Wenn das kleine Herz Probleme macht
25 Jahre Herzzentrum Leipzig

Wenn das kleine Herz Probleme macht

Seit einem Vierteljahrhundert kümmern sich Mediziner, Schwestern und Pflegepersonal am Herzzentrum Leipzig fürsorglich um das Wohl herzkranker Patienten. Längst gehört der Standort zu den angesagten medizinischen Fachadressen in Europa, hat sich auch weltweit einen klangvollen Namen erarbeitet. Dazu beigetragen haben letztlich seine verdienstvollen Mitarbeiter. Einer von ihnen ist Dr. Peter Kinzel, Oberarzt der Universitätsklinik für Kinderkardiologie.

Für Peter Kinzel stand der eigene Berufswunsch frühzeitig fest. Wie seine Mutter wollte auch er Medizin studieren. Nicht minder zielstrebig ging es der gebürtige Sachse bei der Wahl späteren Fachausbildung an. Mehrere Gebiete hatte Kinzel hier zur Auswahl, doch die Kinderheilkunde sprach ihn am intensivsten an. Eine erhoffte Mitarbeit an der Uni Leipzig, wie von Kinzel gewünscht, wurde ihm jedoch versagt. Hierfür fehlten ihm seinerzeit die „gesellschaftlichen Voraussetzungen“. Somit wurde ein Krankenhaus in Zwenkau zu seiner ersten beruflichen Heimat. Das große Tor zur Kardiologie öffnete sich dem jungen Arzt schließlich 1984. Seinerzeit ergab sich für ihn die Chance, eine Assistenzarztstelle im Team von Professor Dr. Karl Bock, der zu den Protagonisten der deutschen Kinderkardiologie zählt, anzutreten. In dessen Leipziger Team begann für Peter Kinzel das Leben als Kinderkardiologe.

Fortbildung an der Moldau

Prag, die Stadt der hundert Türme, die goldene Stadt. Prag – die Mutter aller Städte. Tschechiens Hauptstadt hat viele Namen und fasziniert die Menschen bis heute. Ostdeutsche Ärzte durften zur Fortbildung und Tagungen in der Regel nicht gen Westen reisen. In Prag jedoch existiert seit den 1960er Jahren ein international anerkanntes Kinderherzzentrum, mit enger Vernetzung bis nach London. Für viele Kinderkardiologen aus der DDR, so auch für Kinzel, war Prag somit das Tor zur Außenwelt. „Einmal im Jahr“, schwärmt er noch heute, „bestand hier für uns die Möglichkeit, Neues über die Diagnostik und Therapie herzkranker Kinder zu erfahren.“ Zugleich entstanden Freundschaften zu Prager Kollegen, die Peter Kinzel bis heute pflegt.

Etwa jedes 100. Kind wird mit einem Herzfehler geboren. Bis zu einem Drittel dieser Kinder haben einen bedeutsamen Fehler. Die Fehlbildungen, die das System Herz-Lunge aufweisen kann, sind vielschichtig. Das verlangt von uns Medizinern ständig nach Lösungen für ein annehmbares Leben der kleinen Patienten zu suchen.

Dr. Peter Kinzel, Oberarzt an der Universitätsklinik für Kinderkardiologie

Beruflicher Neustart

Dr. Peter Kinzel, Oberarzt an der Universitätsklinik für Kinderkardiologie
Dr. Peter Kinzel gehört seit den Anfängen des Herzzentrums Leipzig zur Kinderkardiologie und weiß, wie sich die Medizin in dieser Zeit weiterentwickelt hat.

Der zielstrebige Aufbau eines Herzzentrums in Leipzig sollte der medizinischen Versorgung herzkranker Patienten ab 1994 völlig neue Wege ebnen. Hoch engagierte Mitarbeiter, moderne Technik, ein neues Klinikum – diese Gelegenheit wollten auch die Leipziger Kinderkardiologen unter ihrem Chef Professor Peter Schneider beim Schopfe packen. Zu diesem Team gehörte bald auch Peter Kinzel. „Kinderkardiologie und Herzchirurgie zusammen. Das war ein großer Sprung nach vorn in der Behandlung herzkranker Kinder“, berichtet er über die Anfangsjahre.

Hatten Kinder, die mit einem Herzfehler zur Welt kamen, noch vor Jahrzehnten kaum Überlebungschancen, so erreichen sie heute zu über 90 Prozent das Erwachsenenalter, sagt Kinzel, inzwischen Oberarzt der Universitätsklinik für Kinderkardiologie am Herzzentrum Leipzig. Auf diese Patienten gilt es sich besonders einzustellen. Peter Kinzel hat das erkannt und gehört heute zu den ersten Medizinern Deutschlands, die eine Zusatzqualifikation für die Behandlung von Erwachsenen mit angeborenen Herzfehlern (EMAH) erwarben. „Etwa jedes 100. Kind wird mit einem Herzfehler geboren. Bis zu einem Drittel dieser Kinder haben einen bedeutsamen Fehler. Die Fehlbildungen, die das System Herz-Lunge aufweisen kann, sind vielschichtig. Das verlangt von uns Medizinern ständig nach Lösungen für ein annehmbares Leben der kleinen Patienten zu suchen“, verdeutlicht er.

Das Dasein für die Patienten war und ist immer noch immer ein Teil meines Lebens, in dem natürlich auch Familie und Freunde oder Hobbys wie das Wandern nicht zu kurz kommen.

Dr. Peter Kinzel, Oberarzt an der Universitätsklinik für Kinderkardiologie

Teamwork sorgt für Rückhalt

Über 300 Operationen pro Jahr werden am Herzzentrum Leipzig an Patienten mit angeborenem Herzfehler vorgenommen. Etwa ein Drittel von ihnen sind Neugeborene und Säuglinge. 2018 waren es 62 Neugeborene (Kinder bis zum Alter von vier Wochen), 127 Säuglinge (Kinder bis zu einem Jahr), 121 Kinder und 55 Erwachsene. „Den jungen Patienten und deren Eltern hilft das am Herzzentrum praktizierte enge Zusammenwirken von Kinderkardiologen, Kardiologen und Herzchirurgen. Das hier gelebte Teamwork gibt aber auch mir seit 25 Jahren persönlich unwahrscheinlichen Rückhalt in meiner Arbeit“, so der 67-Jährige. „Das Dasein für die Patienten war und ist immer noch immer ein Teil meines Lebens, in dem natürlich auch Familie und Freunde oder Hobbys wie das Wandern nicht zu kurz kommen.“

Ein besonders großes Augenmerk legt Peter Kinzel seit Jahren auf die fetale Echokardiografie. Dank ihr ist es möglich, Herzfehler schon beim Embryo zu klassifizieren. Eine Aufgabe, die auszuführen Erfahrung und medizinische Weitsicht erfordert. Beides hat Dr. Peter Kinzel. Und von beidem wird das Herzzentrum auch über sein Silberjubiläum hinaus profitieren.

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Expertise für große und kleine Kinder

Im Herzzentrum Leipzig behandeln erfahrenen Fach- und Kinderärzte kleine und große Patienten mit angeborenen Herzfehlern sowie Kinder mit erworbenen Herzerkrankungen. Viele unserer Patienten betreuen wir bis ins Erwachsenenalter in unserem speziellen EMAH-Zentrum (Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern).