„Wir erleben eine Welle der Solidarität, die uns tief berührt“

Wiesbaden

Helios HSK bedankt sich bei allen, die Hilfe anbieten und sendet Appell, bei ernsthaften Schmerzen nicht aus Angst vor Corona zuhause zu bleiben.

Die Beschäftigten der Helios HSK haben in den vergangenen Tagen vielfältige Solidaritätsbekundungen und freiwillige Hilfsangebote erreicht. „Eine Biebricher Pizzeria überraschte unsere Mitarbeiter mit stapelweise Pizza, Imbisse überreichen uns Würstchen und Kartoffelsalat, unsere Nachbarn bringen Süßigkeiten vorbei, Kaffee und Automaten zum Wachhalten werden geliehen und die Kerbegesellschaft Dotzheim, die „Kerbedotzis“, sammeln Gutscheine für die neuen Bring-Angebote umliegender Restaurants und unterstützen damit gleichzeitig die Lokale. Ich möchte stellvertretend für alle Beschäftigten für die vielen  Solidaritätsbekundungen herzlich Danke sagen! Die vielen Hilfsangebote aus dem eigenen Haus, von den Bürgern in und um Wiesbaden berühren uns sehr. Wir danken auch für das Verständnis der Angehörigen unserer Patienten, dass Besuche in der aktuellen Situation nicht möglich sind“, betont Klinikgeschäftsführerin Sandra Henek.  

„Auch viele Studenten melden sich. Und unsere Medizinstudenten, die wir als Lehrkrankenhaus der Unimedizin Mainz im Praktisches Jahr ausbilden, haben trotz Prüfungsvorbereitungen zum 3. Staatsexamen ihre Bereitschaft zum Einsatz bekundet“,  so Prof. Dr. Ralf Kiesslich, Ärztlicher Direktor der Helios HSK. In der Personalabteilung melden sich überdies viele Freiwillige, die einfach und unkompliziert helfen wollen. Ausgebildete Krankenschwestern, die aktuell in anderen Berufen tätig sind, ehemalige Mitarbeiter in der Rente oder Lehrer mit medizinischer Vorbildung bieten ihre Hilfe an.

Zugleich herrscht im Haus eine große Solidarität. Mitarbeiter aus der Klinikverwaltung haben sich zu assistierenden Diensten auf den Stationen gemeldet, wollen am Stationstresen oder bei der Speisenversorgung helfen. Die Mitarbeitern mit pflegerischer oder ärztlicher Vorbildung erhalten Auffrischungskurse, um sie im Fall der Fälle rasch reaktivieren zu können. „Wir haben unser professionelles Personal in der Pflege und im ärztlichen Dienst und unsere Gerätekapazität auf einen größeren Zustrom von Corona-Patienten sehr gut vorbereitet. Wir können unsere Intensiv- und Beatmungskapazitäten bis auf knapp 69 Beatmungsbetten von aktuell 24 hochfahren. Das ist eine enorme Leistung, die die professionelle Flexibilität und Einsatzbereitschaft unserer Beschäftigten verdeutlicht“, so Prof. Kiesslich.

Appell, nicht aus Angst mit Schmerzen zuhause zu bleiben

Kiesslich mahnt zugleich, dass jeder, der sich unwohl fühlt, Schmerzen hat oder andere drängende Beschwerden auch weiterhin die Notaufnahme aufsuchen möge. „Patienten mit Beschwerden, die ambulant versorgt werden können, sehen wir kaum noch. Das ist völlig in Ordnung und sollte ja die Regel sein. Wir sehen aber auch deutlich weniger schwere Krankheitsbilder und schließen daraus, dass sich viele Menschen trotz akuter Beschwerden nicht in die Krankenhäuser trauen. Haben Sie Vertrauen. Die Kliniken behandeln COVID-19-Patienten stets separat und auf dafür eingerichteten Isolierstationen. Jede Akutklinik ist nach wie vor absolut aufnahmebereit für Notfälle. Bleiben Sie nicht aus Angst zuhause, obwohl es Ihnen schlecht geht,“ appelliert Kiesslich.