Weißer Hautkrebs im Überblick

Heller Hautkrebs macht mit fast 230.000 Neuerkrankungen fast ein Drittel der insgesamt 721.870 bösartigen Tumorerkrankungen in Deutschland aus und ist damit die häufigste Krebserkrankung hierzulande (Stand: 2016).

Zahlen und Daten zur Hautkrebserkrankung in Deutschland
Grafik: Helios | Quelle: [1]

Grundsätzlich wird bei bösartigen Tumoren der Haut zwischen dem schwarzen Hautkrebs (Melanom) und dem hellen Hautkrebs oder auch weißem Hautkrebs (nicht-melanozytären oder epithelialen Hautkrebs) unterschieden. 

An hellem Hautkrebs erkranken in Deutschland fast zehnmal mehr Menschen als am schwarzen Hautkrebs. Die Behandlung ist jedoch in der Mehrzahl der Fälle einfacher.

Die Haut: Aufbau und Funktion

Zeichnung zum Aufbau der Haut
Zeichnung: Helios | Abbildung nach: Die blauen Ratgeber. 05: Hautkrebs. Stiftung Deutsche Krebshilfe und Deutsche Krebsgesellschaft (DKG)

Die Haut ist das größte Organ des Menschen mit einer Vielzahl von Funktionen: Sie reguliert den Wärmehaushalt des Körpers, nimmt als Sinnes- und Tastorgan unter anderem Wärme, Kälte, Schmerz oder Berührung wahr und ist Schutzbarriere vor Krankheitserregern.

Die menschliche Haut besteht aus der Oberhaut (Epidermis), der Lederhaut (Dermis) und der Unterhaut (Subcutis). Jede Hautschicht setzt sich aus verschiedenen Zelltypen zusammen. So besitzt die Oberhaut an der Grenze zur Lederhaut eine Schicht Basalzellen. Durch Zellteilung entstehen aus den Basalzellen die Stachelzellen. Weil diese mit der Zeit so weit abflachen, dass schließlich ihre Zellkerne verloren gehen, bilden sich Hornzellen. Die Hornzellen wiederum werden nach und nach abgestoßen. Da dieser Prozess fortlaufend ist, erneuert sich die oberste Hautschicht im Normalfall alle 28 Tage.

In der Lederhaut befinden sich die sogenannten Papillargefäße. Indem sich diese Gefäße weiten oder verengen, wird die Wärmeabgabe über die Haut geregelt.

Die Unterhaut enthält neben viel Fett auch weitere Hautanhangsgebilde wie z.B. die Haarwurzeln. In der Unterhaut verlaufen außerdem viele Blutgefäße und Nerven.

Weißer Hautkrebs: Arten und Häufigkeit

Die häufigsten Formen bei Hautkrebs sind das Basalzellkarzinom (Basaliom) und das Plattenepithelkarzinom (Spinaliom oder auch Stachelzellkrebs), die beide zum weißen Hautkrebs zählen. Während sich beim Basaliom Krebszellen in der Basalschicht der Oberhaut bilden, entstehen beim Spinaliom die Krebszellen in der Stachelzellschicht.

Zum hellen Hautkrebs zählen folgende Tumore:

  • Basalzellkarzinome (entsprechen rund 75 Prozent des weißen Hautkrebses)
  • Plattenepithelkarzinome (entsprechen knapp 25 Prozent des weißen Hautkrebses)
  • sehr seltene neuroendokrine Tumore wie z.B. das Merkelzellkarzinom

Eine Besonderheit bei weißem Hautkrebs ist, dass mit der sogenannten aktinischen Keratose, umgangssprachlich als Lichtschwiele bekannt, eine Vorstufe des Plattenepithelkarzinoms existiert. Wird die aktinische Keratose rechtzeitig diagnostiziert und behandelt, kann die Entstehung des Plattenepithelkarzinoms verhindert werden.

Schwarzer Hautkrebs (Melanom) ist zwar seltener als heller, seine Behandlung ist jedoch komplexer und die Heilungschancen im fortgeschrittenen Stadium deutlich schlechter.

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Was ist heller Hautkrebs?

Als Hautkrebs werden bösartige Tumore bezeichnet, die auf der Haut oder den Schleimhäuten entstehen. Unter dem Begriff „weißer Hautkrebs“ werden meist Basalzellkarzinome und Plattenepithelkarzinome zusammengefasst. Sie treten häufiger auf als der schwarze Hautkrebs, der oftmals einem dunklen Muttermal oder einem Leberfleck gleicht oder sich aus einem Muttermal entwickeln kann. Weißer Hautkrebs hingegen kann ganz unterschiedliche Formen annehmen. Meist sind von ihm die sogenannten Sonnenterrassen betroffen: Hautstellen, die häufiger als andere Körperteile ungeschützt der Sonne und UV-Strahlung ausgesetzt sind. Dazu zählt der Kopf-Hals-Bereich inklusive Gesicht, aber auch die Schultern, Dekolleté oder Unterarme und Handrücken.  

Von weißem Hautkrebs betroffene Hautpartien schuppen oder verfärben sich, können aber auch uneben werden oder Juckreiz und Schmerzen verursachen. Auch Blutungen sind möglich. Charakteristisch für hellen Hautkrebs ist ein langsames Wachstum, das sich nicht selten über mehrere Jahre erstreckt. Er kann aber auch schnell innerhalb von wenigen Wochen auftreten.

Dr. med. Kerstin Lommel, Chefärztin der Klinik für Dermatologie und Allergologie im Helios Klinikum Berlin-Buch erklärt, was heller Hautkrebs ist.

Wie entsteht Hautkrebs?

Wachstum und Teilung der Körperzellen sind normalerweise ein geregelter Prozess. Alte Zellen sterben ab (Apoptose) und werden durch neue ersetzt. Manchmal aber führen Genmutationen dazu, dass das Wachstum neuer Zellen nicht mehr vom Körper reguliert wird. Krebszellen, aus denen sich ein bösartiger Tumor der Haut bildet, sind durch dieses ungebremste Wachstum gekennzeichnet.

Der wichtigste Risikofaktor für Genmutationen in den Zellen der Haut und damit die Entstehung von Krebs ist die UV-Strahlung bei häufigem ungeschütztem Aufenthalt in der Sonne. Zudem ist bei hellhäutigen Menschen das Risiko größer, dass ein bösartiger Tumor der Haut entsteht, als bei Menschen mit einem dunklen Hauttyp. Ein weiterer Risikofaktor ist das steigende Lebensalter. So entsteht heller Hautkrebs häufig bei Männern und Frauen zwischen 50 und 60 Jahren. Aber auch bei Kindern und Jugendlichen, die einer erhöhten UV-Bestrahlung ausgesetzt sind, steigt bereits früh das Risiko einer späteren Erkrankung. 

Eine andere Ursache kann ein geschwächtes Immunsystem wie beispielsweise nach Organtransplantationen oder durch immunsuppressiv wirkende Medikamente sein.

Grundsätzlich gilt: Erkennen Sie Hautveränderungen oder einen auffälligen Hautfleck, sollte dies zeitnah von einem Hautarzt oder entsprechend fortgebildeten Hausarzt untersucht werden. Je früher ein Tumor der Haut erkannt wird, desto besser kann es behandelt werden.

Die Inhalte dieser Seite wurden in Zusammenarbeit mit unserem Experten erstellt

08.01.2021
Prof. Dr. med. Alexander Kreuter
Chefarzt Dermatologie, Venerologie und Allergologie sowie Leiter Hauttumorzentrum in der Helios St. Elisabeth Klinik Oberhausen Prof. Dr. med. Alexander Kreuter