Endovaskuläre Aortentherapie

Schonende Behandlung der Hauptschlagader

Mit steigender Lebenserwartung der Bevölkerung nimmt auch die Rate an Erkrankungen der Hauptschlagader (Aorta) zu. Diese Erkrankungen stellen trotz des medizinischen und technischen Fortschritts weiter ein erhebliches Risiko für den Patienten dar. Am häufigsten sind Erweiterungen (Aneurysmen) und Wandeinrisse (Dissektionen) festzustellen, die eine operative Therapie erfordern.

Die Aorta entspringt am Herzen an der Aortenklappe und erstreckt sich bis zur Aufteilung in die Beckenschlagadern. Die Chirurgie der Aorta veränderte sich in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts durch die Entwicklung der extrakorporalen Zirkulation (Herz-Lungen-Maschine) und modernen Gefäßprothesen aus Dacron und PTFE. Die „endovaskulären Therapie“ der Aorta, die vor ca. 25 Jahren eingeführt wurde, hat sich diese durch den technischen Fortschritt in den vergangenen Jahren zur bevorzugten Behandlungsmethode entwickelt. Bei dem Verfahren wird eine Gefäßprothese aus Dacron oder PTFE in Kombination mit einem Stent in die Aorta eingebracht.

Endovaskuläre Therapie
Die endovaskuläre Therapie bietet zahlreiche Vorteile gegenüber der offenen Operation. Das Verfahren ist minimalinvasiv, sodass meist ist nur ein kleiner Zugang über die Leisten- oder Armarterien erforderlich ist. Teilweise gibt es auch komplett perkutane Systeme. Neben der geringeren Sterblichkeit sprechen auch eine schnellere Erholung und ein kürzerer Krankenhausaufenthalt für diese Therapieform.

Während in den Leitlinien zum Aneurysma der Bauchschlagader die offene Operation und die endovaskuläre Therapie gleichwertig akzeptiert sind, wird im Bereich des Brustkorbs eindeutig die endovaskuläre Therapie bevorzugt. Im HELIOS Klinikum Siegburg behandeln wir die große Mehrheit der Aortenerkrankungen endovaskulär.

Operation
Der Einsatz des Verfahrens ist an anatomische Voraussetzungen gebunden. Einschränkungen bestehen etwa da, wo wichtige Gefäße aus der Aorta abgehen. Direkt oberhalb des Herzens ist in der Regel der Einsatz der Herz-Lungen-Maschine erforderlich, besonders bei Dissektionen zur Verhinderung einer inneren Blutung. Durch die Kombination von offen chirurgischen und endovaskulären Techniken kann das Operationsrisiko jedoch reduziert werden. So gibt es seit einigen Jahren die Möglichkeit, Spezialprothesen individuell nach der Anatomie anfertigen zu lassen oder durch parallel verlaufende Prothesen, sog. „Chimney oder Sandwich Technik“, auch diese Aortenabschnitte zu versorgen.