Schwarzer Hautkrebs im Überblick

Der Schwarze Hautkrebs (malignes Melanom) ist eine Krebserkrankung mit seit Jahren deutlich zunehmender Häufigkeit. Schwarzer Hautkrebs ist in Deutschland bei Frauen die vierthäufigste und bei Männern die fünfthäufigste Krebserkrankung. Laut Vorhersage des Robert Koch-Instituts erkrankten 2020 rund 25.000 Menschen neu am malignen Melanom.

Grundsätzlich wird bei bösartigen Tumoren der Haut zwischen dem malignen Melanom (schwarzer Hautkrebs) und dem nicht-melanozytären Hautkrebs (heller Hautkrebs oder auch weißer Hautkrebs genannt) unterschieden.

 

Zahlen und Daten zur Hautkrebserkrankung in Deutschland
Grafik: Helios | Quelle: Krebs in Deutschland, 12. Ausgabe, korrigierte Fassung vom 12.08.2020, Zentrum für Krebsregisterdaten gemeinsam mit der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V.

Die menschliche Haut: Aufbau und Funktion

Zeichnung mit dem Aufbau der Haut
Zeichnung: Helios | Abbildung nach: Die blauen Ratgeber. 05: Hautkrebs. Stiftung Deutsche Krebshilfe und Deutsche Krebsgesellschaft (DKG)

Die Haut ist das größte Organ des Menschen mit einer Vielzahl von Funktionen: Sie reguliert den Wärmehaushalt des Körpers, nimmt als Sinnes- und Tastorgan unter anderem Wärme, Kälte, Schmerz oder Berührung wahr und ist Schutzbarriere vor Krankheitserregern.

Die menschliche Haut besteht aus der Oberhaut (Epidermis), der Lederhaut (Dermis) und der Unterhaut (Subcutis). Jede Hautschicht setzt sich aus verschiedenen Zelltypen zusammen. So besitzt die Oberhaut an der Grenze zur Lederhaut eine Schicht Basalzellen. Durch Zellteilung entstehen aus den Basalzellen die Stachelzellen. Weil diese mit der Zeit so weit abflachen, dass schließlich ihre Zellkerne verloren gehen, bilden sich Hornzellen. Die Hornzellen wiederum werden nach und nach abgestoßen. Da dieser Prozess fortlaufend ist, erneuert sich die oberste Hautschicht im Normalfall alle 28 Tage.

In der Lederhaut befinden sich die sogenannten Papillargefäße. Indem sich diese Gefäße weiten oder verengen, wird die Wärmeabgabe über die Haut geregelt.

Die Unterhaut enthält neben viel Fett auch weitere Hautanhangsgebilde wie z.B. die Haarwurzeln. In der Unterhaut verlaufen außerdem viele Blutgefäße und Nerven.

Hautkrebsformen Häufigkeit

Die häufigsten Hautkrebsarten sind das Basalzellkarzinom (Basaliom) und das Plattenepithelkarzinom (Spinaliom), die beide zum hellen Hautkrebs zählen. Danach folgt der schwarze Hautkrebs, auch malignes Melanom genannt.

Wie beim hellen Hautkrebs gibt es auch beim schwarzen Hautkrebs verschiedene Tumorsubtypen. Zu den häufigsten malignen Melanomen zählen [1] [3]:

  • das oberflächlich (superfiziell) spreitende Melanom (ca. 60 bis 70 Prozent aller maligner Melanome) 
  • das noduläre Melanom (ca. 20 Prozent aller maligner Melanome)
  • das Lentigo-maligna-Melanom (ca. 10 Prozent aller maligner Melanome)
  • das amelanotische Melanom (ca. 8 Prozent aller malignen Melanome) 
  • das Akrolentiginöses Melanom (ca. 5 Prozent aller maligner Melanome)

Das oberflächlich spreitende Melanom ist die häufigste Form des schwarzen Hautkrebses. Es hat zudem die beste Prognose von allen malignen Melanomen.

Wie entsteht Hautkrebs?

Wachstum und Teilung der Körperzellen sind normalerweise ein geregelter Prozess. Alte Zellen sterben ab (Apoptose) und werden durch neue ersetzt. Manchmal aber führen Genmutationen dazu, dass das Wachstum neuer Zellen nicht mehr vom Körper reguliert wird. Krebszellen, aus denen sich ein Melanom bildet, sind durch dieses ungebremste Wachstum gekennzeichnet.

Der wichtigste Risikofaktor für Genmutationen in den Hautzellen und damit die Entstehung von Hautkrebs ist die UV-Strahlung durch häufigen ungeschützten Aufenthalt in der Sonne. Insbesondere akute Schäden durch intensive kurzfristige Sonneneinstrahlung (Sonnenbrand oder Dermatitis solaris) spielen bei der Melanomentstehung eine wichtige Rolle. Menschen mit einem hellen Hauttyp haben zudem ein größeres Risiko, an einem bösartigen Tumor der Haut zu erkranken.

Hautkrebs Stadien: Vom Früh- bis zum Endstadium

Um Hautkrebs optimal behandeln zu können, ist die Stadieneinteilung zentral. Wie groß ist das Melanom? Wie schnell wächst es? Haben die Krebszellen bereits in die Lymphknoten oder benachbarte Organe gestreut? Um all diese Fragen klar zu beantworten, ist international eine Einstufung nach drei Gesichtspunkten üblich: die sogenannte TNM-Klassifikation.

T: Gibt die Größe und die Ausweitung des Ursprungstumors wieder; die Skala reicht von Tis („Tumor in situ“, bezeichnet eine Frühform des malignen Melanoms) bis T4 (der Tumor hat andere Organe befallen).

N: Gibt an, ob benachbarte Lymphknoten (lateinisch: „Nodi“) von Tumorzellen befallen sind. Man unterteilt N0 (keine Lymphknoten befallen) bis N1c (vier oder mehr Lymphknoten befallen).

M: Gibt an, ob der Primärtumor bereits gestreut hat und Metastasen vorhanden sind. Unterschieden werden M0 (keine Fernmetastasen vorhanden) und M1 (Fernmetastasen vorhanden).

Tabelle mit der Stadieneinteilung von malignen Melanomen
Übersicht der Stadieneinteilung von Melanomen | Tabelle: Helios; Abbildung nach: AMBOSS GmbH

Erst durch die Kombination aller drei Faktoren ergibt sich das Krebsstadium, dem ein malignes Melanom zugerechnet wird. Grob unterteilt man das Melanom in das Stadium 0, Stadium I, Stadium II, Stadium III und das fortgeschrittene Stadium IV (Fernmetastasierung).

Folgende Tabelle zeigt die detaillierte Stadieneinteilung entsprechend des AJCC (American Joint Committee on Cancer), die laut S3-Leitlinie der medizinischen Fachgesellschaften [4] auch in Deutschland zur Klassifikation von Hauttumoren genutzt wird.

Stadium 0:

In diesem sehr frühen Stadium liegt eine Krebsvorstufe beziehungsweise ein örtlich begrenzter, langsam wachsender Tumor vor, der die Gewebsgrenzen nicht durchbrochen hat (Tis, sprich: Carcinoma in situ). Es sind weder Lymphknoten befallen (N0) noch Metastasen (M0) vorhanden.

Stadium IA:

In diesem ebenfalls frühen Stadium ist das Melanom nicht größer als 1,0 Millimeter (T1a) und es sind weder Lymphknoten (N0) befallen noch Metastasen (M0) vorhanden.

Stadium IB:

Das Melanom hat eine maximale Größe von 1,0 Millimetern, es können sich jedoch Absiedlungen bilden (T1b). Zudem zählen auch Tumore mit einer Ausbreitung von bis zu 2,0 Millimetern zu diesem Stadium, sofern sich keine Metastasen gebildet haben (T2a). In beiden Fällen sind weder Lymphknoten (N0) befallen noch Metastasen (M0) vorhanden.

Stadium IIA:

Hierzu gehören zwei verschiedene Tumorgrößen: Einerseits Melanome mit einer Größe bis zu 2,0 Millimetern und einer Absiedlung (T2b). Andererseits Tumore mit einer Größe bis zu 4,0 Millimetern sofern keine Metastasierung vorliegt (T3a). Es sind weder Lymphknoten (N0) befallen noch Metastasen (M0) vorhanden.

Stadium IIB:

Umfasst die beiden Tumorgrößen T3b und T4a. Melanome in T3b sind maximal 4,0 Millimeter groß. Tumore in T4a sind größer als 4,0 Millimeter, haben jedoch keine Metastasen (M0) gebildet. Es sind keine Lymphknoten befallen (N0).

Stadium IIC:

Vom Stadium IIC spricht man bei Tumoren, die größer als 4,0 Millimeter sind. Es sind jedoch keine Metastasen in den Lymphknoten (N0) und in anderen Organen vorhanden (M0).

Stadium IIIA:

Hierzu zählen Tumore unabhängig von ihrer Dicke (alle T), solange sich keine Geschwüre gebildet haben. In den Lymphknoten sind maximal drei mikroskopisch kleine Metastasen vorhanden (N1), der Krebs hat jedoch nicht in benachbarte Organe gestreut (M0).

Stadium IIIB:

Das fortgeschrittene Stadium IIIB umfasst:

  • Jede Tumordicke (jedes T) mit Geschwürbildung, sofern maximal drei mikroskopische Metastasen in den Lymphknoten vorliegen (N1)
  • Jede Tumordicke (jedes T) ohne Geschwürbildung mit maximal drei mit bloßem Auge erkennbare Metastasen in den Lymphknoten (makroskopisch-nodal; N2)

Die Krebszellen haben nicht in benachbarte Organe gestreut (M0).

Stadium IV:

Hierzu zählen maligne Melanome unabhängig von der Tumordicke und dem Befall der Lymphknoten, sobald sie Metastasen in anderen Organen gebildet haben (M1).

 

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Die Inhalte dieser Seite wurden in Zusammenarbeit mit unserem Experten erstellt:

18.01.2021
Prof. Dr. med. Alexander Kreuter
Chefarzt Dermatologie, Venerologie und Allergologie sowie Leiter Hauttumorzentrum in der Helios St. Elisabeth Klinik Oberhausen Prof. Dr. med. Alexander Kreuter