Die vermeintlich letzte Zigarette
Mit gutem Vorsatz ins neue Jahr

Die vermeintlich letzte Zigarette

Der Jahreswechsel ist die Zeit der guten Vorsätze. An vorderster Stelle: das Thema Rauchen. Und so drücken zahlreiche Menschen an Silvester kurz vor Mitternacht ihre vermeintlich letzte Zigarette im Aschenbecher aus. Das kann klappen – sofern man es richtig angeht.

Chefarzt Dr. Martin Maunz aus der Helios Klinik Rottweil, Nichtraucher und Herzspezialist, gibt Tipps, wie aus dem guten Vorsatz ein neues Lebensmotto werden kann.

„Jeder Raucher weiß, dass er mit dem Glimmstengel sein Krankheitsrisiko erhöht und sein Leben um ein paar Jahre verkürzt“ sagt Dr. Martin Maunz, der im Rottweiler Krankenhaus die Kliniken für Innere Medizin leitet. Der Thematik ist mit rationalen Argumenten alleine nicht beizukommen: „Auch Patienten, die durch das Rauchen krank geworden sind, können und wollen oft nicht aufhören zu rauchen“. Und selbst diejenigen, die unbedingt vom Nikotin wegkommen wollen, tun sich schwer.

Von 100 Rauchern, die fest entschlossen sind, nicht mehr zur Zigarette zu greifen, werden laut Statistik innerhalb eines Jahres 96 rückfällig.

Dr. Martin Maunz, Chefarzt der Medizinischen Klinik | Helios Klinik Rottweil

Deshalb brauchen Raucher auf dem Weg zum Nichtraucher neben ihrem festen Willen eine klare Strategie.

Dr. Maunz empfiehlt deshalb zunächst einen Besuch beim Arzt. Mit dem sogenannten „Fagerströmtest“ kann dieser den Grad der körperlichen Abhängigkeit feststellen. Wer stark abhängig ist, kann seinen Entzug mit Nikotinersatzpräparaten begleiten – diese mindern die Entzugserscheinungen und erleichtern das Aufhören.

„Aber die Sucht nach der Zigarette hat immer zwei Aspekte“ erklärt Dr. Maunz. „Neben der körperlichen Abhängigkeit ist die psychische Abhängigkeit deutlich schwerer zu bekämpfen, denn sie beruht auf gewohnten Verhaltensweisen, etwa der vermeintlich entspannenden Zigarettenpause am Arbeitsplatz“. Wer mit dem Rauchen aufhören möchte, muss diese Verhaltensweisen durchbrechen. Deshalb rät Dr. Martin Maunz, sich professionelle Hilfe zu holen – in Kursen kann gewohntes Verhalten abtrainiert werden.

Dr. Maunz, Chefarzt im Helios Klinikum Rottweil, gibt Tipps | Foto: Helios

Hilfreich ist laut Chefarzt Maunz auch eine Pro-und-Contra-Liste: „Beschreiben Sie Ihre persönlichen Gründe, die für oder gegen das Rauchen sprechen.“ Diese Liste hat zwei Spalten: „Ich werde rauchfrei, weil ...“ und „Ich würde gerne weiterrauchen, weil ...“. Während schwieriger Phasen der Abstinenz lässt sich immer wieder auf diese Bilanz zurückgreifen.

Übrigens: In der Gruppe ist der Verzicht auf die Zigarette deutlich einfacher. Deshalb rät Dr. Martin Maunz, den guten Vorsatz um eines der bundesweiten Gruppenprogramme zu ergänzen. Die Statistik spricht auch hier für sich: Mehr als jeder dritte Teilnehmer ist nach einem Jahr noch Nichtraucher.

Für seine Patienten hat Dr. Martin Maunz eine Nichtraucherbroschüre entwickelt, die den Weg in ein qualmfreies Leben erleichtern soll. Sie kann hier heruntergeladen werden – Interessierte finden darin unter anderem den Fagerströmtest, eine Vorlage für die Checkliste und zahlreiche weitere Tipps, auch zum Thema Ernährung.