Warum Informationen wichtig sind
Der aufgeklärte Patient

Warum Informationen wichtig sind

Patientenaufklärung ist mehr als eine Pflichtübung – meint Prof. Dr. Uwe Mehlhorn, Ärztlicher Direktor der Helios Klinik für Herzchirurgie Karlsruhe. Hier berichtet er, welche Bedeutung die Aufklärung der Patienten für seine Arbeit hat.

Ein gutes Patientengespräch ist das A & O

Patientenaufklärung ist ein wichtiger Teil unserer Arbeit. Als Arzt bin ich rechtlich dazu verpflichtet, dem Patienten Befunde und die Notwendigkeit eines Eingriffs genau zu erklären.

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Im persönlichen Gespräch geht Prof. Dr. Uwe Mehlhorn auf alle Fragen des Patienten ein. | Foto: Helios

Der Patient muss verstehen, welche Therapiemöglichkeiten es gibt und welche die nach den Leitlinien der Fachgesellschaften empfohlene Therapie ist. Darum bespreche ich mit jedem meiner Patienten am Nachmittag vor der Operation persönlich die anstehende Behandlung.

Die detaillierte, schriftliche Aufklärung erfolgt durch den Stationsarzt oder den bei der Operation anwesenden Oberarzt oder Facharzt. Dieses Gespräch wird schriftlich dokumentiert und Fragen des Patienten explizit aufgenommen.

Letzte Fragen klären und Ängste nehmen

Über die gesetzlichen Vorgaben hinaus ist die Aufklärung unserer Patienten jedoch viel mehr als nur eine Pflichtübung. Sie ist ein wichtiger Schlüsselpunkt in der Vertrauensbildung zwischen Arzt und Patient. Ich selbst würde mich auch nicht von einem Arzt behandeln lassen, dem ich kein Vertrauen schenke, darum muss ich dem Patienten die geplante Operation vorab genau erklären, auf mögliche Komplikationen und Risiken eingehen und verständlich machen, warum der geplante Eingriff die beste Option ist – oder auch, welchen Plan B es gibt und welchen Weg ich als Mediziner empfehlen würde. Wichtig ist, so empathisch wie möglich zu sein und sich für die Fragen des Patienten Zeit zu nehmen. Das fällt nicht immer leicht, insbesondere bei einem vollen Terminplan.

Ich bin jedoch davon überzeugt, dass es sich lohnt, dem Patienten dabei zu helfen, seine Erkrankung und die empfohlene Behandlung besser zu verstehen. Denn viele Patienten haben vor einer Operation Ängste, die sich nur abbauen lassen, wenn ich auf den Patienten eingehe und als Chirurg authentisch bleibe.

Prof. Dr. Uwe Mehlhorn, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Herzchirugie und Intensivmedizin | Helios Klinik für Herzchirugie Karlsruhe

Was passiert nach der Operation?

Die anstehende Operation zu erklären ist ein wichtiger Bestandteil der Patientenaufklärung. Aber auch auf die Zeit nach der Operation muss der Patient vorbereitet sein. In meinen Gesprächen erkläre ich beispielsweise, wie es nach der Operation weitergeht, ob der Patient kurzzeitig auf die Intensivstation gelegt wird oder die Narkose nur im Aufwachraum ausschläft sowie ob er oder sie danach auf die Intermediate Care Station oder die Normalstation verlegt wird.

Darüber hinaus ist es wichtig, dass der Patient auch nach der Entlassung aus unserer Klinik versorgt ist. In den meisten Fällen schließt sich die Anschlussheilbehandlung an. Oft gefragt wird auch, wann der Patient wieder voll belastbar oder arbeitsfähig ist, wie die Operationswunde gepflegt werden soll oder wie die Nachsorge geregelt ist. Die Betreuung unserer Patienten endet demnach nicht mit der Entlassung aus unserer Klinik. So möchte ich meine Patienten etwa zwei Monate nach der Operation noch einmal ambulant zum persönlichen Gespräch sehen.

Inhalte einer Patientenaufklärung

Inhalte einer Patientenaufklärung

Die Informationspflicht des Arztes ist im § 630 des Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) geregelt. Demnach muss der Patient von einem Arzt mit entsprechender Ausbildung über sämtliche Risiken und Umstände eines geplanten Eingriffs vorab in verständlicher Weise aufgeklärt werden. Über gesonderte Maßnahmen ist separat zu informieren. So muss der Anästhesist über die Anästhesie, der Chirurg über den chirurgischen Eingriff usw. aufklären. Aufgeklärt werden muss immer der zu behandelnde Patient, sofern er über die entsprechende Einwilligungsfähigkeit verfügt, d.h. erfassen kann, welche Bedeutung der Eingriff hat und welche Risiken damit verbunden sind. Ausnahmen gelten bei minderjährigen, einwilligungsunfähigen und fremdsprachigen Patienten. Weiterhin muss der Patient rechtzeitig aufgeklärt werden, damit genug Zeit bleibt, die Einwilligung zu überdenken.

Patientenaufklärung schreiben wir groß

Über die gesetzlich vorgeschriebenen Patientenaufklärungsgespräche hinaus versuchen wir in den Helios Kliniken Patienten umfassend über verschiedene Krankheitsbilder aufzuklären und sie für vorbeugende Maßnahmen zu sensibilisieren – beispielsweise durch Informationsabende oder Aktionstage. Besonders gut angenommen wurde auch unsere Telefonaktion in der Helios Klinik für Herzchirurgie Karlsruhe, bei der Patienten persönliche Fragen zum Thema Herz stellen konnten.

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