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Schmerz

Chronischer Schmerz

Chronischer Schmerz

Chronische Schmerzen können sowohl aus einem unzureichend behandelten akuten Schmerz entstehen oder als Begleitsymptom einer anhaltenden körperlichen Erkrankung, wie z.B. Rheuma, Arthrose oder einer Nervenerkrankung entstehen, zu deren Leitsymptom Schmerzen zählen.

Sie können jedoch auch Ausdruck einer primär psychischen Erkrankung sein. Häufig findet sich auch eine Mischbild aus körperlich erklärbaren Schmerzen, welche durch das gleichzeitige Vorliegen einer psychischen Erkrankung verschlimmert werden.  Hierzu zählen zum Beispiel häufig chronische unspezifische Rückenschmerzen.

Im Rahmen der Chronifizierung führen anhaltend eingehende Schmerzsignale aus der Peripherie zu einer Sensibilisierung von Nervenzellen – mit der Folge einer erniedrigten Schmerzschwelle. Für die Betroffenen bedeutet dies, dass bereits geringe Schmerzreize deutlich intensiver wahrgenommen werden. Teils werden sogar andere Sinnesqualitäten wie z.B. Berührungen als Schmerz wahrgenommen. Die wiederholten Schmerzreize führen, vergleichbar mit Lernprozessen, über neuronale Verknüpfungen zur Ausbildung eines Schmerzgedächtnisses.

Darüber hinaus können Nervenzellen sich dahingehend verändern, dass sie von sich aus ohne auslösende Ursache Schmerzsignale in das Zentralnervensystem senden. Die Betroffenen verspüren also Schmerzen, obwohl die ursprüngliche Schmerzursache nicht mehr nachweisbar ist bzw. schon längst abgeheilt ist. Ein chronisches Schmerzsyndrom kann also als eigenständiges Krankheitsbild angesehen werden.

Eine feststehende Definition chronischer Schmerzen gibt es bisher nicht. Meist werden Zeitkriterien zur Abgrenzung gegenüber dem akuten Schmerz herangezogen. Chronische Schmerzen unterscheiden sich jedoch auch in wesentlichen anderen Punkten vom akuten Schmerz.

Chronische Schmerzen führen wie der akute Schmerz physischerseits zu anhaltenden Funktionseinschränkungen und Mobilitätsverlust. Psychischerseits kommt es auch zu psychisch-kognitiven Veränderungen im Sinne einer Beeinträchtigung der Befindlichkeit, der Stimmung und des Denkens. Im sozialen Bereich können chronische Schmerzen zu starken Einschränkungen im Alltag, Beruf und Freizeitleben führen. Aufgrund der Veränderungen auf unterschiedlichen Ebenen lässt sich der Teufelskreis der Schmerzchronifizierung gut mittels des biopsychosozialen Krankheitsmodells erklären.