Chromoendoskopie und Vergrößerungsendoskopie

Die Chromoendoskopie oder auch Farbendoskopie ist eine Technik, bei der der Magen-Darm-Trakt mit Farblösungen während der Endoskopie koloriert wird.

Im Zusammenspiel mit hochauflösenden oder Vergrößerungsendoskopen kann die Schleimhautoberfläche besonders gut dargestellt werden.  Dadurch können Krebsvorstufen im Magen-Darm-Trakt besonders gut  erkannt werden.Prof. Dr. Ralf Kiesslich, der Klinikdirektor der Klinik für Gastroenterologie hat diese Technik für chronisch entzündliche Darmerkrankungen 2002 erstmals beschrieben. Heute gilt diese Form der Krebsfrüherkennung bei Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen als Standard. 

Die Chromoendoskopie ist eine einfache Technik um die Krebsfrüherkennung während der Magen- und Dickdarmspiegelung zu verbessern. Hierbei kommen verschiedene Substanzen zur Anwendung, die währen der Endoskopie auf die Schleimhaut aufgesprüht werden. Die Klinik für Gastroenterologie hat einen besonderen klinischen und wissenschaftlichen Schwerpunkt im Bereich der Chromoendoskopie. Eine subtile Diagnostik ist die Voraussetzung für eine präzise und erfolgreiche endoskopische Therapie von Krebsvorstufen und frühen Krebsarten. Bei folgenden Erkrankungen nutzen wir die Chromoendoskopie routinemäßig.

Barrett Ösophagus

Der Barrett Ösophagus ist eine mögliche Krebsvorstufe. Betroffene Patienten haben ein gering erhöhtes Risiko für das Auftreten von Speiseröhrenkrebs. Dieses Risiko nimmt erheblich zu, wenn besondere Krebsvorstufen (sogenannte Dysplasien) innerhalb der Barrettschleimhaut auftreten. Diese Dysplasien wachsen oft flach und sind nur an diskreten Schleimhautveränderungen zu erkennen. Die Chromoendoskopie mit Essigsäure verstärkt das Schleimhautrelief. Die Schleimhautunregelmäßigkeiten können dadurch besser erkannt werden und eine zielgerichtete Probenentnahme oder endoskopische Resektion wird erleichtert.

Magenfrühkarzinome

Magenfrühkarzinome sind ebenfalls schwierig zu entdecken. Familien mit erhöhtem Magenkrebsrisiko oder einer sogenannten Risikogastritis (Atrophische Gastritis mit intestinaler Metaplasie) sollten sich in jährlichen Abständen mittels Chromoendoskopie untersuchen lassen. Hierzu kommt der Farbstoff Indigokarmin bei der Magenspiegelung zum Einsatz. Die Blautöne verstärken das Schleimhautrelief und die Grenzen der Veränderungen können deutlich besser erkannt werden. Bei Magenfrühkarzinomen ist die Chromoendoskopie obligat vor einer Resektion. Dadurch kann sichergestellt werden, dass alle befallenen Schleimhautareale auch entfernt werden.

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen

Die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen Colitis ulcerosa und Morbus Crohn haben ein deutlich erhöhtes Dickdarmkrebsrisiko. Deshalb wird den betroffenen Patienten empfohlenen spätestens acht Jahre nach der Erstdiagnose eine Dickdarmspiegelung in jährlichen Abständen durchführen zu lassen. An unserer Klinik erfolgt obligat die Chromoendoskopie mit Methylenblau. Durch die Anfärbung des gesamten Dickdarms konnte eindeutig gezeigt werden, dass das Erkennen von Krebsvorstufen vierfach besser ist als mit der klassischen Weißlichtendoskopie. Sollten sich Krebsvorstufen währen der Endoskopie zeigen hilft die Chromoendoskopie zu entscheiden, ob eine endoskopische oder chirurgische Entfernung sinnvoll ist.

Die Chromoendoskopie kann grundsätzlich ambulant durchgeführt werden. Kommen aber endoskopische Resektionen hinzu ist ein stationärer Aufenthalt zu empfehlen. Gerne beraten wir Sie in unserem Bauchzentrum, welches Vorgehen für Sie sinnvoll ist.

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Bauchzentrum: Allgemeine Sprechstunde der Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie

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