Nach erfolgreicher Schmerz-Behandlung wieder ohne Rollator unterwegs

Nach erfolgreicher Schmerz-Behandlung wieder ohne Rollator unterwegs

Der Rollator hat ausgerollt und wohnt mittlerweile im Keller. Was für Silvia Krüger-Sauer eigentlich undenkbar war, ist mittlerweile glückliche Realität. Die 77-Jährige gehörte zur ersten Patientengruppe, die im Mai 2015 in der damals neuen Abteilung für Schmerztherapie an der Helios Klinik Wipperfürth erfolgreich behandelt wurde.

Die Veränderung ist gewaltig. Ich habe wieder Spaß am Leben.

Patientin Silvia Krüger-Sauer

Osteoporose quält sie schon ihr halbes Leben lang. Hinzu kamen insgesamt sieben Wirbelbrüche, eine Wirbelsäulenoperation und ein Schlaganfall im Jahr 2014, die ihren Alltag zur Qual werden ließen. Silvia Krüger-Sauer wusste schon gar nicht mehr ohne Schmerzen zu leben.

Die Rückenbeschwerden waren am schlimmsten. Doch die Schmerzen strahlten auch auf den gesamten Brustkorb aus, so dass sie oft Schwierigkeiten hatte, Luft zu bekommen. Die Verzweiflung wuchs, die Schmerzen wurden immer mehr. Schließlich wagte die Patientin nach vier gescheiterten Schmerztherapien den fünften Anlauf – in der Helios Klinik Wipperfürth.

Am 12. Mai 2015 „rollte“ Silvia Krüger-Sauer an. Ohne Rollator und starken Schmerzmitteln ging es zu dem Zeitpunkt gar nicht mehr. In einem Vorgespräch mit Ralf Trogemann, Leitender Arzt der Abteilung für Schmerztherapie, vergab sie „9 von 10 möglichen Punkten“  auf ihrer Schmerzskala.

Der Leidensdruck der Patienten, die eine Schmerzklinik aufsuchen, ist enorm. Sie haben im Schnitt eine Odyssee von mehreren Ärzten mit vielen unterschiedlichen, erfolglosen Therapieversuchen hinter sich.

Ralf Trogemann, Leitender Arzt der Schmerztherapie

In einem vorstationären Gespräch bespricht der Mediziner mit seinen Patienten zunächst alle Aspekte des Schmerzes: Entstehungsursache, Schmerzqualität, Intensität, Häufigkeit. An der Helios Klinik Wipperfürth wird interdisziplinär geklärt, welche Faktoren die Schmerzen hervorrufen. Denn Menschen mit chronischen Schmerzen wollen nicht nur Linderung, sondern auch eine Diagnose. Nicht immer lassen sich chronische Schmerzen vollständig beseitigen, aber die Patienten lernen bei uns, mit ihrem Schmerz eigenverantwortlich umzugehen und damit zu leben.

So auch Silvia Krüger-Sauer: Für ihre zweiwöchige, stationäre Behandlung bekam sie, wie auch alle andere Schmerzpatienten, einen individuell abgestimmten Therapieplan. Bereits am vierten Tag ihres Aufenthaltes war sie ohne Rollator unterwegs. Ein wichtiger Teil der Therapie umfasst auf jeden Fall das Erlernen von Entspannungstechniken oder physiotherapeutische Übungen.

Der „Stundenplan“ der Patienten beginnt täglich mit einem Frühaufsteher-Frühstück, danach geht es gemeinsam zum „Nordic Walking“. Gruppen- und Einzelübungen füllen den Tag aus. Die beiden Therapiehunde unterstützen die ganzheitliche Behandlung. An einen Krankenhausaufenthalt erinnert die Zeit auf der Station nicht. Der Aufenthaltsraum und die Gemeinschaftsküche laden zum Zusammensein ein.

Patienten, die Schmerzen im Bewegungsapparat haben, haben häufig Angst zu stürzen. Sie verkrampfen dadurch und setzen ihre Muskulatur einem Dauerstress aus. Die ständige Anspannung führt letztlich zu chronischen Schmerzen. Wir sind wir diesem Schmerz auf der Spur.

Ralf Trogemann

Heute vergibt Silvia Krüger-Sauer „3 Punkte“ auf ihrer Schmerzskala und kommt ohne starke Schmerzmittel aus. Die Seniorin traut sich wieder vor die Tür und ist viel in der Natur unterwegs.