Kapselendoskopie des Dünndarms

Erstmals eingesetzt wurde eine Kapsel zur Untersuchung im Magen- und Darmtrakt 1996 in London. Seit 2001 erfolgt ein routinemäßiger klinischer Einsatz der Dünndarmkapsel, die maßgeblich durch die Firma Given entwickelt wurde. Seit einigen Jahren existiert auch eine Kapsel die den Dickdarm untersucht. Beide Untersuchungsformen werden in unserer Klinik angeboten.

Die Kapselendoskopie steht am Ende der diagnostischen Kette und setzt in jedem Fall eine sorgfältige konventionelle obere und untere Endoskopie voraus. Eine Wiederholung von Magen- und Darmspiegelung ist in jedem Fall zu prüfen. Es handelt sich um eine schluckbare Kapsel, die Kamera, Batterie, Lichtquelle und Sender enthält. Auf dem Weg durch den Verdauungstrakt werden abhängig von der Geschwindigkeit und Kapseltyp bis zu 35 Bilder pro Sekunde aufgenommen, über einen Sensorengürtel einem kleinen Rekorder zugeleitet und dort aufgezeichnet. Dieser Rekorder wird vom Patienten wie eine Handtasche für ca. 18 Std. getragen. Über einen Computer werden die Daten zu einem Film verarbeitet und dann durch den Arzt mit Hilfe einer unterstützenden Software ausgewertet. Die Videokapsel wird für die Auswertung nicht mehr benötigt und geht mit dem Stuhlgang verloren.

Eingesetzt wird die Kapselendoskopie bei folgenden Fragestellungen:

  • Blutungsverdacht im Dünndarm
  • unklare abdominelle Beschwerden nach umfangreicher Diagnostik
  • unklare Durchfallerkrankungen
  • Tumorverdacht oder Ausschluss im Dünndarm
  • Eisenmangelanämien

Mögliche Kontraindikation:

  • Verengungen im Verdauungstrakt
  • Verwachsungen
  • Schwangerschaft
  • Magenentleerungsstörungen
  • Schluckstörungen
  • vor MRT Untersuchung sollte eine Ausscheidung gesichert sein

Nebenwirkungen:

Wird die Kapsel nicht ausgeschieden, ist ggf. eine Doppelballonenteroskopie oder andere Endoskopie notwendig um die Kapsel zu bergen. In sehr seltenen Fällen bedarf es einer Operation um den Fremdköper zu entfernen. Die Kapselendoskopie des Dünndarms ist eine Kassenleistung. Für Indikationen außerhalb einer chronischen Blutungsarmut bzw. Eisenmangelanämie sollte jedoch eine Zustimmung eingeholt werden.

Vorbereitung:

Am Vortag der Untersuchung bleibt der Patient ab 22:00 Uhr nüchtern. Am späten Vormittag des Folgetages erhält der Patient die Kapsel in unserer Endoskopie unter ärztlicher Aufsicht. Vor Beginn der Untersuchung (ca. 08:00 Uhr) erhält der Patient einen Beutel Moviprep (Abführlösung) um eine gute Übersicht im Dünndarm zu gewährleisten. Hierzu sollten 1-2 Liter Wasser getrunken werden. Nur eine gute Vorbereitung ermöglicht eine genaue Befundung des Videofilms. Diese Befundung erfolgt dann am Folgetag nachdem der Rekorder in der Endoskopie abgegeben wurde und das Video erstellt wurde. Ihren Befund teilen wir Ihnen selbstverständlich persönlich mit.

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Bauchzentrum: Allgemeine Sprechstunde der Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie

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