meldung nurmehr auf die betriebenen Intensivbetten.

Fragen zur gemeldeten Bettenzahl bitten wir direkt an die DIVI zu richten.

Bezüglich der oft geäußerten Frage zur Auslastung unserer Normalstations- und Intensivbetten verweisen wir auf unsere Veröffentlichung zur Belegung unserer Kliniken mit Covid- und Nicht-Covid-Patient:innen, mit der wir bereits in einer frühen Phase der Pandemie für Transparenz zur Bedeutung der Pandemie für unsere Krankenhäuser gesorgt haben. Diese haben wir seit dem 27.10.2020 täglich berichtet. Derzeit erfolgt die Veröffentlichung aufgrund des deutlichen Rückgangs der Covid-Fälle nur noch wöchentlich:

https://www.helios-gesundheit.de/qualitaet/auslastung/

Die Auslastung der Normal- und Intensivstationen aller 89 Helios Kliniken.

Diesen Abbildungen ist die Belegung unser Kliniken im Vergleich zu einem entsprechenden Vorzeitraum und die Belastung mit Covid-Patient:innen zu entnehmen.

Die zusätzlich in den Helios Kliniken bereitgestellten Intensivbetten zur Übersicht:

Klinikname Anzahl der zusätzlich bereitgestellten Intensivbetten Prozentualer Anteil der Intensivbetten vor der Pandemie** Prozentualer Anteil der Intensivbetten inklusive zusätzlicher Intensivbetten**
Helios Kliniken Leipzig* 127 12,7 29,9
Helios Klinikum Berlin-Buch 110 2,8 14,5
Helios Klinikum Bad Saarow 62 6,5 17,1
Helios Kliniken Schwerin 54 6,9 12,3
Helios Klinikum Wuppertal 49 3,9 8,7
Helios Amper Kliniken Dachau 46 3,0 12,9
Helios Dr. Horst-Schmidt-Kliniken 45 4,7 10,6
Helios Klinikum Emil von Behring 40 1,9 9,3
Helios Klinikum Erfurt 40 3,1 6,7
Helios Weißeritztal-Kliniken 40 2,4 14,1
Helios Klinikum Aue 39 3,7 11,3
Helios Klinikum München West 38 2,8 11,6
Helios Hanseklinikum Stralsund 37 6,8 15,2
Helios Klinikum Uelzen 32 5,4 16,1
Helios Klinik Leezen 30 25,0 41,7
Helios Klinikum Krefeld 30 5,2 7,9
Helios Vogtland-Klinikum Plauen 30 4,0 10,0
Helios Klinikum Pirna 27 4,4 13,0
Helios Klinikum Pforzheim 24 2,5 7,5
Helios Klinikum Meiningen 23 5,8 10,0
Helios St. Marienberg Klinik Helmstedt 23 7,6 16,3
Helios Klinikum Gifhorn 21 7,3 13,1
Helios Klinikum Gotha 20 2,1 8,2
Helios Klinik Köthen 19 5,3 12,5
Helios Klinik Mansfeld-Südharz 18 3,5 11,5
Helios Klinik Schwelm 18 2,4 7,3
Helios Klinik für Herzchirurgie Karlsruhe 15 24,7 41,6
Helios Kliniken Mittelweser - Nienburg 15 3,7 9,2
Helios Klinik Müllheim 15 4,0 14,0
Helios Klinik Schkeuditz 14 3,3 12,7
DKD Helios Klinik Wiesbaden 13 15,2 29,3
Helios Bördeklinik 12 3,8 10,3
Helios Klinik Leisnig 12 4,8 13,1
Helios Klinikum Hildesheim 12 4,8 6,8
Helios Klinikum Siegburg 12 4,7 7,8
Helios Mariahilf Klinik Hamburg 12 4,4 13,2
Helios Klinikum Schleswig 12 3,3 7,3
Helios Klinik Jerichower Land 11 4,9 9,7
Helios Klinikum Salzgitter 11 3,4 7,0
Helios Klinik Titisee-Neustadt 10 6,1 12,1
Helios Klinikum Duisburg 10 2,9 4,1
Helios Klinikum Niederberg 10 2,3 5,1
Helios St. Elisabeth-Krankenhaus Bad Kissingen 9 5,6 9,0
Helios Albert-Schweitzer-Klinik Northeim 8 3,1 6,6
Helios Klinik Cuxhaven 8 2,9 6,8
Helios Klinik Wesermarsch 8 0,0 7,8
Helios Klinik Zerbst/Anhalt 8 0,0 4,0
Helios Kliniken Miltenberg-Erlenbach 8 7,3 10,2
Helios Klinikum Warburg 7 2,6 7,2
Helios Klinik Herzberg/Osterode 6 6,5 9,3
Helios Spital Überlingen 6 3,1 6,3
Helios Frankenwaldklinik Kronach 6 3,2 5,3
Helios Klinik München Perlach 6 0,0 4,0
Helios Klinik Blankenhain 5 5,1 8,8
Helios Rosmann Klinik Breisach 5 0,0 4,1
Helios Klinik Wipperfürth 5 0,0 2,6
Helios Klinik Rottweil 4 3,5 4,8
Helios Klinik Lengerich 4 3,8 5,9
Helios Klinik Idstein 3 6,7 10,0
Helios St. Elisabeth-Klinik 2 4,7 5,8

* In Leipzig haben wir zur Bewältigung von Covid-19 als ein Helios Klinikstandort agiert. Das bedeutet: In enger Abstimmung mit dem Sächsischen Sozialministerium in Dresden haben wir die Kapazitäten des Herzzentrums und des Helios Park-Klinikums Leipzig gebündelt.

** Die Betten der Pädiatrie und der Psychiatrie wurden nicht berücksichtigt.