Wie schütze ich mich vor Sonnenstich und Hitzschlag?
Tipps von Priv.-Doz. Dr. med. Juraj Kukolja, Chefarzt der Klinik für Neurologie und klinische Neurophysiologie

Wie schütze ich mich vor Sonnenstich und Hitzschlag?

Wuppertal

Die anhaltend hohen Temperaturen gehören für viele zur Wohlfühl-Sommer-Atmosphäre dazu. Sie bringen aber auch Risiken mit sich, vor denen man sich allerdings gut schützen kann. Was schützt vor Sonnenstich und Hitzschlag, wenn man auf den Aufenthalt im Freien nicht verzichten möchte?

Sicher ist: Ein Sonnenstich kann einen ganzen Tag oder sogar eine ganze Urlaubswoche verderben. Denn je heftiger die Hitzeeinwirkung, desto länger hat der Körper mit den Folgen zu kämpfen. Bemerkbar macht sich ein Sonnenstich fast immer dort, wo auch die Ursachen liegen: mit Schmerzen im Kopf- und Nackenbereich sowie einer hochroten Gesichtsfarbe. Oft folgen Schwindel, Übelkeit, Hörstörungen und Desorientierung. Im schlimmsten Fall kann der Stich sogar zu Krampfanfällen oder einem Koma führen. Denn ausgelöst wird der Sonnenstich durch die Wärmeeinwirkung auf das Gehirn, nicht durch UV-Strahlung wie man noch vor ein paar Jahren annahm.


Hirnschwellung in extremen Fällen

„Die Hirnhaut reagiert aufgrund der hohen Temperaturen irritiert und meldet dem Körper eine Entzündung“, sagt Priv.-Doz. Dr. med. Juraj Kukolja, Chefarzt der Neurologie am Helios Universitätsklinikum Wuppertal. Als Folge werde unser Gehirn stärker durchblutet. In extremen Fällen kann es zu einer Hirnschwellung kommen. Die geschilderten Symptome treten meist zeitverzögert auf, wenn sich der Patient schon längst wieder im Schatten befindet. Deshalb wird geraten: Kühlen, kühlen und nochmals kühlen. „Außerdem helfen ausreichend Flüssigkeit, feuchte Umschläge oder eine lauwarme Dusche“, so Dr. Kukolja. Ratsam sei es zudem, die Kleidung auszuziehen und sich mit erhöhtem Oberkörper hinzulegen. Noch einfacher ist es aber, sich schon im Vorfeld vor der Sonne zu schützen. Hier hilft – ganz einfach – eine geeignete Kopfbedeckung.

Oft verwechselt wird der Sonnenstich mit einem weiteren Phänomen: dem Hitzschlag. Hier wirkt zwar auch Wärme auf den Körper, allerdings oft in Kombination mit Aktivität und nicht nur auf den Kopf sondern auf den gesamten Kreislauf. Wenn sich Betroffene etwa bei großer Hitze durch Sport überanstrengen oder in zu heißen, geschlossenen Räumen arbeiten, kann sich die Körpertemperatur schnell auf 40 Grad und mehr erwärmen. Das bedeutet unter Umständen Lebensgefahr, weil der Körper die innere Thermik dann nicht mehr selbst regeln kann. Zum Beispiel versagt durch den akuten Flüssigkeitsmangel die eigentlich kühlende Schweißproduktion und die Wärme staut sich.


Hitzschlag: Fieberähnliche Symptome

Bemerkbar macht sich ein Hitzschlag durch fieberähnliche Symptome bis hin zu Halluzinationen, Krämpfen oder Bewusstseinstrübung. „Auch hier droht am Ende der Folgekette eine Hirnschwellung – das sogenannte Hirnödem – sowie Kreislaufversagen, Koma oder in schweren Fällen sogar der Hitzetod“, sagt Dr. Kukolja. In manchen Fällen bleiben diese Anzeichen allerdings aus und der Patient wirkt nur völlig ermattet und erschöpft. Wichtig ist es deshalb, bei einem Verdacht immer die Körpertemperatur im Blick zu behalten. Auch ein hoher Puls und warme, trockene Haut können zusätzliche Hinweise sein. Die Erste-Hilfe-Maßnahmen gleichen denen für den Sonnenstich, jedoch sollte bei einem berechtigten Verdacht auf einen Hitzschlag immer ein Notarzt verständigt werden.


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Helios ist Europas führender privater Krankenhausbetreiber mit rund 100.000 Mitarbeitern. Zum Unternehmen gehören unter dem Dach der Holding Helios Health die Helios Kliniken in Deutschland und in Spanien (Quirónsalud). Rund 17 Millionen Patienten entscheiden sich jährlich für eine medizinische Behandlung bei Helios. 2017 erzielte das Unternehmen in beiden Ländern einen Gesamtumsatz von 8,7 Milliarden Euro.

In Deutschland verfügt Helios über 87 Kliniken, 89 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), und zehn Präventionszentren. Jährlich werden in Deutschland rund 5,2 Millionen Patienten behandelt, davon vier Millionen ambulant. Helios beschäftigt in Deutschland mehr als 66.000  Mitarbeiter und erwirtschaftete 2017 einen Umsatz von rund  6,1 Milliarden Euro. Helios ist Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.

Quirónsalud betreibt in Spanien 45 Kliniken, 55 ambulante Gesundheitszentren sowie rund 300 Einrichtungen für Betriebliches Gesundheitsmanagement. Jährlich werden hier rund 11,6 Millionen Patienten behandelt, davon 11,2 Millionen ambulant. Quirónsalud beschäftigt mehr als 32.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2017 einen Umsatz von rund 2,6 Milliarden Euro.

Helios Deutschland und Spanien gehören zum Gesundheitskonzern Fresenius.
 

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