Was macht die Krankenhaushygiene?
Einblick in ein wichtiges Fachgebiet

Was macht die Krankenhaushygiene?

Kaum ein Fachgebiet wird im Krankenhaus so unterschätzt wie die Krankenhaushygiene. Diese Experten beschäftigen sich mit allem, was die Gesundheit von Patienten und Personal bedrohen könnte – vom resistenten Keim bis zum hochansteckenden Virus.

Susanne Bosch, Hygienefachkraft in der Helios Klinik Rottweil, ist regelmäßig mit dem Bunsenbrenner unterwegs. Sie nimmt Wasserproben in Patientenzimmern, Funktionsräumen und dem OP. Damit das Ergebnis der mikrobiellen Untersuchung im Labor nicht durch Bakterien vom Wasserhahn verfälscht wird, wird dieser vorher mit Hitze desinfiziert.

Herausforderung Corona

Mitte Februar wurden die Hygieneexperten bei Helios mit einem vollkommen neuem Thema  konfrontiert, dem Corona-Virus. Unsicherheit und Ängste unter den Klinikmitarbeitern waren groß, Krisenstäbe trafen in enger Abstimmung mit der Hygiene alle notwendigen Entscheidungen.

Wichtiges Ziel aller Maßnahmen war: Weder andere Patienten noch Personal in der Klinik sollten sich anstecken. Es wurden separate Eingänge für Corona-Patienten geschaffen, Wegeführungen geändert, Isolierstationen eingerichtet, Testungen veranlasst.

Zur Vermeidung von nosokomialen Infektionen ist ein gut implementiertes Hygienemanagement von Bedeutung, für das wir zuständig sind. Jeder einzelne Mitarbeiter selbst trägt die Verantwortung, die Hygienemaßnahmen im Krankenhaus verlässlich umzusetzen.

Susanne Bosch, Hygienefachkraft | Helios Klinik Rottweil

Viel Arbeit durch Infektionserfassung

Piktogramme auf Lila Farbfläche
Kreislauf der Infektionserfassung | Grafik: Helios

KISS steht in der Krankenhaushygiene für Krankenhaus-Infektions-Surveillance-System. Hier werden alle sogenannten nosokomialen Infektionen erfasst – das sind solche, mit denen sich Patienten tatsächlich im Krankenhaus angesteckt haben.

Im HAND-KISS wird der Händedesinfektionsmittelverbrauch jeder Klinik erfasst. Infektionsrelevante Erreger werden im iNOK dokumentiert, sowohl nosokomiale als auch mitgebrachte multi- und panresistente Erreger. All diese Daten liefern Informationen für Infektionsstatistiken und helfen bei der Ananlyse möglicher Infektionswege.

Schulungen und Hospitationen

Illustration von Personen und Schulung
Hygienefachkräfte schulen regelmäßig Kolleginnen und Kollegen | Grafik: Helios

Ein wesentlicher Teil der Arbeit sind regelmäßige Schulungen. In der Helios Klinik Rottweil beispielsweise fanden letztes Jahr rund 40 Hospitationen der Hygienefachkräfte in den einzelnen Bereichen statt. Hinzu kommen die jährliche Händehygieneschulung, Hygieneschulungen für den Reinigungsdienst, Unterricht in der Pflegeschule, Einzelschulungen neuer Mitarbeiter. Und jede Abteilung erhält zusätzlich jedes Jahr eine Schulung zu einem ganz bestimmten Thema.

Was die wenigsten wissen: Auch Patienten werden in Sachen Hygiene geschult! Dann nämlich, wenn sie mit einem gefährlichen Keim oder einem ansteckenden Virus ins Krankenhaus kommen. Sie werden informiert, welche Hygienemaßnahmen sie einhalten müssen.