Mit Hitze gegen Metastasen
Krebstherapie

Mit Hitze gegen Metastasen

Julia E. hat Brustkrebs. Als bei einer Nachkontrolle Metastasen in der Wirbelsäule festgestellt werden, findet die Allgäuerin in der Helios Klinik Rottweil eine neuartige Behandlungsmethode.

Mann in blauer OP Kleidung mit Munschutz
Prof. Dr. Markus Kröber, Chefarzt der Klinik für Orthopädie, Unfall- und Wirbelsäulenchirurgie im Helios Klinikum Rottweil | Foto: Andrea Schmider

Seit 2018 kämpft die 43-Jährige gegen ihre Krebserkrankung. Bewusst entscheidet sie sich gegen eine Chemotherapie, stellt nach der Operation ihre Lebensweise und die Ernährung um, treibt viel Sport und nutzt auch homöopathische Möglichkeiten. Ende 2019 zeigt die Kontrolluntersuchung, dass der Tumor zurück ist: In den Wirbelkörpern finden sich Metastasen. Die Radiologen raten zur sofortigen Bestrahlung.

Doch Julia E. möchte wissen, ob es alternative oder ergänzende Behandlungsmöglichkeiten gibt. Sie liest sich ein und stößt auf die sogenannten thermischen Verfahren – mit Hitze wird das Tumorgewebe im Wirbel zerstört. Auf ihrer Suche nach einem Spezialisten wird die Mutter von zwei kleinen Kindern in der Helios Klinik Rottweil fündig. Prof. Dr. Markus Kröber wendet die sogenannte STAR™-Ablation an. STAR steht für Spinal Tumor Ablation with Radiofrequency, und das Rottweiler Krankenhaus ist eines der fünf deutschen Referenzzentren für dieses minimalinvasive Verfahren.

E. stellt sich in Prof. Kröbers Sprechstunde vor – und entscheidet sich, parallel zur Bestrahlung, für die Ablation. Mit der speziell konstruierten Elektrode zerstören Prof. Kröber und sein Team die Metastasen, anschließend werden die Wirbelkörper mit zähflüssigem Knochenzement wieder stabilisiert. Nach drei Tagen geht die Patientin schon wieder nach Hause zu ihrer Familie – und schon nach vier Wochen treibt Julia E. wieder Sport.