Die Geschichte der Klinik für Urologie

Die Klinik für Urologie und Kinderurologie am Helios Universitätsklinikum Wuppertal ist mit mehr als 3.600 stationären Behandlungsfällen pro Jahr eine der größten urologischen Kliniken im gesamten Bundesgebiet. Sie versorgt neben der Stadt Wuppertal noch große Teile des Bergischen Landes, die Stadt Remscheid und ist nationale und internationale Referenzklinik bei komplexen urologischen Erkrankungen.

Als selbstständige Klinik wurde die Urologie in Wuppertal von Prof. Dr. Boshammer 1962 gegründet, nachdem er zuvor die gesamte chirurgische Klinik in Barmen seit 1947 geleitet hatte. Sein Nachfolger wurde 1966 Prof. Dr. Albrecht, der den überregionalen Ruf der Urologie in Wuppertal ausbaute.

Nach 21 Jahren übergab er die Klinik 1987 an Prof. Dr. Thüroff, der aus der weltberühmten Mainzer Schule stammte und zum Zeitpunkt seiner Berufung nach Wuppertal in San Francisco eine Klinik leitete. Im Jahre 1997 wurde Prof. Thüroff dann Nachfolger seines früheren Lehrers an der Universität Mainz, dem weltberühmten Urologen Prof. Hohenfellner, und kehrte an die Universität Mainz zurück. Nachfolger in Wuppertal wurde 1997 Prof. Dr. Stephan Roth von der Universitätsklinik in Münster.

Die Urologische Klinik ist 1999 in einen Neubau umgezogen und verfügt über hochmoderne Arbeitsbedingungen. Neben vier Operationssälen zur endoskopischen Chirurgie, wie beispielsweise der Entfernung von Harnleitersteinen und der minimalinvasiven Entfernung von Blasentumoren und der Prostata, verfügt die Urologische Klinik noch über eine Einheit zur berührungsfreien Zertrümmerung von Nieren- und Harnleitersteinen (sogenannte ESWL). Hier war Wuppertal weltweit das zweite Zentrum, in dem damals diese revolutionäre Technik vom damaligen Ministerpräsidenten Rau eingeweiht wurde.

Weiterhin sind in dem urologischen Neubau noch eine eigene Röntgenabteilung und mehrere offen-chirurgische Operationssäle untergebracht. In diesen werden offene und minimalinvasive Operationen von Nieren- und Nebennierentumoren, die Entfernung der Prostata bei Prostatakrebs und die Entfernung der krebsbefallenen Harnblase mit anschließender Bildung einer Darmersatzblase durchgeführt. Ein weiterer Schwerpunkt sind komplexe kinderurologische Operationen und alle Formen der Inkontinenzchirurgie bei der Frau.

Seit 1993 ist die Urologische Klinik Wuppertal Lehrstuhl der Universität Witten-Herdecke. Der Klinikdirektor als Inhaber des Lehrstuhles ist gemeinsam mit den ärztlichen Mitarbeitern der Klinik für die urologische Ausbildung der Studenten verantwortlich. Die Universität Witten-Herdecke hatte noch lange vor Harvard und München ein Konzept der praxisnahen Ausbildung in Kleingruppen erarbeitet, das seitdem auch in Urologischen Klinik in Wuppertal umgesetzt wird. Inzwischen sind frühere Studenten der Universität ärztliche Mitarbeiter der Urologischen Klinik.

Seit Jahrzehnten genießt die Wuppertaler Klinik für Urologie einen herausragenden Ruf und mehr als zehn ehemalige Oberärzte wurden als Chefärzte und Klinikdirektoren in Leitungsfunktionen berufen.

Fortschritte bei der Behandlung von Patienten sind nur durch intensive Ausbildung und  Forschung möglich. Ein Schwerpunkt der Urologischen Klinik ist die klinische Forschung, bei der neben der Entwicklung verbesserter Operationsmethoden eine Vielzahl von Projekten realisiert wurden und werden.