Erfolgreiche Schmerztherapie

Spieglein, Spieglein an der Wand – nimm die Schmerzen der linken Hand!

Spieglein, Spieglein an der Wand – nimm die Schmerzen der linken Hand!

Bei der Spiegeltherapie wird versucht, dem Gehirn eine gesunde Hand vorzutäuschen. Der gesamte Körper ist wie eine Landkarte im Gehirn abgelegt. Wenn dort hinterlegt ist, dass die linke Hand schmerzt, muss erreicht werden, dass dieser Schmerzpunkt auf der Landkarte gelöscht wird.

Wie schon seit über 20 Jahren griff Jürgen Büdenbender an einem ganz normalen Arbeitstag zum Bohrhammer, um ein Loch in die Bodenplatte zu bohren - Routine für den Baumaschinenführer aus  Netphen im Siegerland. Doch am 24. April 2015 kommt es zu einem tragischen Arbeitsunfall: Der Griff der Maschine bricht ab und verletzt den damals 55-Jährigen schwer. Der Handknochen bricht, mehrere Sehnen werden durchtrennt. Es folgen zwei aufwendige Operationen, wochenlange Krankenhausaufenthalte und zahlreiche Untersuchungen. Doch auch acht Monate nach dem Unfall kann Jürgen Büdenbender seine Hand nur noch unter unerträglichen Schmerzen bewegen.

Schockdiagnose: Morbus Sudeck

„Verschiedene Mediziner rieten mir, die Hand zu versteifen. Ein Albtraum für mich und meine berufliche Zukunft“, erzählt Jürgen Büdenbender. Während der zweiten Operation werden dem Baumaschinenführer Drähte in die Hand geführt. Nachdem diese nach weiteren Wochen entfernt werden, bleiben die Schmerzen. Es folgt die Schockdiagnose: Morbus Sudeck. Bei dieser Krankheit klingen die Schmerzen nicht wie zunächst erwartet ab. Im Gegenteil: Mitunter verstärken sie sich und im weiteren Verlauf können weitere Symptome hinzukommen. So auch bei Jürgen Büdenbender, denn immer häufiger quälen ihn Schwellungen, Temperaturveränderungen der Haut und weitere Funktionseinschränkungen der linken Hand.

Die Schmerzmittel zeigen keine Wirkung mehr. Eine erste Schmerztherapie bleibt erfolglos. Die geschundene Hand ist nur noch am Zittern und der Patient mit den Nerven am Ende. „Ich habe es nicht mehr ausgehalten. Alles wurde zur Qual“, beschreibt der 56-Jährige seine Schmerzen.  Erst Ende des Jahres 2015, fast acht Monate nach seinem Unfall, wird Jürgen Büdenbender der Kontakt zur HELIOS Klinik Wipperfürth empfohlen.

Stationäre Therapie in Wipperfürth

Jürgen Büdenbender nimmt 18 Tage lang an der stationären multimodalen Schmerztherapie teil. Im Fokus steht dabei die ganzheitliche Behandlung des Patienten, denn der chronische Schmerz ist ein vielschichtiges Krankheitsbild. Versagt bei anhaltenden Schmerzen eine rein medizinische Behandlung, wie bei Jürgen Büdenbender, kann die multimodale Schmerztherapie helfen. Dabei arbeiten Ärzte, Physiotherapeuten und Psychologen an der HELIOS Klinik Wipperfürth engmaschig zusammen.

Wir behandelten Herrn Büdenbender mit Akupunktur, Spiegeltherapie, Physiotherapie, Reizstromtherapie und Stellatumblockaden.

Ralf Trogemann, Leitender Arzt der Schmerztherapie

Viermal wurde Jürgen Büdenbender eine Stellatumblockade zwischen der Halsschlagader und dem Kehlkopf gespritzt. Dabei handelt es sich um eine Lokalanästhesie, um das vegetative Nervensystem zu betäuben. Zudem wurde die Spiegeltherapie mehrfach durchgeführt. Bei dieser Therapiemaßnahme wird versucht, dem Gehirn eine gesunde Hand vorzutäuschen. Der gesamte Körper ist wie eine Landkarte im Gehirn abgelegt. Wenn dort hinterlegt ist, dass die linke Hand schmerzt, müssen wir erreichen, dass dieser Schmerzpunkt auf der Landkarte gelöscht wird“, veranschaulicht Ralf Trogemann.

Im Rahmen der physiologischen Therapiemaßnahmen hat Jürgen Büdenbender zudem gelernt schmerzauslösende Bewegungen und Körperhaltungen bestmöglich zu vermeiden und wieder zu schmerzfreier Bewegung zurückfinden.

Wichtig ist, dass Patienten wieder Hoffnung bekommen und aktiv am Therapieverlauf mitarbeiten. Zudem sollen sie ein Bewusstsein dafür entwickeln, dass nicht nur körperliche Ursachen für den Schmerz verantwortlich sein können.

Ralf Trogemann

Was für Jürgen Büdenbender unmöglich schien, wurde schließlich Weihnachten wahr: Der Baumaschinenführer konnte schmerzfrei die Helios Klinik Wipperfürth verlassen.