Schwindel© Foto: Canva
Pressemitteilung

Schwindel

Zerbst/Anhalt

Schwindel ist sowohl in der Hausarztpraxis als auch in der Hals-Nasen-Ohren-ärztlichen Facharztpraxis eines der häufigsten Leitsymptome. Etwa 10% der Bevölkerung gibt an unter Schwindel zu leiden. Die Klärung der Ursache ist häufig schwierig, da viele Krankheiten, entweder allein oder in Kombinationen, zu Schwindel führen können. Über „Schwindel – Ursachen und Therapien“ spricht Dr. med. Fred-Reinhard Puhlmann, Chefarzt der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde in der Helios Klinik Zerbst/Anhalt, im Interview. In einer Telefon-Hotline der Klinik beantwortet er zudem am 17. November in der Zeit von 15 bis 17 Uhr unter Tel.: (03923) 739-161 Fragen von Betroffenen und Interessierten.

Herr Chefarzt, was verstehen wir unter Schwindel?

Dr. med. Fred-Reinhard Puhlmann, Chefarzt Hals-Nasen-Ohrenheilkunde

Drei Sinnesorgane ermöglichen im Zusammenspiel die räumliche Orientierung und steuern das Gleichgewichtsempfinden: Das Gleichgewichtsorgan im Innenohr (Vestibularapparat), das Auge und die Tiefenrezeptoren in Muskeln, Sehnen und Gelenken. Liegt in diesem Gleichgewichtssystem eine Störung vor, weil etwa das Gehirn widersprüchliche Informationen erhält oder die eingehenden Signale nicht richtig verarbeiten kann, kommt es zu Schwindelbeschwerden. Diese können sowohl in wiederkehrenden Anfällen als auch chronisch anhaltend auftreten. Betroffene klagen über Steh- und Gangunsicherheiten, Schwarzwerden vor den Augen oder Fallneigung. Schwindelsymptome sind für den Patienten regelmäßig stark beeinträchtigend und mit Angst besetzt.

Etwa 10% der Bevölkerung klagt über Schwindel. Warum ist Schwindel eine so weit verbreitete Beschwerde?

Es ist in der Tat so, dass Schwindel sowohl in der Hausarztpraxis als auch in der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde zu den häufigsten Leitsymptomen gehört! Das liegt daran, dass viele Krankheiten, entweder allein oder in Kombinationen, zu Schwindel führen können. Schwindel ist auch keine Frage des Alters! Schon bei Kindern können Störungen im Gleichgewichtsorgan vorkommen.  Bei Erwachsenen können aber auch ein schwankender Blutdruck, ein Schlaganfall, eine beginnende Parkinsonerkrankung oder seelische Probleme dahinterstecken. Hier gilt es allgemeine Störungen, wie Kreislaufprobleme, von spezifischen Erkrankungen der Gleichgewichtsorgane und des Nervensystems zu unterscheiden. Aufgrund dessen ist die präzise Diagnose unabdingbar für eine gezielte Behandlung!

Wie gehen Sie vor, um die genaue Ursache für den Schwindel zu finden?

Die strukturierte und gründliche Anamnese gibt bereits entscheidende Hinweise auf die zugrundeliegende Schwindelursache und ist richtungsweisend für das weitere diagnostische Vorgehen. Wir fragen unsere Patient:innen beispielsweise nach Art, Häufigkeit und Form des Schwindels, ebenso nach aktuell bestehenden oder früher durchgemachten Erkrankungen. Auf diese Weise lassen sich mögliche Ursachen eingrenzen!

Sind keine weitergehenden neurologischen Symptome erkennbar, steht die zeitnahe Hals-Nasen-Ohren-ärztliche Diagnostik im Vordergrund. Hier wird die Funktion des Gleichgewichtssinns mit verschiedenen Methoden überprüft. So kann geklärt werden, ob der Schwindel durch Störungen des Gleichgewichtsorgans im Innenohr bedingt ist.

Wie sieht die Therapie bei einer Schädigung des Gleichgewichtsorganes aus?

Im Rahmen der Behandlung von Innenohr bedingtem Schwindel sind Prozesse der Regeneration, der Habituation, der Adaptation und Substitution von Bedeutung. Das Gehirn kann z.B. lernen bestimmte Ausfälle im Gleichgewichtsorgan zu kompensieren! Bestimmte Trainingsprogramme nutzen diese Prozesse gezielt und sind neben einer Medikamentengabe sinnvoll. Aber auch hier hängt die Therapie von der individuellen Diagnose ab!

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Telefon-Hotline zu „Schwindel – Ursachen und Therapien“

mit Dr. med. Fred-Reinhard Puhlmann, Chefarzt der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde in der Helios Klinik Zerbst/Anhalt

17. November 2021, 15 – 17 Uhr

Tel: (03923) 739 161