„Wie ein kleiner Hausbesuch“

Berlin

Dr. med. David Stobbe im Interview | Eigentlich tut er alles, damit der akute medizinische Notfall nicht eintritt. Doch dann kommt die COVID-19 und alles ist anders.

Dr. med. David Stobbe, Präventivmediziner am Helios Prevention Center München, bietet normalerweise medizinische Check-ups an. Hier soll der Entstehung von Volkskrankheiten, die oft lebensstilbedingt sind, vorgebeugt werden.
Aber die Anzahl nachgewiesener COVID-Infektionen steigt täglich und jede medizinische Fachkraft ist gefragt. Und so entschloss sich Dr. Stobbe kurzerhand, in der Helios-eigenen Corona-Hotline Videosprechstunden für alle Fragen rund um Corona anzubieten. Wir sprachen mit ihm über seine ersten Erfahrungen.

Dr. med. David Stobbe | HPC München

Dr. Stobbe, wie laufen die Videosprechstunden ab? Und gab es bereits erste Anrufe?

Patient*innen mit Fragen zu Corona melden sich zuerst in der allgemeinen Hotline. Hier werden Sie von MFAs triagiert und wenn der oder die MFA der Meinung ist, da sollte ein ärztlicher Rat eingeholt werden, kann der Patient/die Patientin eine ärztliche Videosprechstunde wählen. Und ja, es kamen bereits erste Anrufe.

 

Was sind die häufigsten Fragen?

Die ersten Rückfragen waren so eine Art „Rückversicherungsfragen“. Es sind ja sehr viele Informationen verfügbar und das ist auch gut so. Aber die konkrete Anwendbarkeit z.B. von Entscheidungsbäumen, die wird nochmal nachgefragt. Es fühlt sich wahrscheinlich auch ungewohnt an, die Verantwortung komplett für sich allein zu übernehmen. Konkret war es zum Beispiel: Soll ich den Abstrich machen lassen oder nicht? Oder soll ich in Selbstisolation gehen/bleiben?

 

Wo sehen Sie die Vorteile der Videosprechstunde?

Zu allererst: null Ansteckungsgefahr. Aber darüber hinaus finde ich es toll, es fühlt sich wie ein kleiner Hausbesuch an. Man erhält einen Mini-Einblick in das häusliche Umfeld. Eine Patientin hatte zum Beispiel ihr Kind auf dem Schoß und wir haben dann kurzzeitig zu dritt geredet. Solche zwischenmenschlichen Momente sind so wichtig in der jetzigen Zeit. Ein „echtes“ Lächeln, ein kurzes „in die Augen schauen“, das transportiert doch viel mehr Zuversicht als schriftliche Informationen. Ich hab das Gefühl, dass ich auf diese Art die Patient*innen gut erreichen und oftmals beruhigen kann. Und das ist das, was wir alle dieser Tage brauchen.

Helios bietet seit Anfang März eine eigene Corona-Hotline an. Unter der Nummer (0800) 8 123 456 können alle Fragen rund um das Thema Corona gestellt werden. Enrico Jensch, COO Helios, hat diese mit initialisiert mit der Intention, speziell für Personen mit dem Verdacht auf Corona eine schnelle und wirksame Hilfe anzubieten:

Die Videosprechstunde ist in der Zeit von Social Distancing einfach das Mittel der Wahl, um Patient*innen einen persönlichen ärztlichen Kontakt zu vermitteln. Hier erweist sich die Digitalisierung als echter Heilsbringer.

Enrico Jensch, COO Helios