Immer griffbereit: Die SOS-Notfalldose und andere Lebensretter
Medizinische Notfallinformationen für Ersthelfer

Immer griffbereit: Die SOS-Notfalldose und andere Lebensretter

Im Notfall kommt es auf jede Sekunde an. Rettungskräfte kennen ihre Patienten in der Regel nicht im Voraus und haben keinen Zugang zu ihren medizinischen Unterlagen. Vorerkrankungen, Medikamentenallergien, Unverträglichkeiten und Medikation sind aber wichtige Informationen, die bei der Behandlung vor Ort und im Krankenhaus entscheidend sein können. Einfache, aber wirkungsvolle Vorkehrungen helfen, im Notfall gut versorgt zu werden.

Rettung aus der Dose

Zu Hause kann eine sogenannte Notfalldose zum Lebensretter werden. Befüllt mit den wichtigsten Informationen zur Krankheitsgeschichte und Medikamenten, ist sie ein wichtiges Hilfsmittel für Rettungskräfte. Selbst wenn die Person in der Notfallsituation nicht ansprechbar ist, erhalten die Rettungskräfte so die benötigten Informationen.

Ein Aufkleber an der Innenseite der Eingangstür informiert die Rettungskräfte vor Ort direkt, dass sich eine Notfalldose in der Wohnung befindet. In der Regel wird sie im Kühlschrank aufbewahrt, der durch einen zweiten Sticker an der Tür markiert wird. Mit ihrer auffälligen SOS-Beschriftung ist die Dose deutlich erkennbar.

Natürlich ist es vielen Menschen, die sich in einer akuten Notlage befinden, nicht möglich, hilfreiche Angaben zum Gesundheitszustand oder Vorerkrankungen zu machen. Es kann ebenso passieren, dass in einer solchen Situation ein wichtiges Detail, wie eine Allergie oder ein blutverdünnendes Medikament, nicht erwähnt wird.

Dr. Ingo Wallert, Chefarzt der Zentralen Notaufnahme | Helios Klinikum Niederberg

Smarte Hilfe für den Ernstfall

Auch für Notfälle unterwegs lassen sich Vorkehrungen treffen. Das Smartphone bietet sich als Lösung an: Man trägt es fast immer bei sich, und es ermöglicht Ersthelfern auch im gesperrten Modus die Wahl des Notrufs.

Ähnlich wie bei der Notfalldose lassen sich alle wichtigen medizinischen Daten im Smartphone abspeichern. Verschiedene Hersteller bieten dafür den sogenannten Notfallpass für Android oder iOS an. Die hinterlegten Informationen lassen sich über den Sperrbildschirm abrufen und sind vor Ort oder in der Notaufnahme schnell zugänglich.

Der Notfallpass im iPhone wird beispielsweise in den Einstellungen angelegt. Auf dem Sperrbildschirm sind die Informationen dann über den „Notfall“-Button abrufbar. Über diesen Button ist es auch möglich, einen Notruf abzusetzen.

Notfallarmbänder können Leben retten

Notfallarmbänder oder SOS-Armbänder eignen sich vor allem für Menschen mit einer Arzneimittelallergie, beispielsweise gegen Penizillin. Es gibt sie sowohl für Erwachsene als auch für Kinder. Im Ernstfall wissen die Rettungskräfte sofort, welche Medikamente sie verabreichen können und welche nicht. Dadurch lassen sich allergische Reaktionen vermeiden und der Patient wird optimal versorgt.

Aber nicht nur bei Allergien sind Notfallbänder sinnvoll. Es gibt beispielsweise auch Diabetes- oder Epilepsie-Armbänder für Betroffene. Im Fall der Fälle wissen sowohl Rettungssanitäter als auch Ersthelfer sofort Bescheid und können entsprechende Erste Hilfe Maßnahmen ergreifen.

Positiver Nebeneffekt: Betroffene fühlen sich im Alltag mit Armband sicherer – auch wenn es hoffentlich gar nicht erst zum Notfall kommt.

1.000 Rettungsdosen für „Gemeinsam im Siebenborn“

Auf den ersten Blick wirkt die zehn Zentimeter hohe und weiß-grüne Dose recht unscheinbar, dabei kann der kleine Kunststoffbehälter Leben retten: die Notfalldose! 1.000 dieser Exemplare spendet die Helios Klinik Wipperfürth an das Kooperationsprojekt der Senioren- und Pflegeberatung der Hansestadt und des Quartiersprojektes „Gemeinsam im Siebenborn“, um Bürger mit den Dosen auszustatten.

Medizinische Informationen schnell griffbereit

Drei blonde Damen stehen an einem Tisch und halten Rettungsdosen in der Hand
Eine Rettungsdose enthält wichtige Informationen für den Ernstfall | Foto: Helios

In einer Notfallsituation ist es für Ersthelfer oft schwer bis unmöglich, herauszufinden, wo Notfalldaten in einer Wohnung aufbewahrt werden. Durch die Notfalldose können diese Informationen zentral in der Kühlschranktür deponiert werden. Was zunächst wie ein ungewöhnlicher Standort klingt, ist sinnvoll, denn einen Kühlschrank besitzt jeder und er ist leicht zu finden. So ist der Kunststoffbehälter direkt griffbereit.

Durch einen Hinweisaufkleber an der Wohnungstür sowie auf dem Kühlschrank selbst wird den Ersthelfern schon bei Eintreffen signalisiert, dass die Notfalldose in der Küche wichtige Informationen für sie bereithält. Im Inneren des kleinen Behälters finden sich wichtige Informationen zum Besitzer der Dose, wie beispielsweise zu Allergien, Medikamenten oder Vorerkrankungen. Die Dose bietet zudem ausreichend Platz, um Kontaktdaten wichtiger Ansprechpartner zu hinterlegen.

Die Dose ist eine sinnvolle Investition, die wir gerne unterstützen. Sie ist nicht auf Strom, Akku oder Batterie angewiesen. So sind Informationen, die sich beispielsweise im Smartphone befinden, keine Hilfe, wenn der Akku leer ist.

Daniela Levy, Klinikgeschäftsführerin | Helios Klinik Wipperführt
Konzept der Notfalldose

Konzept der Notfalldose

Die Notfalldose erleichtert das Auffinden von wichtigen Notfalldaten in einem Haushalt. Auf dem Infozettel im Inneren des kleinen Behälters finden wichtige Informationen zum Besitzer Platz, wie beispielsweise zu Allergien, Medikamenten oder Vorerkrankungen. Zudem können Kontaktdaten wichtiger Ansprechpartner hinterlegt werden.

Unter www.notfalldose.de kann die Dose erworben werden.