Schafgarbe (Achillea Millefolium)

Schafgarbe - Unscheinbare Pflanze mit starker Wirkung

Die Schafgarbe wird seit Jahrhunderten als blutstillendes Mittel verwendet. Im Ersten Weltkrieg diente sie oft als erster Schnellverband für verwundete Soldaten, weil ihre antiseptischen Eigenschaften vor Wundinfektionen schützten - sie war sogar als eine Jodtinktur von der Wiese bekannt. Ihren Namen hat die Schafgarbe, weil sie als Feld- und Wiesenpflanze von weidenden Schafen bevorzugt wird. Sie ist eher unscheinbar: Die zarten Schirme mit weißen oder rosa Blüten stehen über ebenfalls zarten blaugrünen, gefiederten Blättern. Dennoch war die Schafgarbe 2021 Staude des Jahres und wird von Gärtnern vielfältig verwendet. Sie setzt als Einzelpflanze Akzente, bereichert aber auch in Gruppen gepflanzt größere Gartenbereiche. Blütezeit ist von Juni bis September.

Inhaltsstoffe und Wirkung der Schafgarbe

Von der Schafgarbe werden nur die oberirdischen Pflanzenteile für medizinischen Zwecke genutzt. Sie enthalten viele wertvolle Inhaltsstoffe, die eine positive Wirkung auf die Gesundheit haben. Hervorzuheben sind die Sterine, die unter anderem Bausteine der Gallensäure und Hormone sind. Sie stimulieren, zusammen mit den Bitterstoffen, die Tätigkeit der Leber. Sterine wirken aber auch ähnlich wie Hormone und helfen, den Monatszyklus zu regulieren und starke Blutungen zu normalisieren. Zudem enthält die Schafgarbe auch sogenannte Phytohormone, die wie das menschliche Progesteron wirken. Dieses fehlt häufig während der Wechseljahre und löst die typischen Beschwerden aus. Zudem regt es die Bildung von Östrogen an, das in den Wechseljahren weniger produziert wird.

Anwendung

Aus den getrockneten Blüten und Blättern kann ein Tee oder Aufguss für Kompressen hergestellt werden. Dafür gibt man 20 g Pflanzenteile – entspricht ca. 4 Teelöffeln – auf 1/2 l kochendes Wasser. Als Tee getrunken, reguliert die Schafgarbe den Zyklus. Er hilft bei starken Blutungen, Bauchkrämpfen und lindert Verdauungsbeschwerden.

Äußerlich werden die getrockneten Blüten oder Blätter als Badezusatz oder in Form von Umschlägen ebenfalls bei Regelschmerzen und Bauchkrämpfen aber auch bei Wunden und Verletzungen angewendet. Das ätherische Öl wirkt entzündungshemmend und antiseptisch.