Demenz: häufige Folge eines Schlaganfalls

Ein Schlaganfall ist ein einschneidendes Lebensereignis für jeden Betroffenen. Leider haben Schlaganfallpatienten auch ein erhöhtes Risiko, an einer Demenz zu erkranken. Wie hängt das zusammen und was kann jeder von uns zur Vorbeugung tun?

In Deutschland sind jährlich mehr als eine Viertelmillion Menschen von einem Schlaganfall betroffen – mit weitreichenden Folgen für das weitere Leben. Mit zunehmendem Schweregrad des Schlaganfalls steigt dabeidas Risiko, eine sogenannte vaskuläre Demenz zu entwickeln. Nach einem ersten Schlaganfall liegt das durchschnittliche Risiko bei etwa 10-20 Prozent, nach mehreren kann es bis auf 40 Prozent ansteigen. „Typisch für eine vaskuläre Demenz sind Aufmerksamkeitsdefizite, Gedächtnisstörungen und Konzentrationsschwierigkeiten, die erstmals nach einem Schlaganfall auftreten. Je nach Lokalisation des Schlaganfalls können hierbei sogenannte ‚strategische Infarkt‘ die Gedächtnisfunktion direkt schädigen“, weiß Prof. Dr. Frank Arne Wollenweber, Direktor der Klinik für Neurologie der Helios HSK Wiesbaden.

Was passiert bei einem Schlaganfall?

Schlaganfälle entstehen meist durch die Verstopfung von Blutgefäßen im Gehirn. In 20 Prozent der Fälle kommt es dagegen zu Blutungen in das Hirngewebe durch ein geplatztes Blutgefäß. In beiden Fällen werden Bereiche im Gehirn nicht mehr oder nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Typische Auswirkungen eines Schlaganfalls können Lähmungserscheinungen einer Körperhälfte sein. Auch das Seh- und Sprachvermögen können beeinträchtigt sein. Es kommt zu entsprechenden Ausfällen. „Entscheidend für eine erfolgreiche Therapie der genannten Ausfälle ist eine schnelle und präzise Diagnose, gefolgt von einer raschen Behandlung, denn statistisch betrachtet, werden durch einen Schlaganfall pro Minute 1,9 Millionen Nervenzellen zerstört“, erläutert Prof. Wollenweber.

Schlaganfall-Risikofaktoren minimieren

Ein wesentlicher Risikofaktor für einen Schlaganfall und damit auch für eine Demenz ist der Bluthochdruck. Nur die Hälfte aller Menschen, die einen zu hohen Blutdruck haben, wissen überhaupt davon. Von diesen sind wiederum nur die Hälfte in Behandlung und wiederum nur die Hälfte erhalten eine passende Therapie. Das gilt sowohl für die Zahl der Schlaganfälle als auch für die Folgeerkrankung Demenz. Dabei kann jeder etwas gegen zu hohen Blutdruck tun: täglich mindestens 30 Minuten Bewegung, Gewicht reduzieren, eine ausgewogene Ernährung und nicht rauchen. Dazu Prof. Wollenweber: „Im Hinblick auf unsere immer älter werdende Bevölkerung werden wir in Deutschland zukünftig häufiger Schlaganfall und Demenzerkrankungen sehen, mit allen Konsequenzen für die Betroffenen und Angehörigen. Ein gesunder Lebensstil mit Beachtung der vaskulären Risikofaktoren ist daher doppelt wichtig und eigentlich auch ganz einfach.“

Am 10. Mai ist der Tag gegen den Schlaganfall. Ins Leben gerufen von der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, soll dieser Tag daran erinnern, dass trotz verbesserter Akuttherapie der Schlaganfall eine der häufigsten Ursachen für eine dauerhafte Behinderung im Erwachsenenalter darstellt.