Phoniatrie / Pädaudiologie / HNO

Übersicht zu Krankheitsbildern, zielführenden Untersuchungsmethoden sowie Therapieoptionen bei Schluckstörungen

Krankheitsbilder die Schluckstörungen verursachen (Auswahl)

FEES (Fiberendoskopische Evaluation des Schluckens), logopädische Diagnostik und Beratung:

Die "echte" Schluckstörung geht mit Einschränkung der Nahrungsaufnahme und Problemen beim Speicheltransport einher. Folgen sind ein unbeabsichtigter Gewichtsverlust bis hin zu Lungenentzündungen, die sog. Aspirationspneumonien.

Die Dysphagie kann nach Operationen im Kopf-Halsbereich (HNO Fachgebiet, Schilddrüse, Halswirbelsäule, Neurochirurgischen Eingriffen bei Kopftumoren), nach Schlaganfall, Lähmungen und anderen Erkrankungen auftreten.

Standartmäßig verwenden wir in der Phoniatrie die FEES, also die fiberendoskopische und auch die videoendoskopische Schluckuntersuchung. Die verschiedenen Konsistenzen der Kost werden hierbei getestet.

Gerne können Sie spezielle Speisen, die Ihnen Probleme bereiten mitbringen. Wir erstellen für Sie einen individuellen Therapieplan.

Einschränkung durch Schmerzen beim Schlucken, kein Gewichtsverlust:

Das Schlucken verursacht bei Ihnen Schmerzen, ihr Körpergewicht hat sich nicht reduziert?

Die Ursachenabklärung erfolgt mittels Video-Laryngoskopie und -Stroboskopie, FEES und CMD Diagnostik.

Der berühmte "Frosch oder Knoten im Hals" des Patienten , Durch die Spiegelung wird digital die Kehlkopffunktion aufgezeichnet. Nach Analyse besprechen wir die Therapiemöglichkeiten mit Ihnen.

Räusperzwang, Hustenreiz, Stimmveränderung:

Neben dem bekannteren unteren Reflux, der mit Sodbrennen einhergeht, gibt es den zwar weit verbreiteten, aber noch unbekannteren oberer sogenannten "Stillen Reflux".

Hier sind Symptome wie Räusperzwang, morgendliche Heiserkeit und Verschleimung wegweisend. Nach Phoniatrischer Diagnostik erarbeiten wir mit Ihnen gemeinsam ein Therapiekonzept.

Bei *CMD handelt es sich um eine cranio-mandibuläre Dysfunktion.

Hierunter verbergen sich zahlreiche Symptome, wie: Nackenverspannungen , Kopfschmerzen, diffuse Schluckbeschwerden, Stimmstörungen, Schwankschwindel, Zähne-Knirschen, "Kloß im Hals" und Globusgefühl.

Jede Diagnostik in nur einem isolierten Fachgebiet hat nichts Konkretes ergeben! Schon an CMD (cranio-mandibuläre Dysfunktion) gedacht?

Wir erklären Ihnen gerne unser Therapiekonzept. 

Unter Rhinophonia versteht man "Näseln".

Hierbei handelt es sich um einen unvollständigen Abschluss des Zäpfchen und Weichgaumens.

Die Stimme klingt nasal. Wenn die Verschlußmuskeln zwischen Nase und Rachenraum nicht ausreichend schließen, kann Nahrung aus dem Mund durch die Nase nach außen fließen.

Wir verwenden hierbei das Video-Feed back Verfahren (VFPV).

Gerne besprechen wir mit Ihnen, wie wir Ihnen weiterhelfen können.

 

Diagnostik – Auswahl zielführender Untersuchungsmethoden bei Schluckstörungen

Videolaryngoskopie- und -stroboskopie in hochauflösendem Weißlicht und NBI Technik:

  • Die Videoendoskopische Laryngoskopie und Stroboskopie gibt eine gute Übersicht über die Anatomie und Funktion des Kehlkopfes. Der Kehlkopf "schaltet" zwischen den Funktionen Atmen/ Luftholen, Sprechen/ Stimme und Schlucken hin und her. Es wird ein dünnes, flexibles Endoskop durch die Nase eingeführt. Unter endoskopischer Sicht und Videodokumentation wird die Funktionsweise der 50 Muskelgruppen des Kehlkopfes untersucht. Die exakte Funktion der Stimmlippen wird mittels Stroboskopie, eine physikalische Technik, mit der die präzisen Schwingungsabläufe der Stimmlippenbewegung in "Pseudo"-Zeitlupe dargestellt.
  • Bei allen unseren Endoskopien verwenden wir neben der standardmäßig hochauflösenden Weißlicht Technik ebenso neue innovative Techniken wie NBI (Narrow Band Imaging).
  • Die NBI (Narrow Band Imaging) Technik ist in der Endoskopie eine innovative und leistungsfähige Technik zur optischen Konturanhebung von Blutgefäßen und umgebenden Schleimhautstrukturen. Die NBI-Technik ist besonders hilfreich gerade, um tiefere Gefäßversorgung verdächtiger Läsionen darzustellen. Die Indikation für oder gegen eine Operation wird so erheblich unterstützt und erleichtert.
  • Der Vorteil der Video-/ Laryngoskopie- und Stroboskopie: Die präzise Funktionsüberprüfung der phonatorischen Stimmlippenbeweglichkeit mit Video-/ Laryngoskopie- und Stroboskopie ist häufig der Schlüssel zur erfolgreichen Therapie.

Die VPE Untersuchung erfolgt im Untersuchungsstuhl am wachen Patienten. Es ist lediglich eine örtliche Betäubung (Oberflächensprühanästhesie) nötig. Ein spezielles flexibles Endoskops wird durch die Nase eingebracht und unter Sicht nach Inspektion des Kehlkopfes wird die erste Verengung der Speiseröhre (obere Ösophagussphinkter/ OÖS) passiert. Hierbei wird neben den anatomischen Strukturen, die Funktion dieser Struktur, also Schliessen und Öffnen beurteilt. Zusätzlich können hier Schleimhautveränderungen oder aufsteigende Gasbildungen identifiziert werden. Diese VPE - Methode ist bei Problemen mit stillem Reflux und sogenannter "eosinophile Ösophagitis" wegweisend und von Vorteil.

Vorteile der VPE-Diagnostik: Nur am wachen Patienten kann diese präzise Diagnostik der komplizierten Funktionsabläufe des Schluckens, also das Zusammenspiel von 50 Kehlkopf-Muskelgruppen beurteilt werden.

Die fiberendoskopische Schluckuntersuchung wird oftmals abgekürzt FEES genannt. Dabei wird ein dünnes, flexibles Endoskop durch die Nase eingeführt. Unter endoskopischer Sicht werden Schluckversuche durchgeführt. Bei der Endoskopie können die Funktionen der am Schlucken beteiligten Strukturen wie Weichgaumen, Zungengrund oder Kehlkopf isoliert beurteilt werden: Beispielsweise können das Öffnen und Schließen der Stimmlippen oder der Verschluss des Nasenraumes überprüft werden.

In der Regel wird die Schluckprüfung zuerst mit Speichel und anschließend mit verschiedenen Konsistenzen (flüssig, breiig, fest) durchgeführt. Damit Flüssigkeiten und Nahrungsmittel während der Untersuchung besser erkennbar sind, werden sie mit Lebensmittelfarbe eingefärbt.

Vorteile der FEES-Diagnostik: Einschätzen des Schwergrades der Dysphagie, Beschreibung der Auffälligkeiten beim Schlucken und der deren Ursachen, Durchführung und Überprüfung von logopädischen Schlucktechniken und diverser Schluckmanöver unter Sicht.

Das fiberendoskopische Video Feedbackverfahren setzen wir bei fehlendem oder unzureichendem Abschluss des Nasopharynx (Nasenrachenraum) ein. Betroffen sind häufig Patienten mit Lähmungen der Muskulatur des Nasenrachenraumes und/ oder Patienten mit Lippen-Kiefer Gaumenspalten. Neben Näseln kann hier es bei Nahrungsaufnahme zum Überschlucken kommen. Hierbei tritt die Nahrung aus dem nicht ausreichend verschlossenen Rachenraum durch die Nase nach Außen. Mit dem Video-Feedbackverfahren zeigen wir endoskopisch den nicht funktionierenden Abschluss und können so über die optische Kontrolle zu einer Schluckverbesserung beitragen.

Vorteile der VFPP-Diagnostik/ Therapie: Das komplexe Zusammenspiel der Muskulatur des Nasenrachenraums kann sichtbar dargestellt werden, Defizite entdeckt und so in speziellen übenden Verfahren eine Verbesserung im Schluckablauf erzielt werden.

 

Therapieoptionen bei Schluckstörungen (Auswahl)

Verminderung der Magensäureproduktion durch tägliche Einnahme einer Tablette

Logopädisch angeleitetes Beüben des Schluckaktes

Ausführliche Beratung zur Umstellung von Ernährungsgewohnheiten

Direkte Anwendung in den Behandlungsräumen der Abteilung für Phoniatrie und Pädaudiologie

Operative Therapie

 je nach Beschwerdebild und Indikationsstellung