Leistungen

Vorsorge und Operationen bei Erkrankungen des Enddarms und Anus

Vorsorge und Operationen bei Erkrankungen des Enddarms und Anus

In unserer Klinik werden Hämorrhoiden, Fissuren, Abszesse, Fisteln, Inkontinenz, Mastdarmvorfall und Tumore des Analkanals behandelt. Ebenso werden bösartige tiefe und ultratiefe Mastdarmtumore = Rektumkarzinome sowie Karzinome des Analkanals ebenso leitliniengerecht behandelt. Wir sind eng mit dem Darmzentrum am Helios Klinikum Wuppertal vernetzt, um komplexe onkologische Fälle gemeinsam in einer interdisziplinären Tumorkonferenz zu beraten und mit allen erforderlichen Fachabteilungen maßgeschneiderte, individuelle Behandlungswege zu erarbeiten.

Unser Team an der Helios Klinik Wipperfürth verfügt über eine umfangreiche Palette an diagnostischen Maßnahmen, aus denen genau die Untersuchungsmethoden ausgewählt werden können, die individuell für den einzelnen Patienten sinnvoll sind.  

Herzstück einer jeden Diagnostik ist jedoch keine technische Innovation, sondern das persönliche Gespräch zwischen Arzt und Patient (die subjektive Anamnese). Zusätzlich zur proktologischen Grunduntersuchung können in enger Kooperation mit den Gastroenterologen und Radiologen im Haus weitere spezialisierte Untersuchungen erfolgen.

Folgende Untersuchungsmethoden werden angeboten:

  • Proktoskopie (Enddarmspiegelung)
  • Rektoskopie (Mastdarmspiegelung)
  • Koloskopie (komplette Dickdarmspiegelung)
  • Manometrie (Druckmessung des Schließmuskels)
  • Endosonographie (Ultraschall des Mastdarms)
  • CT (Computertomographie)
 

Die hämorrhoidalen Blutgefäße bilden im Enddarmbereich ein natürliches Polster und dichten zusammen mit dem Schließmuskel den After ab. Damit ist beispielsweise die Kontinenz auch im Schlaf gewährleistet. Durch harten Stuhl und Pressen beim Stuhlgang werden diese Polster nach unten gedrängt und vergrößern sich so kontinuierlich. Der Schweregrad der Erkrankung wird wie folgt eingeteilt:

Stadium I: Innere, schmerzlose und nicht sichtbare Hämorrhoiden, teils mit Blutauflagerungen am Toilettenpapier, Fremdkörpergefühl am After, Juckgefühl

Stadium II: Tastbare, knotige Hämorrhoiden beim Pressen, gelegentlich Schmerzen beim Stuhlgang, Juckreiz/Brennen, teilweise mit Rötung des Afters, reponieren sich von selbst

Stadium III: Sichtbarer Vorfall der Hämorrhoiden, die jedoch manuell zurückdrückbar sind, zusätzlich teilweise mit Schleimabgang aus dem After

Stadium IV: Nicht mehr zurück drückbare, vorgefallene Hämorrhoiden, starke Schmerzen, blutige Einklemmung

Die Behandlungsmöglichkeiten variieren in Abhängigkeit von der Ausprägung der Erkrankung. Während im Anfangsstadium eine Salbenbehandlung hilfreich ist, sind bei fortgeschrittener Erkrankung folgende Therapiemöglichkeiten international anerkannt:

Gummibandligatur (Barron-Ligatur)

Bei vergrößerten Hämorrhoiden (Stadium I und II)  oder Mastdarmvorfall kann eine Abbindung mit kleinen Gummiringen in einem ambulanten Eingriff erfolgen. Die Blutzufuhr des Hämorrhoidenknotens wird so unterbrochen. Nach etwa drei bis zehn Tagen fällt das abgebundene Gewebe zusammen mit dem Ring meist unbemerkt ab. Die entstandene innere Wunde verheilt innerhalb von circa drei Wochen. Es kann in dieser Zeit zu kleineren, harmlosen Blutabgängen kommen.

In der Regel ist die Behandlung für den Patienten schmerzfrei und wird im Rahmen einer Enddarmspiegelung (Proktoskopie) durchgeführt.

Sklerosierung der Hämorrhoiden (Äthylsklerol)

Die sogenannte „Verödung“ der Hämorrhoiden erfolgt im Rahmen der Sprechstunde mittels einfacher Proktoskopie, hierbei werden die Hämorrhoiden mit Äthylsklerol angespritzt und so chemisch verödet. Dieses Verfahren eignet sich nur für kleine Befunde (I-II°).

Methode nach Milligan-Morgan

Bei dieser Technik werden die Hämorrhoidenknoten (II-III°) unterhalb des Schleimhautniveaus ausgeschnitten und die Wunden offen gelassen. Die zuführende Hämorrhoidalarterie wird mittels Naht unterbunden. Die Operation kann ambulant oder kurzstationär (ein bis zwei Nächte) in Vollnarkose, Rückenmarksnarkose oder Regionalanästhesie („Sattelblock“) erfolgen. Die Wunden heilen offen in der Regel problemlos ab, die komplette Genesung kann bis zu vier Wochen dauern.

Methode nach Ferguson

Bei dieser Technik werden mercedessternförmig angelegten Hämorrhoiden (Stadium III und IV) operativ entfernt. Die kleinen Wunden werden mit selbstauflösenden Fäden verschlossen. Ein kurzer Krankenhausaufenthalt sollte eingeplant werden.

Methode nach Longo

Bei dieser Operationsmethode wird oberhalb der Hämorrhoiden ein blutzuführender Schleimhautring aus dem Enddarm mit einem Klammernahtgerät entfernt. Der stationär durchgeführte Eingriff findet oberhalb des Schließmuskels in einer nervenfreien Zone statt und ist damit besonders schmerzarm. Dieser Eingriff eignet sich ideal für zirkuläre Befunde (II-III°) und ist ebenfalls in Vollnarkose, Rückenmarksnarkose (Spinalanästhesie) oder regionaler Leitungsanästhesie („Sattelblock“) möglich.

Kleine Einrisse am Darmausgang werden häufig durch harten Stuhl in Kombination mit einer Schließmuskelüberfunktion beobachtet. Es kommt zu stärksten Schmerzen während des Stuhlgangs. Im Anfangsstadium kann man der Fissur durch eine Salbenbehandlung entgegentreten. Bei längerem Verlauf muss die Fissur abgetragen werden und gleichzeitig wird der Schließmuskel geweitet (Fissurektomie). 

Wenn sich vom Mastdarm ein krankhafter Verbindungsgang zur Hautoberfläche ausbildet, spricht man von einer Analfistel. Teilweise treten diese Gangsysteme durch den Schließmuskel oder in die Beckenbodenmuskulatur und führen zu einer Vereiterung (Analabszess). Eine chronische Fistelbildung und der andauernde Entzündungsprozess können die Schließmuskelfunktion nachhaltig verschlechtern. Daher ist in der Regel die operative Therapie notwendig.

Hat sich eine Analfistel verschlossen und ist entzündet, kommt es zur Ausbildung einer Vereiterung (Analabszess). Dieses ist ein äußerst schmerzhaftes und akutes Ereignis, das mit einer Rötung und Fieber einhergeht. Der Allgemeinzustand des Patienten verschlechtert sich und in seltenen Fällen können auch Bakterien ins Blut geschwemmt werden (Analsepsis). Zunächst wird der Abszess operativ entfernt und eine ursächliche Fistel nach Möglichkeit identifiziert. Nach vier bis sechs Wochen, wenn die akute entzündliche Phase überwunden ist, folgt eine proktologische Untersuchung zur Fistelsuche. Falls die Analfistel gefunden wird, stellt sich in der Regel  eine Op-Indikation, bei oberflächlichen Fistelverläufen kann die Fistel einfach ausgeschnitten werden, bei tiefen, verzweigten oder komplizierten (z.B. bei M. Crohn) Fistelverläufen kommen verschiedene Operationstechniken zur Anwendung: Entfernung der Fistel mit Sphinkterplastik, „mucosa-flap“, LIFT-Verfahren, anal-fistel-plug etc. Dies wird dann individuell mit dem Patienten in der proktologischen Sprechstunde ausführlich erläutert. In der Regel kann die Kontinenz dabei uneingeschränkt erhalten werden.

Beim starken Pressen können akut in den äußeren Analhautblutgefäßen Gerinnsel entstehen, die sich als blaue, schmerzhafte Knötchen bemerkbar machen. Im frischen Stadium der ersten drei Tage kann man das Blutgerinnsel problemlos unter lokaler Betäubung entlasten, danach wird das Knötchen in einem kleinen ambulanten Eingriff komplett entfernt. Oftmals sind diese Befunde jedoch auch spontan rückläufig und bedürfen gar keiner weiteren Behandlung.

Bei Marisken handelt es sich um harmlose Hautläppchen, die im Bereich des Anus auftreten können. Sie stellen  häufig den Restzustand abgeheilter Analthrombosen dar. Diese weichen, vergrößerten Fältchen sind ungefährlich, werden aber oft als Fremdkörper und somit als störend empfunden. Bei verstärktem Wachstum der Marisken können aber auch Probleme bei der Analhygiene entstehen sowie die Bildung von Abszessen oder Ekzemen begünstigt werden. Dann können sie ambulant oder im Rahmen eines kurzstationären Aufenthaltes operativ entfernt werden in entsprechender gewünschter Narkoseform.

Viele, vor allem ältere Menschen leiden unter Stuhlinkontinenz, die verschiedene Ausmaße annehmen kann und die die  Lebensqualität zum Teil erheblich einschränken kann.

Im Rahmen unserer proktologischen Eingangsuntersuchung (Anamnese, Inspektion, Messung der Schließmuskelstärke/Manometrie, Proktoskopie, Rektoskopie, ggf. Coloskopie oder Endo-Sonografie)  ist in der Regel eine Aussage über die Ursache der Problematik möglich und meistens schließt sich eine zunächst konservative, d.h. nicht-operative Behandlung an (z.B. Beckenbodengymnastik, Veränderung der Stuhlkonsistenz, Biofeedback, SNS etc.), die oft auch zum Erfolg führt und die Lebensqualität verbessert.

KV-Sprechstunde

Wir bieten seit 2015 eine KV-Sprechstunde „Proktologie“  an (mittwochs und donnerstags 13:00 bis 15:00 Uhr), zu der Sie nach vorheriger Terminvereinbarung mit einfacher Überweisung Ihres Haus- oder Facharztes ohne weitere spezielle Vorbereitung vorbeikommen können.