Neuer Finger aus dem Beckenknochen
Einblick in die Handchirurgie

Neuer Finger aus dem Beckenknochen

Der Finger von Schülerin Yvonne Dase rutschte in die Kreissäge. Handchirurg Tobias Esser konnte ihn retten.

Beim Holzsägen rutschte Schülerin Yvonne Dase ab und geriet mit dem linken Zeigefinger in die Kreissäge. Der Mittelteil ihres Fingers wurde von der Säge zerstört.

Ziel: Amputation verhindern

„Bei Kreis- und Kettensägenverletzungen tritt ein Gewebeverlust leider sehr häufig auf“, erläutert Tobias Esser, Sektionsleiter Handchirurgie der Helios Kliniken Mittelweser. Um eine Amputation zu verhindern, wird eigenes Knochenmaterial zum Ausgleich des Knochendefektes verwendet.

„Am Becken haben wir genug Knochen, der in diesem Fall zum neuen Mittelglied des Fingers modelliert wurde. Der Gewebedefekt kann dann durch Lappenplastiken und freie Hauttransplantate gedeckt werden. Das Knochenstück wird durch insgesamt drei Drähte in Position gehalten“, erklärt Esser weiter.

Bei Kreis- und Kettensägenverletzungen tritt ein Gewebeverlust leider sehr häufig auf.

Tobias Esser, Sektionsleiter Handchirurgie | Helios Kliniken Mittelweser

Glück im Unglück

Glück für Yvonne Dase: Bislang zeigt sich eine optimale Heilung ohne Defekt oder weiteren Korrekturbedarf. Auch der Knochen wächst zeitgerecht ein, sodass in wenigen Wochen die Entfernung der Drähte als finale OP geplant werden kann. „Bis auf die Narben besteht auch eine normale Kontur des Fingers. Lediglich der Fingernagel wird sich wahrscheinlich nicht regenerieren“, so Esser.