Augentrost

Augentrost – Hier ist der Name Programm

Die Blüten des Augentrosts erinnern ein wenig an Augen, wodurch die alte Signaturenlehre der Pflanzen den Bezug zu Augenproblemen herstellte und Einfluss auf die Namensgebung hatte. Die Signaturlehre besagt, dass Heilpflanzen Zeichen, also Signaturen tragen, die aufzeigen, welche Krankheiten damit geheilt werden können. Die Wirkung von Heilpflanzen wurde also am Erscheinungsbild festgemacht. Und tatsächlich ist der Augentrost die klassische Heilpflanze für Probleme mit den Augen. Sie wurde schon im Mittelalter für diesen Zweck eingesetzt. Nicht nur für die Augen z.B. bei Bindehautentzündung, auch bei Schnupfen, Heuschnupfen und Krankheiten des Verdauungssystems ist der Augentrost sehr hilfreich.

Die Farben der Blüten sind weiß, violett und gelb gemustert. Der Augentrost ist ein Halbschmarotzer, denn er hat Saugwurzeln, die aus den Gräsern der Umgebung Mineralien saugen. Der gemeine Augentrost kommt in fast allen Ländern Europas vor, andere Augentrostarten sind fast weltweit verbreitet. Auch der gute Ruf des Augentrosts ist grenzüberschreitend – in Frankreich wird er beispielsweise Casselunette (Brillenbrecher) genannt, im Englischen heißt er Eyebright (Augenglanz). Die Pflanze ist einjährig und wird etwa 15 cm hoch. Im oberen Bereich verästelt sich die Pflanze.

Heilende Anwendungen

 

Augentrost kann innerlich und äußerlich angewendet werden, zum Beispiel als Tee zum Trinken oder für Kompressen und Augenbäder. Entweder werden Blüten und Kraut dafür frisch verarbeitet oder getrocknet. Bei der äußerlichen Behandlung ist eine möglichst keim- und schwebstofffreie Zubereitung erforderlich, um Schäden am Auge zu vermeiden. Für beide Anwendungen wird ein universeller Aufguss hergestellt:

Einen Esslöffel frischen Augentrost oder einen gehäuften Teelöffel getrocknetes Augentrostkraut mit 250 Milliliter kochendem Wasser übergießen und etwa zehn Minuten ziehen lassen. Als Tee getrunken lindert der Aufguss Beschwerden wie Husten, Schnupfen, Nebenhöhlenentzündungen und Magen-Darm-Beschwerden.

Für die äußerliche Anwendung wird der oben beschriebene Aufguss durch einen feinen Papierfilter oder ein dicht gewebtes Tuch abgegossen, um auch kleinste Pflanzenteilchen abzuseihen, die das Auge reizen könnten. Für ein Augenbad sollte dem noch Kochsalz zufügt werden (9 g auf einen Liter), um ihn einer isotonischen Kochsalzlösung anzunähern, und er sollte abgekühlt sein.

Für Augentrost-Kompressen bei Bindehautentzündung und Augenreizungen wird ein Mulltuch oder einen Waschlappen in den frisch zubereiteten Aufguss getaucht, leicht ausgewrungen und auf das betroffene Auge gelegt. Von Sekret verklebte Augenlider bei Bedarf vorsichtig abwischen und bis zum Erkalten einwirken lassen.