Erste Hilfe bei Babys und Kindern
Im Notfall schnell und sicher handeln

Erste Hilfe bei Babys und Kindern

Babys und Kleinkinder sind Entdecker. Sie erkunden ihre Umwelt, haben aber noch kein richtiges Gespür für Gefahren im Alltag. Ein Unfall kann so schnell passieren. Frau Dr. Helga Krull, Chefärztin für Kinderheilkunde der Helios Klinik Sangerhausen, gibt Tipps, worauf Sie bei der Ersten Hilfe für die Kleinsten achten sollten.

Häufigste Verletzungen bei Kindern

Der Bewegungsdrang von Babys und Kindern ist einer der Gründe, warum es häufiger zu Verletzungen in dem Alter kommt. Von Hautabschürfungen bis hin zu Knochenbrüchen ist dabei alles vertreten. Auch der Wunsch, Unbekanntes mit allen Sinnen zu erforschen, es anzufassen, auszuprobieren und zu testen, wie es schmeckt, kann schnell zu Verbrühungen, Verbrennungen oder Vergiftungen führen. So können eine offene Schublade, eine heiße Herdplatte oder flüssiges Waschmittel schnell zur Gefahr werden und Erste Hilfe Maßnahmen durch Eltern oder Großeltern erfordern.

Laut Dr. Krull lässt sich ein Trend erkennen, dass sich das Interesse für Kinder Erste Hilfe Kurse erhöht. Zunehmend mehr Eltern und Großeltern besuchen diese Kurse, um wichtige Erste Hilfe Maßnahmen für den Ernstfall zu erlernen. Bei vielen der Eltern und Großeltern besteht die Angst, in einer Notsituation falsch zu handeln und das Kindeswohl zu gefährden.

Erste Hilfe bei Kindern durchführen

 „Jeder Mensch sollte in der Lage sein, Mitmenschen zu helfen. Denn eine Notfallsituation kann jederzeit und überall eintreten", so Dr. Krull. Erste Hilfe für Babys und Kleinkinder orientiert sich an den lebensrettenden Maßnahmen für Erwachsene im Notfall und ist angepasst an die physiologischen und anatomischen Besonderheiten der Heranwachsenden. Zwei wichtige Unterschiede in der Ersten Hilfe zeigen sich bei der Beatmung und Herzfrequenz.

So dürfen Sie, anders als beim Erwachsenen, den Kopf bei der Atemspende nicht überstrecken, da sich ansonsten die Atemwege verschließen würden. Auch bei der Herzdruckmassage müssen Sie bei Kindern öfter drücken, da diese eine schnellere Herzfrequenz haben. Bei Neugeborenen liegt die Frequenz bei 120 bis 160 Schlägen pro Minute und bei Jugendlichen zwischen 70 und 90. Zur Erinnerung, bei einem gesunden Erwachsenen liegt sie zwischen 60 und 80 Schlägen pro Minute.

Die Lebensretterformel: prüfen, rufen, drücken

Prüfen Sie das Bewusstsein und die Atmung des Babys oder Kindes. Erhalten Sie keine Reaktion und können Sie keine Atmung feststellen, ist das Baby oder Kind bewusstlos. Rufen Sie in diesem Fall sofort den Notruf 112.

Starten Sie mit der Wiederbelebung und der Beatmung. Bei Babys umschließen Sie mit dem eigenen Mund den Mund und die Nase und beginnen mit fünf Beatmungen. Bei größeren Kindern können Sie die Mund-zu-Mund- oder Mund-zu-Nase-Beatmung durchführen. Wenn Sie nach fünf Beatmungen kein Lebenszeichen wie Husten oder Abwehr beobachten, machen Sie mit der Herzdruckmassage weiter. Bei der Herzdruckmassage gibt es bei Babys und Kleinkindern Unterschiede. Hier gilt:

Drücken Sie bei Babys leicht mit zwei Fingern das Brustbein circa ein Drittel bis zur Hälfte des Oberkörpers 15-mal und führen Sie dann zwei- bis dreimal eine Beatmung durch.

Bei Kleinkindern und größeren Kindern drücken Sie mit einer oder beiden Händen ein Drittel des Oberkörpers 30-mal. Anschließend beatmen Sie das Kind zweimal. Führen Sie die Wiederbelebungsmaßnahmen bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes durch.