Wie sehr beeinflusst Social-Media die Forschung?
Ein Chat-Interview

Wie sehr beeinflusst Social-Media die Forschung?

Ein Interview in 280 Zeichen … so viele Zeichen können nämlich in einer Twitter-Nachricht abgesetzt werden. Ob und wie sehr sich Hashtags und das soziale Netzwerk auf die Forschung auswirken, haben wir uns genauer angesehen und nachgefragt.

Das soziale Medium wird auch von Professor Dr. Dr. Andreas Bollmann, Leitender Oberarzt der Abteilung für Rhythmologie im Herzzentrum Leipzig, bevorzugt genutzt – aber warum? Juliane Dylus hat mit ihm gechattet.

Fragen und Antworten in 240 Zeichen

Juliane Dylus: Herr Prof. Bollmann, haben Sie kurz Zeit für ein Interview zum Thema: Wie beeinflusst Social Media die Forschung?

Dr. Andreas Bollmann: Hallo Frau Dylus, Witzig, das passt ja … Sitze nämlich gerade an einem Vortrag für die Deutschen Rhythmus Tage in Berlin. Titel: „How to: Twitteranleitung für Rhythmologen“.

Juliane Dylus: :) Worum wird’s in Ihrem Vortrag gehen?

Dr. Andreas Bollmann: In erster Linie um klare Regeln beim Twittern in unserem Wissenschaftsbereich. Dazu gehören ganz grundlegende Fragen wie: wer spricht, wie benennt man eine Quelle richtig, wie bindet man ein Paper, ein Video, ein Bild sinnvoll ein, wie tweetet oder retweetet man richtig usw.

Juliane Dylus: Was meinen Sie? Können Social-Media-Kanäle tatsächlich die Forschung beeinflussen?

Dr. Andreas Bollmann: Vielleicht weniger Forschungsinhalte, als vielmehr die Wege der Bekanntmachung von Ergebnissen. Über Social Media kann man Fortschritte, Fälle, Ergebnisse usw. viel schneller kommunizieren, man erreicht eine breitere Community und mehr Aufmerksamkeit.

Dr. Andreas Bollmann: Außerdem erhält man natürlich von den Followern direkte Reaktionen und kann im Chat Diskussionen führen, unabhängig davon, ob man sich zur selben Zeit am selben Ort befindet. Es hat also vielmehr etwas mit Geschwindigkeit und Unmittelbarkeit zu tun.

Juliane Dylus: Sie nutzen aktiv Twitter und LinkedIn. Warum just diese Kanäle und wer sind Ihre Follower?

Dr. Andreas Bollmann: Man muss sich entscheiden :) und schauen, welche Ziele man hat und welcher Kanal dazu passt. Twitter = kurze, prägnante Kommunikation in Echtzeit. LinkedIn = effizientes, effektives Tool zum beruflichen Netzwerken und Katalysator für Kontakte.

Dr. Andreas Bollmann: Follower = Fachkollegen. Ärzte allgemein. Journale. Fachgesellschaften. Institutionen – national und international.

Dr. Andreas Bollmann: Im Übrigen bin ich seit Kurzem auch Twitter-Editor der rhythmologischen Fachzeitschrift „Europace“. Das bedeutet wöchentliche Updates zu Artikeln in dieser Zeitschrift. Damit folgen auch neue Formate, wie Tweetorials und Journal Clubs.

Prima, dann viel Erfolg damit! Danke für Ihre Zeit. Bis bald.

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