Grippezeit – wenn die Viren im Anflug sind © Foto: Canva
Zur Artikelübersicht
Fakten zur Grippe

Grippezeit – wenn die Viren im Anflug sind

Die Grippe betrifft den ganzen Körper. Selbst junge, gesunde Menschen können für eine Woche mit schwerem Krankheitsgefühl ans Bett gefesselt sein. Gefährlich wird es dann, wenn sie verschleppt wird und der Virus noch einen bakteriellen Infekt nach sich zieht.

Eine der wichtigsten Maßnahmen,  um sich und andere gegen eine Grippeinfektion zu schützen, ist die Impfung. Doch was ist die Grippe und wie unterscheidet sie sich von einem grippalen Infekt? Eine Infektiologin erklärt's.

Grippe oder grippaler Infekt?

Frau mit Taschentuch
Oft kommt sie ganz plötzlich und schlagartig: die Grippe | Foto: Canva

Die Meisten kennen die Anzeichen nur allzu gut: Erkältungssymptome wie Fieber, Husten, Schnupfen und Heiserkeit strecken Betroffene schnell ermattet nieder. Dr. Katrin Kösters, Oberärztin der Medizinischen Klinik II am Helios Klinikum Krefeld weiß, dass mit der Grippe nicht zu spaßen ist. Sie beginnt oft schlagartig, plötzlich schmerzen Kopf- und Glieder. Kommt Fieber hinzu, zieht es Betroffene nur noch ins Bett.

„Es gibt Symptome, die sowohl bei Erkältungen, als auch bei Grippe vorkommen. Hohes Fieber und Schüttelfrost sind jedoch häufig Anzeichen für eine beginnende Influenza. In Verbindung mit einer Erkältung tritt hohes Fieber seltener auf“, erklärt die Infektiologin. „Auch sind Kopf- und Gliederschmerzen sowie das Abgeschlagenheitsgefühl bei einer Grippe viel ausgeprägter als bei einem Schnupfen.“ Diese führen zunächst zu den typischen Zeichen einer Influenza und können außerdem auf der Atemwegsschleimhaut den Weg für andere Erreger frei machen.

Es gibt Symptome, die sowohl bei Erkältungen, als auch bei Grippe vorkommen. Hohes Fieber und Schüttelfrost sind jedoch häufig Anzeichen für eine beginnende Influenza.

Dr. Katrin Kösters, Oberärztin der Medizinischen Klinik II | Helios Klinikum Krefeld

Schonen und auskurieren!

Eine Grippe wird durch sehr angriffslustige Influenzaviren hervorgerufen. Diese machen auf der Atemwegsschleimhaut quasi den Weg frei für andere Erreger. Dazu gehören Pneumokokken oder Staphylokokkus aureus, die ihrerseits Komplikationen wie eine Mittelohr- oder Lungenentzündung auslösen können. Auch kann es im Anschluss an eine Influenza zu einer Herzmuskelentzündung kommen.

„Die Viren sind hoch ansteckend“, weiß Dr. Kösters. Wen es erwischt, der solle auf jeden Fall zu Hause bleiben, sich schonen und richtig auskurieren.

Aber wie schützt man sich am besten vor den Grippeviren?

Ganz oben auf der „Anti-Grippe-Checkliste“:

  • die Grippeschutzimpfung,
  • regelmäßige Händedesinfektion, um Übertragungen zu vermeiden,
  • und eine ausgewogene Ernährung zur Stärkung der Abwehrkräfte.

Auch inhalieren wirkt sich positiv auf Husten- und Schnupfenbeschwerden aus. Wadenwickel können hohes Fieber senken.

„Besonders wichtig ist das Trinken. Mindestens zwei Liter Wasser oder Tee sollten es täglich sein“, sagt Dr. Kösters „So erhält der Organismus ausreichend Flüssigkeit, um die Schleimhäute feucht zu halten. Das ist wichtig, um Krankheitserreger früh abzufangen und sie mit dem Schleim der Atemwege wieder hinauszubefördern.“ 

Wer sollte sich gegen Grippe impfen lassen?

  • Menschen über 60 Jahre
  • Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung durch eine Vorerkrankung wie etwa Asthma, Herz- und Kreislaufkrankheiten oder Diabetes
  • Menschen mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten oder HIV-Infektion
  • Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen
  • Schwangere
  • Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Gesundheitseinrichtungen wie Kliniken, Pflegeheime oder Arztpraxen
  • Menschen im öffentlichen Dienst mit viel Publikumsverkehr etwa in öffentlichen Verkehrsmitteln oder an Schulen

Phänomen Männerschnupfen

Mann mit Grippe
Leiden Männer bei einer Grippe mehr? | Foto: Canva

Das Klischee vom Mann, der bei einer Schnupfnase und dem ersten Halskratzen gleich unter einer besonders schweren Form der (Männer-)Grippe leidet, hält sich hartnäckig.

„Fundierte wissenschaftliche Studien dazu, dass Männer mehr leiden als Frauen, gibt es allerdings nicht“, erklärt die Oberärztin mit einem Augenzwinkern. „Doch wie man(n) sich seinem Schicksal hingibt, bleibt letztlich jedem selbst überlassen.“