Ultraschallwellen statt Röntgenstrahlung
Schonende Alternative für Kinder

Ultraschallwellen statt Röntgenstrahlung

Röntgenstrahlung kann langfristig Schäden im Körper verursachen. Das Helios Klinikum Erfurt setzt daher bei der bildgebenden Diagnostik im Kindesalter auf Ultraschallwellen.

Jeder kennt das Prozedere nach einem Sturz oder Unfall: „Das sollte unbedingt geröntgt werden!“, heißt es dann oft. Doch gerade für Kinder kann Röntgenstrahlung gefährlich werden. Das Helios Klinikum Erfurt setzt daher oftmals auf Ultraschall statt Röntgen bei der bildgebenden Diagnostik von Frakturen im Kindesalter.

Beim Röntgen kommt eine ionisierende Strahlung zum Einsatz. Diese Strahlendosis bleibt ein Leben lang im Körper und kann langfristig gesundheitsschädlich sein. Eine mögliche Folge ist Krebs. „Bei der Untersuchung von Kindern bevorzugen wir darum die MRT (Magnetresonanztomographie) oder den Ultraschall, welcher auf Aussendung und Empfang schonender Ultraschallwellen beruht. Beides ist oft ausreichend, um eine Fraktur zu beweisen oder auszuschließen“, erklärt Dr. Kay Großer, Chefarzt für Kinderchirurgie und Kinderurologie am Helios Klinikum Erfurt. Hinzukommt, dass bei Frakturen im Kindesalter oftmals knorpelige Anteile betroffen sind. Diese sind in einem Röntgenbild gar nicht sichtbar.

Der kindliche Knochen lässt sich in den Fällen eines Frakturausschlusses sogar besser mit Ultraschall untersuchen. Für diese Fragestellung werden nach unserer Erfahrung sonst zu oft Röntgen-Bilder angefertigt. Besonders gut eignen sich Frakturen des Schlüsselbeins, des körpernahen Oberarmes und des körperfernen Unterarmes, die statistisch bei Kindern zudem häufig sind.

Dr. Kay Großer, Chefarzt für Kinderchirurgie und Kinderurologie | Helios Klinikum Erfurt.

Bei Erwachsenen wird geröntgt

Doch auch Ultraschall hat Limits: „Ultraschall kann nicht durch Fett, Luft und Knochen hindurchschallen“, erklärt Chefarzt Großer. Bei Erwachsenen macht eine Ultraschalluntersuchung zur Abklärung einer Fraktur weniger Sinn, da mit zunehmendem Alter kaum knorpelige Anteile vorhanden sind und dementsprechend keine eindeutige Aussage zum Frakturtyp gemacht werden kann. „Die Form der Fraktur ist eine wichtige Information für den weiteren Behandlungsverlauf. Deshalb greifen wir bei Erwachsenen sowieso und bei Kindern in komplexen Frakturfällen weiterhin auf Röntgen-Aufnahmen zurück“, so Dr. Kay Großer.

Kenntnisse in Bezug auf schonende Untersuchungsmethoden sind wichtig, um Patienten keinem unnötigen Risiko auszusetzen. An entsprechenden Forschungen und Veröffentlichungen ist das Helios Klinikum Erfurt seit mehr als zehn Jahren beteiligt. Eine wesentliche Erkenntnis daraus: Frakturen im Kindesalter können zunehmend strahlenfrei mit Ultraschall untersucht werden.