„Dank regelmäßiger Bluttransfusion führe ich ein fast normales Leben“
pp-document

Alles über Blut

Lebenselexier Blut

mehr lesen arrow-long
Beta Thalassämie major

„Dank regelmäßiger Bluttransfusion führe ich ein fast normales Leben“

Marco Olinelli erhält alle zwei Wochen seine lebensnotwendigen Transfusionen in der Blutbank des Helios Klinikum Krefeld.

Marco Olinelli ist auf Bluttransfusionen angewiesen. Er leidet an der sogenannten Beta Thalassämie major, einer schweren Anämie. Ihm fehlen rote Blutkörperchen, die Sauerstoff von der Lunge in das Gewebe des Körpers transportieren. Seit seinem ersten Lebensjahr braucht er deshalb Transfusionen mit Erythrozyten und muss alle zwei Wochen im Helios Klinikum Krefeld vorbeischauen.

Schon vor seiner Geburt war klar, dass Marco eine schweren Blutarmut bekommen wird. Da beide Elternteile an der leichte Form, einer Beta Thalassämie minor, leiden, wurde schon im Mutterleib untersucht, ob auch Marco diesen Gendefekt hat. „Ich selbst habe die schwerere Form erwischt und erhalte daher seit meinem ersten Lebensjahr regelmäßig Bluttransfusionen“, so der gebürtige Krefelder. „Im Durschnitt bin ich alle vierzehn Tage hier. Inzwischen fühle ich mich in der Blutbank fast schon heimisch. Eine Mitarbeiterin kenne ich noch aus meiner Zeit in der Kinderklinik“, erzählt der 24-jährige Chemielaborant.  

Die Thalassämie verursacht eine zu niedrige Hämoglobinkonzentration im Blut. „Ein normaler HB-Wert liegt bei etwa 13-15 g/dl, meiner liegt bei knapp unter 10, wenn ich zur Transfusion komme. Nach der Bluttransfusion liegt er am unteren normalen Grenzwert. Zum Ende des Intervalls merke ich schon, wie es mir zunehmend schwerfällt, die Treppen zu meiner Wohnung in der zweiten Etage hochzukommen. Ich bin dann richtig schlapp.“

Der sinkende Hämoglobinwert führt zur einer raschen Ermüdung und zu Atemnot bei körperlicher Aktivität. Sämtliche Organe des Körpers werden durch den fehlenden Sauerstoff unterversorgt und in ihrer Funktion eingeschränkt. „Wird der Hämoglobinmangel nicht ausgeglichen, versterben Patienten wie Marco“, erklärt Dr. Udo Voelker, Leitender Arzt der Blutspende am Helios Klinikum Krefeld. „Die Transfusionen mit Erythrozyten geben ihm neue Kraft. Eine gravierende Nebenwirkung haben diese jedoch: Der Körper erhält zu viel Eisen, das Bestandteil des Sauerstoffträgers Hämoglobin ist. Eine Eisenüberladung des Körpers führt zu schweren Organschäden im Bereich von Herz, Leber und Bauchspeicheldrüse, so dass Marco, wie alle Transfusionbedürftigen, Medikamente nehmen muss, um das überschüssige Eisen wieder aus dem Körper zu schleusen.“  

Wenn Marco zum Lutherplatz kommt, braucht er für den gesamten Ablauf drei bis vier Stunden. Seit fünf Jahren kann er die Transfusionen ambulant erhalten, davor war er jeweils übers Wochenende stationär in der Kinderklinik. „Das ist natürlich ein Zeitfaktor, aber ich fühle mich nicht besonders belastet. Im Gegenteil bin ich dankbar, dass ich durch die Hilfe engagierter Blutspender ein fast normales Leben führe“, so Marco. Länger als zwei Wochen kann er aber nicht in Urlaub fahren, das wäre zu riskant. „Vielleicht ist es möglich, dass ich bald an einer neu zugelassenen Gentherapie teilnehme. Es wäre toll, wenn das klappt. Denn meine Freundin und ich haben einen großen Traum: eine Weltreise.“

Mehr zur Blutspende www.helios-gesundheit.de/krefeld/blutspende