Bruchleiden – wenn die Bauchwand nachgibt

Bruchleiden – wenn die Bauchwand nachgibt

Zerbst/Anhalt

Brüche in der Bauchwand, sogenannte Hernien, können in jedem Alter auftreten: Bei Kindern ist es meist der Leistenbruch, bei älteren Menschen treten auch Bauchnabel- oder Bauchwandbrüche auf. Unbehandelt drohen dabei gefährliche Komplikationen, da Organe wie der Darm ungeschützt nach außen treten und gequetscht werden können. Wie Hernien entstehen und welche Therapien es gibt, darüber spricht Dr. med. Rudolf Goller, Leitender Oberarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie in der Helios Klinik Zerbst/Anhalt. Der erfahrene Mediziner wird bereits seit 2016 von FOCUS Gesundheit als TOP-Mediziner in der Hernienchirurgie geführt. Die Helios Klinik Zerbst/Anhalt besitzt zudem das Qualitätssiegel der Deutschen Herniengesellschaft (DHG) für „Qualitätsgesicherte Hernienchirurgie“.

Dr. Goller, wie kommt es zu Brüchen in der Bauchwand?
Unsere Organe im Bauchraum sind normalerweise von Muskeln, Gewebe und der Haut geschützt. ‚Bricht‘ diese Schutzschicht, entsteht eine Hernie. Die Brüche können in verschiedenen Bereichen des Bauches auftreten, etwa als Leistenbrüche, Bauchwandbrüche, Schenkelbrüche oder auch Narbenbrüche. Ein Bruch neben einem künstlichen Darmausgang nennt der Mediziner parastomale Hernie. Als innere Hernie bezeichnen wir den Zwerchfellbruch, denn dieser drückt sich aus dem Bauchraum durch eine Lücke im Zwerchfell direkt in den Brustraum. Von außen ist er nicht zu sehen.

Was sind Risikofaktoren, die die Entstehung von Hernien begünstigen?
Hernienerkrankungen können angeboren sein oder sich erst im Laufe des Lebens entwickeln. Eine angeborene Bindegewebsschwäche ist meistens mitverantwortlich. Die Kraft des Bindegewebes lässt auch mit dem Alter nach. Chronische Lungenkrankheiten, chronische Verstopfung, ausgeprägtes Übergewicht oder eine Mangelernährung können ferner die Bildung von Hernien begünstigen. Auch Raucher sind häufiger betroffen.

Welche Gefahr besteht durch einen Bruch in der Bauchwand?

Ein Bruch in der Bauchwand kann dazu führen, dass die sonst geschützten Bestandteile von Organen, meist Teile des Darms, aus der Bauchhöhle nach außen treten und gequetscht, verdreht oder geklemmt werden. Je nach Art und Lage der Hernie besteht hier das Risiko, dass Gewebe abstirbt. Wenn die Blutversorgung abgeschnitten wird, kommt es zu heftigen Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Betroffene sollten umgehend die 112 wählen! Es handelt sich um einen lebensbedrohlichen Notfall!


Ein Bruch in der Bauchwand kann dazu führen, dass die sonst geschützten Bestandteile von Organen aus der Bauchhöhle nach außen treten und gequetscht, verdreht oder geklemmt werden. Wenn dann heftige Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen auftreten, sollten Betroffene umgehend die 112 wählen!

Dr. med. Rudolf Goller, Leitender Oberarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralmedizin

Hernien sollten auf jeden Fall rechtzeitig behandelt werden. Wie wird eine Hernie festgestellt?
Kleine Brüche bemerken Patienten vor allem, wenn Sie Ihre Bauchmuskulatur stark anspannen. Dabei tritt die Hernie am deutlichsten hervor. Ein Druckgefühl oder ziehend-stechende Schmerzen entstehen. Viele Patienten mit einem Leistenbruch haben trotz Vorwölbung auch keinerlei Beschwerden. Auf der anderen Seite gibt es vor allem Sportler, die über Leistenschmerzen klagen ohne das ein Bruch eindeutig feststellbar ist. Bei größeren Brüchen ist die Vorwölbung auf dem Bauch auch in Ruhe bereits deutlich zu erkennen und häufig mit einem ausgeprägten Fremdkörpergefühl verbunden. Der Arzt kann zur genauen Diagnostik auch eine Ultraschalluntersuchung oder Computertomographie durchführen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten stehen in der Versorgung von Hernien zur Verfügung?
Die Bruchstellen werden in der Regel operativ mit Hilfe eines Netzes oder einer Naht geschlossen. Hierbei kommen verschiedene Methoden zum Einsatz. Die offene Operation findet über einen Schnitt in der Bauchwand statt. Bei minimal-invasiven Verfahren, der sogenannten Schlüssellochtechnik, setzen wir mehrere kleine Hautschnitte, über die wir die verschiedenen OP-Instrumente in den Bauchraum einführen. Welches die optimale Behandlungsmethode ist, entscheiden wir gemeinsam mit dem Patienten. Grundsätzlich versuchen wir, unsere Patienten so schonend wie möglich zu behandeln und so schnell wie möglich in ihr gewohntes Umfeld zu entlassen. Die gezielte postoperative Schmerztherapie ist dabei ebenso wichtig, wie die Auswahl der geeigneten Operationsmethode. Unsere Patienten können sich auf unsere hohe qualitative Betreuung und Nachversorgung verlassen. Wir sind mit dem Qualitätssiegel der Deutschen Herniengesellschaft (DHG) für „Qualitätsgesicherte Hernienchirurgie“ ausgezeichnet.

Telefonsprechstunde

Als Ersatz für die Patientenakademie bietet die Helios Klinik Zerbst/Anhalt am 23. Juni eine Telefonsprechstunde zum Thema an. Der renommierte Mediziner Dr. med. Goller beantwortet in der Zeit von 15 bis 17 Uhr unter Tel. (03923) 739-174 Fragen rund um die Behandlung von Brüchen in der Bauchwand. 

Klinik-Kontakt

Dr. med. Rudolf Goller

Leitender Oberarzt Allgemein- und Viszeralchirurgie
Dr. med. Rudolf Goller

Telefon

(03923) 739-174