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Herzschwäche

Heart Failure Unit: unser Konzept bei Herzinsuffizienz

Heart Failure Unit: unser Konzept bei Herzinsuffizienz

Im Oktober 2020 wurde am Helios Herzzentrum Wuppertal die „Heart Failure Unit“ nach den aktuellen Zertifizierungsrichtlinien der deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) eröffnet. Auf dieser Station behandeln wir Sie bei Herzinsuffizienz ganzheitlich.

Prof. Melchior Seyfarth, Direktor der Kardiologie am Helios Herzzentrum Wuppertal, Tanja Steinbrink, Bereichsleitung Pflege im Helios Herzzentrum und Verantwortliche für die HFU-Umsetzung und Zertifizierung durch die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DKG) und die Leitende Oberärztin Dr. Judith Wolfertz, Internistin, Kardiologin und Intensivmedizinerin mit Zusatzqualifikation Herzinsuffizienz (DGK)

Herzschwäche, auch Herzinsuffizienz genannt, ist eine Erkrankung, die trotz optimaler Erstversorgung meist langfristige Folgen nach sich zieht. Vor allem, wenn der oder die Betroffene sich nicht umfassend an die Maßnahmen hält oder halten kann, die beim ersten Krankenhausaufenthalt verordnet wurden. In der Klinik ist nach der Behandlung zunächst alles wieder gut, doch zuhause kehren die Symptome dann vielleicht bald wieder zurück. So werden manche Patienten zu Dauergästen in einer Herzklinik. Um das zu verhindert, wollen wir gemeinsam mit Ihnen an Ihrer Erkrankung arbeiten.

Wir möchten Ihnen helfen, die Erkrankung im Griff zu haben

Damit Sie kürzer und seltener ins Krankenhaus müssen und Ihre Lebensqualität trotz der chronischen Erkrankung so hoch wie möglich ist. Dazu können Sie selbst eine Menge beitragen – und wir zeigen Ihnen, wie!

Die „HFU“ umfasst vier Betten, die rund um die Uhr durch speziell geschultes pflegerisches und ärztliches Personal betreut werden. Hier kann eine vollumfängliche Diagnostik von Herzultraschall über Herz-MRT und -CT bis hin zum Herzkatheter oder, durch die direkte Anbindung an die Herzchirurgie, eine notwendige Operation durchgeführt werden. In einer interdisziplinären Patientenbesprechung wird für jeden Patienten und jede Patientin eine optimale Behandlung festgelegt.

Wir begleiten Sie

Zentrale Idee im Konzept der sogenannten „Heart Failure Unit“, unserer Herzinsuffizienz-Behandlungsstation, ist das enge Zusammenspiel von Patientin oder Patient, Ärztinnen und Ärzten und Pflegenden, aber auch den (weiter-)behandelnden niedergelassenen Kardiologen sowie den Angehörigen und den ambulant Pflegenden. Dies hat sich bei anderen chronischen Erkrankungen wie Diabetes oder Krebs ebenfalls schon sehr gut bewährt und wir freuen uns, dieses „Rundum-Konzept“ unseren Patient:innen im Bergischen Land anbieten zu können. Unser Ziel ist Ihre bestmögliche Behandlung, individuell auf Sie abgestimmt.

Meist ist Atemnot das erste Alarmsignal, das anzeigt, wenn das Herz nicht mehr richtig pumpen kann. Die Sauerstoffversorgung der Organe reicht dann nicht mehr aus, der Patient wird schlapp, der Körper lagert Wasser ein. Im Extremfall kommt es zu einem Pumpversagen mit Schock. 99 Prozent der Patienten brauchen bei Herzinsuffizienz eine dauerhafte medikamentöse Behandlung, die das Herz entlastet und stabilisiert. Bei akuter Verschlechterung kommt man für durchschnittlich 4−6 Tage ins Krankenhaus, wo immer wieder das Wasser durch Medikamente oder Dialyse entfernt und das Herz stabilisiert wird.

Die Zahl der Betroffenen einer Herzinsuffizienz steigt immer mehr an. Die Volkskrankheit ist entweder eine Folge von Bluthochdruck, Durchblutungsstörungen, Rhythmusstörungen, einem Infarkt oder anderen akuten Erkrankungen wie zum Beispiel einer Herzmuskelentzündung – oder aber, sie wird zu deren Auslöser. Ein Kreislauf, dessen Ursache manchmal eine angeborene Veranlagung ist; zumeist ist die Herzinsuffizienz jedoch eine Folge unseres bewegungsarmen Lebensstils und zu reichlicher Ernährung.

Die Station zur längerfristigen Behandlung von Patienten mit Herzschwäche nennt sich „Heart Failure Unit“, kurz HFU oder, zu deutsch, Herzinsuffizienz-Station. Es handelt sich um ein von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie entwickeltes und erprobtes Pflege- und Behandlungskonzept, mit dem wir unsere Patienten mit Herzinsuffizienz jetzt noch umfassender begleiten können. Vier Betten stehen uns dafür zu Verfügung. Sie befinden sich in nächster Nähe zu unserer Intensivstation, der Überwachungsstation (IMC), des Herzkatheterlabors und unseres Hybrid-OPs, in dem wir bis auf die Transplantation alle Arten der Herz-Operationen durchführen können.

Ausgestattet ist unsere HFU fast wie eine Intensivstation, das heißt, wir können hier unsere Patienten sehr genau und aufwändig diagnostizieren und überwachen. Sämtliche Technik ist vorhanden, dabei versuchen wir, Ihnen den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen.

Da sich in einer großen „Farbstudie“ der Uni Wuppertal auf unseren Intensivstationen gezeigt hat, wie groß die Wirkung von Farben auf die seelische Stimmung des Patienten und sogar auf den Behandlungserfolg ist, haben wir die Wände neu gestaltet. Sie dürfen sich Ihr „Zimmer“ sogar aussuchen, je nachdem, ob Ihnen Grün- oder Orangetöne wohler tun. Jedes Bett hat einen eigenen Fernseher und Sie genießen den Blick aus dem Fenster. Dies ist ungewöhnlich für diese technische Umgebung. Wenn möglich, wird das Piepsen der Überwachungsgeräte etwas gedämpft, und es gibt eine Abschirmung, so dass Sie etwas mehr Privatsphäre haben. Eine dauerhafte Überwachung vom Pflegestützpunkt aus ist dennoch durchgehend gegeben.

Diese lückenlose Überwachung Ihrer Parameter ist gerade in den ersten Tagen nach einer OP oder einer akuten Krise enorm wichtig, da sich in dieser Zeit der Zustand schlagartig verändern kann. Daher ist eine intensivmedizinische Betreuung hier unumgänglich.

Patienten, die nicht oder nicht mehr bettlägerig sind, können in der HFU aber auch aufstehen und sich ein wenig bewegen. In einem angegliederten Badezimmer können Sie auf Wunsch duschen.

Um Ihr Verständnis für Ihre Erkrankung, die Sie höchstwahrscheinlich lebenslang begleiten wird, zu fördern, werden wir Ihnen alle Behandlungsmaßnahmen ausführlich erklären und motivierend begleitet. Dafür haben sich das Pflege- sowie das Ärzteteam speziell weitergebildet.

Fast alle Patienten mit Herzinsuffizienz müssen dauerhaft, also auch zuhause, ihre Medikamente nehmen und dürfen nur eingeschränkt trinken. Das schaffen die meisten besser, wenn sie ein Tagebuch führen und selbst die Entwicklung ihrer Werte im Blick haben. So übernehmen Sie die Verantwortung für Ihre Gesundheit und spüren die Wirksamkeit der Behandlung.

Während Ihrer Zeit bei uns üben wir mit Ihnen ganz nebenbei schon mal ihre zukünftigen Aufgaben ein, erinnern Sie immer wieder daran, wenig zu trinken und sich selbst zu überwachen.

Doch jederzeit muss mit einer Instabilität gerechnet werden, wenn der Herzmuskel wieder einmal erkrankt. Das Wesen Ihrer Erkrankung ist eine dauerhafte Behandlung. Sobald zum Beispiel eine Atemnot einsetzt, muss diese abgeklärt werden. Im Krankenhaus sorgen wir dann für eine erneute Stabilisierung.

Wir sind auch zuhause für Sie da

Wir sind auch zuhause für Sie da

Während Ihrer Zeit zu Hause dürfen Sie uns gerne anrufen, wenn Sie Fragen haben oder beunruhigt sind. Wir empfehlen Ihnen dann das richtige Vorgehen.

Sie erreichen uns unter Telefon: (0202) 896-5737 (24 Stunden rund um die Uhr)

Gemeinsam mit Ihrem niedergelassenen Kardiologen gestalten Sie im weiteren Verlauf Ihre häusliche Therapie. Ihr Krankheitsverlauf hängt wesentlich von Ihrer möglichst aktiven Einstellung zu Ihrer Erkrankung ab. Wir möchten Ihnen dabei und bei der positiven Bewältigung der Herausforderungen stets kompetent und partnerschaftlich zur Seite stehen.

 

Ihr Team der Heart Failure Unit und des Helios Herzzentrums Wuppertal: