Warum gehören Diabetiker zur Corona-Risikogruppe?
Corona und Diabetes

Warum gehören Diabetiker zur Corona-Risikogruppe?

Manche Menschen haben Vorerkrankungen, die einen schweren Verlauf einer SARS-CoV-2-Erkrankung (Covid-19) begünstigen. Dazu zählen auch Diabetikerinnen und Diabetiker. Unser Experte, Chefarzt Dr. Wolfgang Heinz, erklärt warum.

10 Punkte für Ihre Sicherheit

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Sicher im Krankenhaus – trotz Corona-Pandemie. Helios hat ein 10 Punkte Sicherheitskonzept entworfen, dessen Maßnahmen Erkrankte, Besucher und Mitarbeiter vor Corona schützen. Mit dem Sicherheitskonzept gestalten wir Ihren Aufenthalt im Krankenhaus so sicher wie möglich: Beginnend mit einem individuellen Risikocheck über die strikte Trennung von Infizierten und Nicht-Infizierten bis hin zu kurzen Krankenhausaufenthalten und Videosprechstunden.

Diabetes kommt selten allein

Menschen mit einer Diabetes-Erkrankung haben häufig nicht "nur" eine Störung der Blutzuckerregulation, sondern auch Folgeerkrankungen. Genau diese sind auch der Grund, warum das Risiko für einen schweren Verlauf von Covid-19 bei Diabetikern erhöht ist. Je mehr Organsysteme bereits vorgeschädigt sind, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit für einen schweren Verlauf der Infektionserkrankung und somit auch das Risiko an den Folgen des Corona-Virus zu versterben. Dr. Wolfgang Heinz, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin in der Helios Klinik Rottweil, erklärt:

Je nachdem wie lange die Betroffenen schon an Diabetes erkrankt sind oder wie Norm nah der Blutzucker eingestellt ist, kann es im Laufe einer Diabetes-Erkrankung zur Schädigungen der Gefäße und Nerven kommen. Daraus resultieren häufig Organschäden, welche zu Folgeerkrankungen führen können.

Dr. Wolfgang Heinz, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin | Helios Klinik Rottweil

Häufige Folgeerkrankungen bei Diabetes

  • koronare Herzerkrankungen
  • Schlaganfälle
  • Nierenschädigungen
  • Harnwegsinfekte
  • chronische Wundinfekte

Dr. Heinz ergänzt: "Zusätzlich kann die Immunabwehr bei einer schlechten Stoffwechsellage geschwächt sein."

Nicht alle Diabetiker sind gleich gefährdet

Ein geringeres Risiko für einen schweren Verlauf von SARS-CoV-2 haben Diabetikerinnen und Diabetiker, deren Blutzuckerwerte gut eingestellt sind und die keine oder nur sehr leichte Folgeerkrankungen haben. Dennoch zählen sie zur Risikogruppe und sollten sich so gut wie möglich vor einer Infektion mit dem Corona-Virus schützen.

Welcher Diabetes-Typ ist besonders gefährdet?

Eine Gefährdung lässt sich weniger an verschiedenen Diabetes-Typen ausmachen, als vielmehr an den bereits bestehenden Organschäden oder einer Immunschwäche bei einem schlecht eingestellten Diabetes.

Typ-2 Diabetiker sind allerdings häufig stark übergewichtig. "Auch Übergewicht gilt als Risikofaktor, unabhängig von einer Diabetes-Erkrankung. Diese Patienten sind doppelt vorbelastet", meint Chefarzt Dr. Heinz.

Das sollten Diabetes-Patienten jetzt wissen

Ein Mensch spritzt sich Insulin, im Vordergrund Tabeletten
Insulin-Check | Foto: Adobe

Chefarzt Dr. Heinz erklärt: "Um das Risiko einer schwerwiegenden SARS-CoV-2-Erkrankung gering zu halten, sollten Bertoffene unbedingt eine gute Blutzuckereinstellung anstreben". Dafür ist der enge Austausch mit der betreuenden Ärztin oder dem betreuenden Arzt sehr wichtig.

Des Weiteren empfiehlt Dr. Heinz alle aktuellen Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen einzuhalten.

Grundsätzlich gelten für Diabetikerinnen und Diabetiker die allgemeinen Sicherheitsempfehlungen, wie für jeden anderen Menschen in Zeiten von Corona auch. Das bedeutet, unnötige Wege vermeiden, einen Mund-Nasen-Schutz in der Öffentlichkeit tragen und Distanz zu Menschen mit Erkältungssymptomen wahren.

Dr. Wolfgang Heinz, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin | Helios Klinik Rottweil,
Frau am Computer im einen Videogespräch
Während Corona erlauben manche Arbeitgeber aus dem Homeoffice zu arbeiten | Foto: Adobe

Wenn möglich, sollten Betroffene aus dem Homeoffice arbeiten. Ein gesetzlicher Anspruch auf Homeoffice besteht derzeit allerdings nicht. Zudem gibt es keine ärztliche Bescheinigung darüber, dass Diabetiker wegen Corona nicht arbeiten dürfen. Hier hilft es, das Gespräch mit dem Arbeitgeber zu suchen.

Alle Menschen, die Kontakt zu einer nachweislich mit dem Corona-Virus infizierten Person hatten, sollten sich in häusliche Quarantäne begeben und 14 Tage zuhause bleiben - unabhängig von eventuellen Vorerkrankungen. Tritt die Symptomatik einer Atemwegsinfektion auf, müssen die Betroffenen umgehend die Hausärztin oder den Hausarzt telefonisch kontaktieren.

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Gut zu wissen:

Zudem sollten Diabetikerinnen und Diabetiker darauf achten, dass ihr Impfschutz komplett ist. Zu den empfohlenen Impfungen (für alle) zählt z.B. auch die Pneumokokken-Impfung ab dem 60. Lebensjahr. Diesbezüglich ist eine Absprache mit dem Hausarzt sinnvoll.

Diabetes und Covid-19 | Chefarzt Dr. Heinz im Video-Gespräch

Fragen und Antworten zu Diabetes und Covid-19