Weißer Hautkrebs: Früherkennung, Symptome und Diagnose

Weißer Hautkrebs zählt zu den häufigsten Krebsarten weltweit. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass jährlich circa zwei bis drei Millionen Menschen daran erkranken – Tendenz deutlich und kontinuierlich steigend. Welche Hautveränderungen ein Hinweis auf diese Hautkrebs-Form sein können.

Warum ist Hautkrebsvorsorge so wichtig?

Bei einer frühen Diagnose ist weißer Hautkrebs in fast allen Fällen heilbar. Seine mit Abstand häufigste Form, das Basalzellkarzinom, wächst zudem sehr langsam und bildet in der Regel keine Metastasen. Jedoch kann weißer Hautkrebs in benachbarte Gewebe oder Knochen einwachsen und dadurch die Lebensqualität der Betroffenen beeinträchtigen. Wird er frühzeitig erkannt, ist die operative Entfernung meist gut möglich. Es wird daher empfohlen, auffällige Hautveränderungen immer zeitnah von einem Hautarzt untersuchen zu lassen.

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Welche Untersuchungen für die Hautkrebsvorsorge gibt es?

Eine optimale Hautkrebsvorsorge besteht aus drei Säulen:

  • der monatlichen Selbstuntersuchung der Haut
  • der zweijährlichen Teilnahme an der Hautkrebsvorsorge der gesetzlichen Krankenkassen
  • einer zeitnahen Vorstellung von allen unklaren, akuten beziehungsweise neu aufgetretenen Hautveränderungen bei einem Dermatologen (Hautarzt)

Für Menschen, die bereits einmal an weißem Hautkrebs oder einer Vorstufe erkrankt waren, werden die Zeitabstände für die Kontrollen kürzer gefasst.

Selbstuntersuchung der Haut in vier Schritten

Schritt 1: Untersuchen Sie sitzend Ihre Beine, dann Füße (Sohlen, Zehen, Zehennägel und Zehenzwischenräume) sowie Genitalien und After. Nehmen Sie einen Handspiegel zu Hilfe.

Schritt 2: Kontrollieren Sie im Spiegel sorgfältig Ihr Gesicht, Hals, Ohren und Kopfhaut. Der Handspiegel und ein Föhn helfen Ihnen, die Kopfhaut besser zu sehen.

Schritt 3: Untersuchen Sie mit Hilfe des Handspiegels den Nacken, die Rückseiten der Arme sowie den ganzen Rücken.

Schritt 4: Stellen Sie sich vor den Spiegel und heben Sie die Arme nach oben. Betrachten Sie Ihren ganzen Körper, drehen Sie sich dabei leicht nach links und rechts. Untersuchen Sie zum Schluss sorgfältig Ihre Hände und die Unterarme.

 

Das Hautkrebs-Screening

Ab dem Alter von 35 Jahren können Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen alle zwei Jahre am Hautkrebs-Screening teilnehmen. Die Hautkrebsvorsorge-Untersuchung wird von Dermatologen oder Hausärzten mit entsprechender Qualifikation angeboten. Sie dient der Früherkennung von Hautkrebs.

Der Arzt schaut die gesamte Haut, angrenzende Schleimhäute und Nägel an. Ziel ist es, Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen, zu beobachten oder zu behandeln. Entsprechend ist es notwendig, dass die Patienten für die Untersuchung auf Make-up, Nagellack und aufwendige Frisuren verzichten.

Die Vorsorge umfasst die Untersuchung der gesamten Haut. Da die Krankenkassen nur die Inspektion mit dem bloßen Auge übernehmen, Hautärzte es aber für medizinisch notwendig erachten, eine belichtete Lupe, das sogenannte Dermatoskop oder Auflichtmikroskop, einzusetzen, müssen Patienten den Einsatz der Lupe in der Regel selbst zahlen. Die Preise richten sich nach der Gebührenordnung für Ärzte und können – je nach Anzahl der Muttermale – zwischen 16 Euro und 35 Euro liegen.

Die Krankenkasse bezahlt 21,45 Euro für ein Hautkrebsscreening. Jüngere Menschen oder Versicherte, die die Untersuchung in kürzeren Zeitabständen wünschen, müssen diese Leistung selbst tragen (iGel).

Weiße Hautkrebsarten und seine Symptome

Basalzellkarzinome können unterschiedliche Formen annehmen. Im Anfangsstadium erscheint der Tumor als kleines, glänzendes Knötchen oder Rötung, die auch einer Narbe ähneln kann. Im Spätstadium kann der Krebs wuchernd wachsen, bluten und verkrusten. Die Diagnose kann meist mit einer speziellen Lupe, dem Dermatoskop, gestellt werden.

Stachelzellkrebs, auch Plattenepithelkarzinom genannt, beginnt oft mit einer Vorstufe, der Lichtschwiele (aktinische Keratose). Sie findet sich häufig an unbedeckten Körperarealen wie dem Gesicht, unbehaarter Kopfhaut oder dem Handrücken und fühlt sich an wie Schmirgelpapier.

Basaliom Symptome

Basaliome, auch Basalzellkarzinome genannt, entstehen aus bösartigen Zellen in der Basalschicht der Oberhaut. Sie sind meist auf unbedeckten Hautstellen wie der Nase zu finden und machen beispielsweise rund 90 Prozent aller Lidtumore aus.

 Basaliome können unterschiedliche Erscheinungsformen haben:

  • glasiger Knoten
  • und / oder narbenartige Struktur 
  • schuppende rötliche, hautfarbene oder bräunliche Flecken 
  • im fortgeschrittenen Stadium meist Krater- oder Geschwürbildung in der Mitte  

Das Basalzellkarzinom wächst meist sehr langsam und bildet in der Regel keine Metastasen. Mit rund 75 Prozent ist es die am häufigsten auftretende Form des weißen Hautkrebses.

Spinaliom Symptome

Plattenepithelkarzinome entstehen aus entarteten Zellen der Stachelzellschicht der Oberhaut. Wie Basaliome sind auch diese bösartigen Hauttumore oft auf unbedeckten beziehungsweise ungeschützten Hautarealen mit direkter Sonnenexposition wie Gesicht, Lippen oder Handrücken zu finden.

Typisch für das Spinaliom ist [2]:

  • anfangs meist unauffällige, rötliche oder gelblich-graue Plaques mit Verhornungen (Keratosen) 
  • im fortgeschrittenen Stadium leicht blutende und verletzliche Tumore, die nach Innen oder nach Außen wachsen

Plattenepithelkarzinome entwickeln sich aus den Lichtschwielen (aktinischen Keratose), einer nicht bösartigen Krebsvorstufe. Treten aktinische Keratosen auf, sollten diese unbedingt behandelt werden. Plattenepithelkarzinome selbst wachsen vergleichsweise schnell und können je nach Größe und Ausdehnung auch Metastasen bilden.  

Merkelzellkarzinom Symptome

Das Merkelzellkarzinom entsteht aus entarteten Merkelzellen in der Oberhaut. Trotz steigender Erkrankungszahlen ist es nach wie vor ein sehr seltener, jedoch sehr aggressiv verlaufender Tumor der Haut [3].

Typisch für das Merkelzellkarzinom ist [3]:

  • ein kugelig, glänzendes Aussehen
  • die rötlich bis bläulich-violette Farbe

Merkelzellkarzinome entwickeln sich auf UV-geschädigter Haut meist innerhalb weniger Wochen oder Monate. Menschen mit Immunschwäche und hohem Lebensalter sind besonders betroffen.

Wann zum Arzt?

Tritt eine Hautveränderung auf, die Ihnen seltsam vorkommt, nicht abheilt oder sogar blutet, sollten Sie diese zeitnah einem Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten, einem Dermatologen, oder einem entsprechend fortgebildeten Hausarzt vorstellen.

Wie wird heller Hautkrebs diagnostiziert? 

Der erste Schritt in der Diagnostik von hellem Hautkrebs ist die Untersuchung des betroffenen Hautareals durch einen Hautarzt oder dafür weitergebildeten Hausarzt. In der Regel verwenden die Ärzte dafür eine belichtete Lupe, das sogenannte Dermatoskop oder auch Auflichtmikroskop.

Auffällige Veränderungen werden im Rahmen einer Biopsie (kleine Gewebeprobe) abgeklärt oder komplett herausgeschnitten, eingefärbt und mikroskopisch auf entartete Zellen untersucht.

Welche Ärzte können hellen Hautkrebs diagnostizieren?

Die Untersuchung der Haut nehmen entweder die Hautärzte oder dafür fortgebildete Allgemeinmediziner vor. Durch die Blickdiagnostik erkennen erfahrene Ärzte oftmals bereits gut, welche Hautveränderungen möglicherweise entartet sind. Stellen Sie eine Diagnose, so wird dies im Arztbrief mit einem „c“ oder „k“ für „klinisch“ gekennzeichnet. Damit ist gemeint, dass die Diagnose Ergebnis einer körperlichen Untersuchung ist.

Die feingewebliche Diagnose ist im Arztbrief durch ein „p“ gekennzeichnet und wird von den Pathologen gestellt [4]. Ärzte dieser Fachrichtung sind es, die die entnommenen Gewebeproben einfärben und unter dem Mikroskop auf das Vorliegen bösartiger Zellen untersuchen. Diese Untersuchung soll den Verdacht auf Hautkrebs ausräumen oder bestätigen.

Im Falle einer Krebserkrankung bestimmen die Pathologen gleichzeitig die Art der Krebszellen (Histopathologie). Diese Information ist zentraler Punkt des Befundbriefes und bestimmt die Wahl der weiteren Behandlung.  

Die Inhalte dieser Seite wurden in Zusammenarbeit mit unserem Experten erstellt

08.01.2021
Prof. Dr. med. Alexander Kreuter
Chefarzt Dermatologie, Venerologie und Allergologie sowie Leiter Hauttumorzentrum in der Helios St. Elisabeth Klinik Oberhausen Prof. Dr. med. Alexander Kreuter
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