Ernährungstipps für den Schichtdienst
Wie die Ernährung unsere Gesundheit beeinflusst

Ernährungstipps für den Schichtdienst

Für Menschen, die im Schichtdienst arbeiten, ist es nicht einfach, sich ausgewogen und gesund zu ernähren. Ernährungsmediziner Prof. Dr. Hans Hauner gibt Antworten auf die zentralen Fragestellungen.

Gesunde Ernährung, trotz Schichtarbeit – geht das?

In Unternehmen, wie Krankenhäusern, mit Nachtschichten arbeitet man meist entgegen seiner „inneren Uhr“. Das „klassische Mahlzeitenmodell“ mit Frühstück, Mittagessen und Abendbrot ist für Ärzte und Pflegekräfte in der Regel nicht möglich. Diese festen Essenszeiten bzw. -mengen wären auch nicht sinnvoll, da auch unser Verdauungstrakt von unserer biologischen Uhr beeinflusst wird. Deshalb sind kleine Portionen besonders wichtig, um den Magen-Darm-Trakt nicht zu überfordern. Statt fetter Kost ist es besser, nachts alle drei bis vier Stunden nur einen kleinen Snack zu sich zu nehmen.

Besonders gut geeignet sind ballaststoff- und proteinreiche Nahrungsmittel wie Vollkornbrot, Eier sowie Quark. Auch die Insulin-Sensitivität ist abhängig vom Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme. Störungen dieses empfindlichen Systems können laut aktuellen Studien Übergewicht sowie Insulinresistenz fördern und dadurch das Risiko von Stoffwechselerkrankungen, wie Typ-2-Diabetes, erhöhen.

Im häufig hektischen Berufsalltag kann es leicht sein, dass man zu den falschen Lebensmitteln, das heißt energiereichen Produkten mit wenigen Nährstoffen, greift. Was kann jeder Einzelne daher selbst tun?

Vorbereitete Reispfannen mit viel Gemüse oder fettarme Suppen lassen sich während der Schicht schnell erwärmen. Falls Mikrowellen nicht vor Ort sind, kann eine bunt belegte Stulle in der Proviantbox mit wechselnden frischen Gemüse- und Obstscheiben, Pesto-Frischkäse-Aufstrichen oder magerem Aufschnitt eine Alternative sein. Auch fettarmer Naturjoghurt oder Magerquark, kombiniert mit etwas Obst und ein paar Nüssen, stellt eine wertvolle Zwischenmahlzeit dar. Salate sind ebenfalls gut geeignet, sofern das Dressing erst kurz vor dem gesunden Snacken hinzufügt wird.

Das Trinken von zuckerfreien bzw. -armen Heiß- und Kaltgetränken führt zu einer „prall gefüllten Bandscheibe“, die möglicherweise unter Belastung besser funktioniert.

Prof. Dr. Hans Hauner lehrt Ernährungsmedizin an der TU München und leitet das dort angesiedelte Else Kröner-Fresenius-Zentrum (EKFZ).

Trinken nicht vergessen!

Bei Stress vergessen wir teilweise auch zu trinken. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist jedoch auch im Klinikalltag sehr wichtig. Langjähriges, ständiges Heben der Patienten, Körperfehlhaltungen sowie langes Stehen im Hohlkreuz bei Operationen führen beispielsweise bei Klinikpersonal häufig zu Schmerzen. Auch Bandscheibenerkrankungen im Lendenwirbelbereich können die Folge von solch einseitigen Belastungen sein. Für eine stabile, aber elastische Wirbelsäule empfiehlt es sich vorbeugend, täglich rund eineinhalb bis zwei Liter zu trinken, da die Bandscheiben zwischen den Wirbelkörpern zu einem hohen Anteil aus Wasser bestehen. Durch eine entsprechende Zufuhr an zuckerfreien bzw. -armen Heiß- und Kaltgetränken resultiert eine „prall gefüllte Bandscheibe“, die möglicherweise unter Belastung besser funktioniert.

Wie Ernährung unsere Gesundheit beeinflusst

Studien zeigen, dass unsere Ernährung bei etlichen Erkrankungen eine Rolle spielt. Etwa ein Drittel der Ausgaben im deutschen Gesundheitssystem sind Fehl- und Überernährung zuzuschreiben. Der Einfluss von Ernährung, Lebensstil und Genetik auf die Entstehung von Diabetes Typ 2, Übergewicht (Adipositas), Verdauungsstörungen und Krebs steht im Fokus der Forschung des Else Kröner-Fresenius-Zentrums (EKFZ) für Ernährungsmedizin an der TU München. Zur Prävention und Behandlung ernährungsmitbedingter Erkrankungen führt das EKFZ verschiedenste Ernährungsstudien beim Menschen durch. Mit Hilfe dieser Studien sollen Erkenntnisse hinsichtlich der Wirkung von Lebensmitteln und Ernährungsformen gewonnen und für verschiedene Zielgruppen genutzt werden. Darüber hinaus bietet das EKFZ für Interessierte kostenlos auch Ernährungsempfehlungen sowie Hinweise zu Veranstaltungen an. Neben der vielseitigen Ernährungsaufklärung, bringt sich das EKFZ auch bei gesellschaftspolitischen Fragen ein.

Haben Sie eine Frage rund um das Thema Ernährung?

Prof. Dr. Hans Hauner lehrt Ernährungsmedizin an der TU München und leitet das dort angesiedelte Else Kröner-Fresenius-Zentrum (EKFZ). Das EKFZ wurde 2003 mit Mitteln der Else Kröner-Fresenius- Stiftung eingerichtet, ihm gehören renommierte Wissenschaftler der klinischen, pädiatrischen und molekularen Ernährungsmedizin an.

Unser Experte beantwortet regelmäßig Fragen rund um das Thema Ernährung auf Basis der neuesten Forschungsergebnisse. Sollten Sie auch eine Frage rund um die Ernährung haben, schreiben Sie uns gern. Wir greifen das Thema gern in einem unserer nächsten Beiträge auf.