Wenn jede Sekunde bei einem Herzinfarkt zählt
Patient bedankt sich bei seinem Ärzte-Team

Wenn jede Sekunde bei einem Herzinfarkt zählt

Mehr als 200.000 Menschen erleiden jedes Jahr einen Herzinfarkt in Deutschland. Mehr als drei Viertel von ihnen überleben – auch dank verbesserter Behandlungsmethoden. Einer von ihnen ist Gerhard Bandemer, der in der Helios St. Marienberg Klinik Helmstedt behandelt wurde.

Ohne Vorwarnung hat ein Verschluss eines großen Vorderwandastes einen Herzinfarkt verursacht. An einem Samstagnachmittag im August berichtete Gerhard Bandemer plötzlich seiner Ehefrau, dass er sich unwohl fühle. Kurz darauf wurde er bewusstlos und ist umgekippt. Frau Bandemer wählt die 112 und äußert ihren Verdacht gegenüber dem Mitarbeiter der Leitstelle. Als Notärztin Dr. Zofia Kovalova am Notfallort eintraf, konnte sie weder einen Puls, noch eine Atmung feststellen.

Die Rettungssanitäter haben schnell reagiert und eine Herzdruckmassage durchgeführt. Als ein Rhythmus-Kammerflimmern zu vernehmen war, wurde unser Patient einmal defibrilliert, danach intubiert und beatmet. Nach fünf Minuten konnte der Kreislauf wiederhergestellt werden.

Dr. Zofia Kovalova, Not- und Oberärztin der Intensivstation | Helios St. Marienberg Klinik Helmstedt

Anzeichen für einen Herzinfarkt erkennen

Anhand typischer Beschwerden, wie starke Schmerzen hinter dem Brustbein, Bewusstlosigkeit oder kalter Schweiß, können Betroffene und Angehörige einen Herzinfarkt erkennen. In der Helios St. Marienberg Klinik werden akute Herzinfarkt-Patienten von einem erfahrenen Team rundum gut betreut. Auf dem Weg in die Klinik benachrichtigte Dr. Kovalova ihren Ehemann Dr. Martin Koval, welcher ebenfalls als Oberarzt der Abteilung für Kardiologie in der Helmstedter Klinik arbeitet. Gerhard Bandemer wurde stabilisiert und direkt in das klinikeigene Herzkatheterlabor eingeliefert.

Bei einem akuten Gefäßverschluss wird das Herz nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt. Während der Koronarangiographie ließ sich ein Verschluss eines großen Vorderwandastes feststellen. Wir haben das Infarktgefäß umgehend wieder eröffnet, sodass der Blutfluss im Infarktgefäß erneut hergestellt werden konnte.

Dr. Martin Koval, Notarzt und Oberarzt Kardiologie und Elektrophysiologie | Helios St. Marienberg Klinik Helmstedt

Erst Intensivstation dann Normalstation

Nach der Untersuchung im Herzkatheterlabor wurde Gerhard Bandemer auf der Intensivstation weiter betreut. „Insbesondere in der ersten Zeit nach einem Herzinfarkt erfolgt eine ständige Überwachung des Herzrhythmus, um bei schwerwiegenden Herzrhythmusstörungen umgehend helfen zu können. Bereits nach zwei Tagen konnten wir ihn aufwecken und des Beatmungsgeräts entwöhnen“, erläutert Dr. Zofia Kovalova. Nach einer Woche Aufenthalt auf der Intensivstation konnte Gerhard Bandemer auf die kardiologische Normalstation verlegt werden. „Es ist immer sehr schön einen positiven Verlauf bei unseren Patienten mit zu verfolgen. Herr Bandemer konnte nach 12 Tagen ohne Beeinträchtigungen entlassen werden. Das spricht für die sehr gute Zusammenarbeit zwischen Rettungsdienst des Landkreises Helmstedt und unserer Klinik“, freut sich die Not- und Oberärztin.

Mit Tränen in den Augen erzählt Gerhard Bandemer von seinem Erlebnis, als er sich bei seinen Ärzten und dem Rettungsdienst bedankt. „Ich sehe diesen Tag als meinen zweiten Geburtstag an, der nun jedes Jahr gefeiert wird. 36 Jahre lang habe ich geraucht. Jetzt fasse ich keine Zigarette mehr an und vermisse es kein bisschen. Bedanken möchte ich mich ganz herzlich bei den Mitarbeitern des Rettungsdienstes, die so schnell reagiert haben und bei der gesamten Intensivstation beziehungsweise kardiologischen Station für die gute Betreuung“, erzählt der ehemalige Patient.

Immo Falk ist Teil des damals diensthabenden Rettungsdiensts. Auch er freut sich über den guten medizinischen Verlauf: „Von der Dankbarkeit Herrn Bandemers bin ich überwältigt. Wenn man merkt, dass es den Patienten nach unserer Hilfe so gut geht, bestätigt uns das enorm in unserer Arbeit. Ich bin sehr stolz auf mein Team.“ Bei einem Herzinfarkt zählt jede Minute. Je früher Betroffene medizinisch versorgt werden können, desto besser stehen die Chancen, dass sie den Herzinfarkt ohne größere Beeinträchtigungen überstehen.