Karlotta startet durch
Infantile Zerebralparese

Karlotta startet durch

Auf Karlotta hat Kinderarzt Stefan Bast im Helios MVZ Köthen immer ein besonders wachsames Auge. Die Vierjährige leidet an einer Infantilen Zerebralparese – einer bleibenden motorischen Störung. Die Ursachen hierfür können sehr unterschiedlich sein.

Schwerer Start ins Leben

„Bei Karlotta kam es wahrscheinlich zeitweise zu einer Unterversorgung mit Sauerstoff während der ersten Lebenswochen“, erklärt Mama Franziska, Mutter von drei Kindern. Kinderarzt Stefan Bast kennt Karlotta und ihre Zwillingsschwester Paulina schon, seit sie Babys waren. „Wir fühlen uns alle sehr wohl. Er macht natürlich ganz normal die U-Untersuchungen und hat immer ein offenes Ohr für uns. Aber er organisiert auch die Überweisungen in das Sozialpädiatrische Zentrum Magdeburg.  Dort wird Karlotta von einem Team aus Fachärzten, Pädagogen und Therapeuten ganzheitlich begleitet und gefördert“, erzählt sie zufrieden. „Geistig fehlt es ihr an absolut nichts, aber zu der Infantilen Zerebralparese kommt auch eine beinbetonte Spastik dazu. Und da braucht sie motorisch Unterstützung.“

Mama Franziska mit Karlotta und Zwillingsschwester Pauline. Foto: Helios

Denn Karlotta sitzt im Rollstuhl, allein gehen und stehen kann sie nicht. Selbstständig aufrecht sitzen klappt aber seit dem dritten Lebensjahr. Auch beispielsweise beim Spielen mit ihren Geschwistern findet die Vierjährige ihre eigenen Wege, so selbstständig wie möglich am alltäglichen Geschehen teilzunehmen und mitzuhalten. Mama Franziska ist stolz: „Karlotta ist ein Sonnenscheinchen.“

Karlotta kämpft

Franziska beobachtet zufrieden, dass sich ihre Tochter immer selbstbewusster mit ihrer Situation arrangiert, auch wenn es für sie nicht immer leicht war. „Das dritte Lebensjahr war nicht einfach. Karlotta war sehr frustriert und hat immer wieder gefragt, warum sie Dinge nicht machen kann, die andere Kinder machen können. Je älter sie aber nun wird, desto mehr wächst das Verständnis für ihre Situation und desto mehr kann sie sich auch bewusst erkämpfen.“ Zudem besucht sie einen integrativen Kindergarten, in dem sie entsprechend ihren Bedürfnissen betreut wird. Auch Kinderarzt Stefan Bast unterstützt wo er kann und ermöglicht regelmäßig ambulante Ergotherapie.

Karlottas Mama ist immer motiviert, ihrer Tochter die bestmöglichen Entwicklungschancen zu bieten, da helfe ich natürlich sehr gerne. Und Karlottas Entwicklungsschritte sind immens, das ist absolut beachtlich.

Stefan Bast, Kinderarzt | Helios MVZ Köthen

Auf die Beine kommen

Gemeinsam geht der Einsatz für Karlotta aber noch darüber hinaus: „Die große Errungenschaft ist die Reha in Köln, ,Auf die Beine‘ heißt die. Bast hat sich sehr stark dafür eingesetzt, dass Karlotta an dem Programm teilnehmen kann. Hier sollen die Muskeln zum Beispiel mit Vibrationstraining wiederaufgebaut werden, damit die Patienten, wie der Name schon sagt, wieder auf die Beine kommen“, freut sich die engagierte Mama und blickt ermutigt bereits dem nächsten großen Meilenstein entgegen: der Einschulung der Zwillinge. Im besten Fall soll Karlotta, mit der Unterstützung einer betreuenden Person, in eine ganz normale Schule gehen können. Am liebsten möchten Paulina und Karlotta nämlich gemeinsam eine Klasse besuchen.