Was macht die aktuelle Situation mit unseren Kindern?
Corona lässt keinen Alltag zu

Was macht die aktuelle Situation mit unseren Kindern?

Dr. Ekkehart D. Englert, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Helios Klinikum Erfurt, beleuchtet die Auswirkungen der Kontaktsperre,

10 Punkte für Ihre Sicherheit

10 Punkte für Ihre Sicherheit

Sicher im Krankenhaus – trotz Corona-Pandemie. Helios hat ein 10 Punkte Sicherheitskonzept entworfen, dessen Maßnahmen Erkrankte, Besucher und Mitarbeiter vor Corona schützen. Mit dem Sicherheitskonzept gestalten wir Ihren Aufenthalt im Krankenhaus so sicher wie möglich: Beginnend mit einem individuellen Risikocheck über die strikte Trennung von Infizierten und Nicht-Infizierten bis hin zu kurzen Krankenhausaufenthalten und Videosprechstunden.

„Isolation“, ein Begriff, mit dem nur wenige Kinder und Jugendliche in ihrem bisherigen Leben konfrontiert wurden. In Zeiten der Corona-Pandemie müssen sich vor allem auch unsere Kleinsten an die neuen Regeln gewöhnen. Kontakte außerhalb des engen Familienkreises und sogar der Besuch der eigenen Großeltern sind erstmal tabu.

Soziale Kontakte aufrecht erhalten

„Die Gesamteffekte der aktuellen Kontaktsperren auf die seelische Gesundheit lassen sich derzeit nicht einschätzen, da es sich um eine historisch neue Situation handelt“, erklärt Dr. Ekkehart D. Englert, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik im Helios Klinikum Erfurt. An dieser Stelle kann sich, laut Dr. Englert, die digitale Vernetzung der Bevölkerung durchaus hilfreich auswirken: Auch wenn die Schule wegfällt und sich Kinder nicht mehr treffen dürfen, sind sie dennoch nicht sozial isoliert. Sie können ihre sozialen Kontakte über die Medien fortsetzen. „Dies sollten Eltern in dieser Ausnahmesituation auch gern zulassen“, betont der Chefarzt der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Erfurter Klinikums. Aus wissenschaftlichen Untersuchungen ist bekannt, dass die psychischen Auswirkungen von Quarantäne umso negativer sind, je weniger die Betroffenen über die konkreten Gründe der Isolation und deren Dauer wissen.

„Mein Tipp an die Eltern ist: Sprechen Sie mit Ihren Kindern in altersangemessener Weise über die Corona-Pandemie! Auch auf YouTube gibt es schöne und kindgerechte Aufklärungsvideos.“

Dr. Ekkehart D. Englert, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Helios Klinikum Erfurt

Alltagsstruktur ist wichtig

Das größte Problem für Kinder und Jugendliche stellt für den erfahrenen Mediziner der plötzliche Verlust der gewohnten Tagesstruktur dar. Diese ermöglicht nicht nur effektives Lernen und Arbeiten, sondern ist auch eine wichtige emotionale Stütze, die Sicherheit und Orientierung gibt. „Erarbeiten Sie gemeinsam mit Ihren Kindern eine Tagesstruktur und legen Sie feste Uhrzeiten für Aufstehen, Frühstück, Spaziergänge, Lernen, Mittagessen usw. fest. Körperlicher Betätigung an der frischen Luft, ausreichend Freizeit und auch gemeinsame Aktivitäten sollten immer in der Planung enthalten sein“.  Sofern die äußere Struktur fehlt, entsteht bei Kindern schnell Langeweile. Orientierungslosigkeit führt wiederum zu missmutiger Verstimmtheit, aggressivem Verhalten oder depressivem Rückzug.