Geburtshilfe-Training à la Pokémon Go
Simulationstraining an der Puppe

Geburtshilfe-Training à la Pokémon Go

Lucina hat es in sich: Von außen wirkt der Geburtssimulator nicht besonders auffällig. Doch in Lucinas Bauch steckt jede Menge Technik.

So realistisch wie möglich soll der Geburtsvorgang dargestellt werden – dafür ist Lucina vollgepackt mit der neuesten Technik. Wirklich spektakulär wird es aber erst, wenn die sogenannten AR-Brillen ins Spiel kommen. AR steht für Augmented Reality, was soviel bedeutet wie „erweiterte Realität“.

Bei dieser Technologie wird die reale Welt über die Brille um virtuelle Elemente ergänzt, wodurch der Nutzer eine erweiterte Realität wahrnimmt. Bekannt geworden ist dies vor allem durch das Spiel „PokémonGo“. Darin sehen die Spieler Pokémons über eine reale Straße spazieren.

Durch die AR-Brillen haben Ärzte, Pflegekräfte und Hebammen erstmals die Möglichkeit, Geburtsvorgänge zu simulieren und gleichzeitig zu sehen, was im Inneren der Gebärenden passiert.

Dr. Stephan Düsterwald, Oberarzt und Leitender Arzt Simulationszentrum | Helios Klinikum Hildesheim

Neue Einblicke in Geburtsabläufe

Wie verändert sich die Lage des Kindes durch therapeutische Maßnahmen? Was passiert mit dem Kind, wenn die Beckenposition verändert wird? All das konnte bisher nur theoretisch erklärt werden. Durch Lucina gibt es nun erstmals die Möglichkeit, diese dynamischen Vorgänge virtuell zu beobachten.

Ein Mann und eine Frau tragen jeweils eine AR-Brille. Vor ihnen liegt eine Übungspuppe mit Schwangerschaftsbauch auf einem Krankenbett.
Im Simulationszentrum wird der Geburtsvorgang mit AR-Brillen trainiert | Foto: Helios

Das Simulationszentrum in Hildesheim ist bisher das einzige bei Helios, das Lucina nutzt. Deshalb stattete Karin Gräppi, Wissensmanagerin bei der Helios Health, Hildesheim einen Besuch ab, um die Technologie kennenzulernen.

Auch sie ist begeistert: „Mit dieser neuen Technologie ermöglicht Helios seinen Mitarbeitern im Rahmen der Trainings zu sehen, was während der Geburt im Mutterleib passiert. Das eröffnet den Trainierenden eine neue Perspektive!“