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Freie Bahn in den Herzkranzgefäßen

Freie Bahn in den Herzkranzgefäßen

Manchmal hilft bei Verengungen der Herzkranzgefäße nur eine chirurgische Behandlung. Im Herzzentrum Wuppertal wird die Entscheidung über die optimale Behandlung im sogenannten „Heart-Team“ von Kardiologen und Herzchirurgen gemeinsam getroffen.

Durch die Herzkranzgefäße erfolgt die Versorgung des Herzmuskels mit Sauerstoff und Nährstoffen. Kommt es in den Herzkranzgefäßen zu einer Verengung, wird der Herzmuskel geschwächt. Je nach Schwere der Verengung treten Beschwerden nur bei Belastung oder auch schon im Ruhezustand auf. Man spricht von der „Brustenge“, die medizinisch Angina pectoris genannt wird.

Eine Verengung tritt auf, wenn sich an der Innenwand des Herzkranzgefäßes Ablagerungen (Fette und Kalk) bilden. Das geschieht selten plötzlich. Der Prozess dauert viele Jahre. Schreitet die Erkrankung weiter fort, kann die Gefäßinnenhaut aufbrechen. Dann können sich kleine Geschwüre an der Innenwand bilden, die das Gefäß weiter verengen.

Wenn sich nun an der Engstelle ein Blutgerinnsel ablagert und das Gefäß komplett verstopft, kann kein Blut mehr zu dem Herzmuskel gelangen. Die Herzmuskelzellen sterben ab. Es tritt ein Herzinfarkt auf.

Neben dem familiären Risiko gehören vor allem der Bluthochdruck, die Fettstoffwechselstörung, die Zuckerkrankheit, Rauchen, Übergewicht und Bewegungsmangel zu den Risikofaktoren, die die Entstehung einer Verengung der Herzkranzgefäße begünstigen können.

Auch ein erhöhter Harnsäurespiegel im Blut und andere Faktoren können zum Entstehen und Fortschreiten dieser Erkrankung beitragen. Kommen mehrere Faktoren zusammen, ist das Risiko des Auftretens der koronaren Herzerkrankung deutlich erhöht. Deshalb gehört zu einer wirkungsvollen Therapie die Beseitigung dieser Faktoren.

Ist der Verdacht aufgekommen, dass ein Patient an einer Verengung der Herzkranzgefäße erkrankt ist, werden unsere Ärzte unter anderem auf folgende Untersuchungsmethoden zurückgreifen:

  • Laboruntersuchungen
  • EKG
  • Belastungs-EKG
  • Langzeit-EKG
  • Langzeit-Blutdruck-Messung
  • Röntgen
  • Echokardiografie (Ultraschalluntersuchung des Herzens)
  • gegebenenfalls eine Herzkatheteruntersuchung
  • Szintigrafie
  • bildgebende Verfahren wie Herz-MRT bzw. Computertomografie 

Eine „konservative Behandlung“ ist bei weniger schweren Fällen zunächst einmal das Mittel der Wahl. Das bedeutet, dass der betroffene Patient herzwirksame und blutverdünnende Medikamente einnehmen muss.

Ein Eingriff mittels Herzkatheter ist die nächste Behandlungsoption: Dabei wird ein Katheter in der Regel von einem Zugang an der Leiste aus durch die Gefäße bis zu der Engstelle in den Herzkranzgefäßen geführt. Mit einem kleinen aufblasbaren Ballon am Kopf des Katheters kann die Engstelle aufgedehnt werden. Kleine Drahtgitterröhrchen, die ebenfalls mit dem Katheter im Gefäß verankert werden, tragen dazu bei, dass die Stelle nach dem Eingriff offen bleibt.

Eine Bypass-Operation kommt dann in Betracht, wenn die Engstellen nicht per Katheter zu erreichen sind oder wenn es mehrere Engstellen in verschiedenen Herzkranzgefäßen gibt. Mit körpereigenen Gefäßen erstellen die Herzchirurgen dann eine Überbrückung (Bypass), so dass das Blut die Engstelle umgehen kann und der Herzmuskel wieder besser mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird.