Vorsorge und Früherkennung für Lungenkrebs-Risikogruppen © Foto: Rabizo Anatolii - stock.adobe.com
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Früherkennung und moderne Behandlungsmethoden

Lungenkrebs

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Reduktion von Sterbefällen durch niedrigdosierte Computertomographie

Vorsorge und Früherkennung für Lungenkrebs-Risikogruppen

Für Lungenkrebs gibt es noch keine Möglichkeit der Vorsorge beziehungsweise keine sinnvollen Früherkennungsprogramme. Allerdings gibt es wissenschaftliche Hinweise, dass bei Risikogruppen die Sterbefälle durch eine regelmäßige niedrigdosierte Computertomographie des Brustkorbs (CT) reduziert werden können.

So konnte eine amerikanische Studie von 2011 erstmals zeigen, dass bei einem jährlichen Einsatz der CT die Lungenkrebs-Sterbefälle in bestimmten Risikogruppen um 20 Prozent zurückgingen. Mittlerweile belegt auch eine große europäische Studie, dass ein Screening mit niedrigdosierter CT des Brustkorbs dazu führen kann, dass weniger Menschen an Lungenkrebs sterben.

Um welche Risikogruppen geht es?

Da die Computertomographie mit einer Strahlenbelastung verbunden ist, werden durch die medizinischen Fachgesellschaften aktuell jedoch keine regelmäßigen CT-Untersuchungen der Gesamtbevölkerung empfohlen. Symptomlosen Risikogruppen kann jedoch eine jährliche CT mit niedriger Strahlendosis angeboten werden. Dabei geht es um Menschen, die zwischen 55 und 74 Jahren alt sind und deren Zigarettenkonsum mehr als 20 Zigaretten pro Tag über einen Zeitraum von 30 Jahren beträgt sowie Ex-Raucher mit diesem Konsum, die vor weniger als 15 Jahren aufgehört haben.

Eine zweite Riskogruppe umfasst Menschen, die älter als 50 Jahre sind, mehr als 20 Jahre mindestens 20 Zigaretten pro Tag geraucht haben und bei denen ein weiterer Riskikofaktor vorliegt. Dabei kann es sich beispielsweise um eine familiäre Vorbelastung für Tumore der Lunge oder des HNO-Bereichs, eine COPD-Erkrankung oder den Kontakt mit Asbestfaserstaub handeln.

Nutzen-Risiko-Abwägung

Je nach Strahlenbelastung sollte vor dem Einsatz bestimmter Diagnoseverfahren immer eine Nutzen-Risiko-Abwägung stattfinden. Liegen bereits Symptome vor, die auf ein Lungenkarzinom hinweisen, so rechtfertigt der Nutzen aus strahlungsintensiveren Untersuchungen wie einer CT in der Regel das Risiko. Bei symptomlosen Patienten sollte hingegen zunächst mit strahlungsarmen beziehungsweise strahlungsfreien Diagnosemethoden gearbeitet werden.

Bald Einführung eines Lungenkrebsscreenings?

Der für den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen zuständige gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat aufgrund der positiven Daten der voliegenden Studien das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) beauftragt, den Nutzen des niedrigdosierten CT-Screenings zu prüfen. Das IQWIG hat den Nutzen für die Risikogruppen bestätigt, sodass die Einführung eines Lungenkrebsscreenings näher rückt.