Wenn's juckt und tränt
Allergien behandeln

Wenn's juckt und tränt

Niesen, Fließschnupfen, Augenjucken: Für viele Menschen beginnt im Frühling die schönste Zeit des Jahres, für Allergiker dagegen die Heuschnupfensaison, die bis zum Herbst andauert.

Prof. Dr. Alexander Kreuter

Chefarzt Dermatologie, Venerologie und Allergologie in der Helios St. Elisabeth Klinik Oberhausen, Leiter der Fachgruppe Dermatologie und Leiter des Interdisziplinären Allergie-Netzwerkes Oberhausen

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Prof. Dr. Alexander Kreuter ist Chefarzt der Dermatologie, Venerologie und Allergologie im Helios St. Elisabeth Klinik Oberhausen, und Leiter der Fachgruppe Dermatologie des Interdisziplinären Allergie Netzwerkes Oberhausen. Er erläutert Symptome und gibt Tipps zur Behandlung von Allergien.

So äußern sich Symptome

Je nach Allergen und Betroffenem fällt die Reaktion sehr unterschiedlich aus – von mild über schwerwiegend bis akut lebensbedrohlich. Die häufigsten Symptome des Heuschnupfens sind beispielsweise Niesattacken, Fließschnupfen und eine verstopfte Nase sowie juckende, brennende oder tränende Augen. Auf einen Insektenstich reagieren dagegen rund fünf Prozent der Deutschen mit Ganzkörperreaktionen wie Ausschlag, Atemnot bis hin zu Herz-Kreislauf-Reaktionen.

Wann muss ich zum Arzt?

Frau juckt es am Unterarm
Eine Allergie macht sich oft durch Hautjucken bemerkbar | Foto: Canva

Wer unter den genannten Symptomen leidet, sollte sich von einem Allergologen untersuchen lassen. Durch eine gezielte Behandlung lassen sich nicht nur Beschwerden lindern, sondern auch Asthma und einer Ausweitung der Allergie auf andere Stoffe vorbeugen.

Diagnostik

Bei Verdacht auf eine Pollenallergie erfolgen:

  • Abklärung der Krankengeschichte (Beschwerden, frühere Erkrankungen, mögliche Allergien in der Familie)
  • Körperliche Untersuchung
  • Hauttests (zum Nachweis des auslösenden Allergens)
  • Bluttests

Behandlungsmöglichkeiten

Wurde eine Pollenallergie festgestellt, gibt es drei Möglichkeiten:

  • Man versucht, den Allergenen aus dem Weg zu gehen.
  • Man nimmt Medikamente (z.B. Nasenspray, Augentropfen, Tabletten) gegen die Überreaktion des Immunsystems, um die Symptome in den Griff zu kriegen.
  • Man macht eine spezifische Immuntherapie. Diese ist eine Art Allergieimpfung („Hyposensibilisierung“) und wirkt vor allem bei der Gräserpollenallergie sehr gut. Mehrere Jahre werden dem Körper über eine Spritze (einmal im Monat) oder Tabletten (jeden Tag) Extrakte mit den jeweils relevanten Allergenen verabreicht. So wird der Körper langsam daran gewöhnt, die Abwehrreaktionen herunterzufahren oder gar nicht mehr zu starten.

Vorbeugen?

Katze schnupfert an Blume
Wer mit Tieren aufwächst, hat ein geringeres Allergierisiko | Foto: Canva

Das Risiko, an einer Allergie zu erkranken, hängt von vielen Faktoren wie der genetischen Veranlagung und dem Zustand des Immunsystems ab. Einigen Allergien kann man vorbeugen. Je mehr Kontakt Kinder schon früh mit vielen unterschiedlichen Stoffen haben, desto geringer ist ihr Risiko, eine Allergie dagegen zu entwickeln. Auf dem Land oder mit Haustieren aufzuwachsen, verringert ebenfalls nachweislich Allergien.

Tipps zum Schutz vor Pollenflug

  • Orientierung am Pollenflugkalender, um den Kontakt zu minimieren
  • In der Pollenflugzeit auf Distanz zur Natur gehen
  • Wäsche nicht im Freien trocknen lassen
  • Schutzgitter an den Fenstern anbringen und nur stoßweise lüften Spezielle Filter fürs Auto.
  • Nach Aufenthalten im Freien die Kleidung wechseln und Haare waschen

Was ist eine Allergie?

Eine Allergie ist eine Überreaktion des Immunsystems auf Stoffe aus der Umgebung, die dem Körper normalerweise nicht schaden. Das Immunsystem reagiert auf diese Stoffe wie auf einen Krankheitserreger (z.B. wie auf Bakterien oder Viren) und versucht, sie zu bekämpfen. Stoffe, die Allergien auslösen, werden Allergene genannt. Mitunter kommt es bereits beim ersten Kontakt mit dem Stoff zu Beschwerden. Bei anderen Stoffen entsteht die Allergie erst nach wiederholtem Kontakt: Der Körper wird sensibel für das Allergen, bei einem erneuten Kontakt erinnert sich das Immunsystem an den Stoff und aktiviert seine Abwehrmechanismen.

Allergene sind beispielsweise:

  • Pflanzen bzw. Pflanzenbestandteile  
  • Nahrungsmittel 
  • Chemische Produkte (z.B. Kosmetik, Medikamente)
  • Tierhaare oder -hautschuppen 
  • Schimmel  Insektenstiche (z.B. von Bienen oder Wespen)
  • Metall 
  • Hausstaub …
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