Narbenhernie/Narbenbruch

Eine Narbenhernie entsteht aus den unterschiedlichsten Gründen als indirekte Folge einer zuvor stattgefundenen Operation. Die Ursachen hierfür sind u. a. erblich bedingt. Beispielsweise wenn eine Bindegewebsschwäche mit einem Überwiegen der unreifen Kollagenentwicklung vorliegt, bei Adipositas, Rauchern, Diabetes, COPD/Asthma oder aber nach Bauchdeckeninfekten. Allerdings ist keiner dieser Faktoren allein ursächlich für die Entstehung einer Narbenhernie. Erst ein Zusammenwirken dieser Faktoren lässt eine Narbenhernie entstehen.

Narbenhernien können in allen Bereichen der Bauchdecke entstehen, selten auch im Bereich des Thorax nach einer entsprechenden Operation. Häufig liegen die Narbenhernien im Bereich der Mittellinie oder der Flanke. Insbesondere dort ist die Bauchdecke nur schwach entwickelt. Die Narbenhernien-Reparation ist dementsprechend auch eher aufwändig.

Alle Narbenbruch-Operationen erfolgen im Rahmen eines stationären Klinikaufenthaltes.

Die Operation einer Narbenhernie sollte die Versorgung der gesamten Narbe einschließen. Lokale Versorgungen sind nicht ausreichend.

Grundsätzlich ist die Bauchdecke mit einem Netz zu stabilisieren, das entweder in die hintere Schicht der Bauchdecke implantiert wird oder aber laparoskopisch als minimal invasiver Eingriff über kleine Schnitte über eine Bauchhöhlenspiegelung eingebracht wird. Das MILOS-Verfahren (Minimal Invasive Less Open Sublay) nutzt die Vorteile der minimal-invasiven und der offenen Chirurgie und vermeidet die Netzplatzierung im Bauchraum. Der Patient erholt sich so schneller von dem Eingriff.

Die Entscheidung für das eine oder andere Verfahren hängt ab von der Beschaffenheit und der Größe des Narbenbruchs, von der Voroperation und von spezifischen Gegebenheiten des Patienten. Bei sehr großen Bauchdeckenbrüchen kann der Verschluss der Bauchdecke in der Mittellinie schwierig sein, hier kann über die sog. Bauchdecken-Komponenten-Separation als TAR (Transversus Abdominis Release) nach Rosen oder durch das anteriore Verfahren nach Ramirez die Rekonstruktion der Mittellinie als Voraussetzung für langfristige Stabilität ermöglicht werden.

Alternativ steht bei kleineren Brüchen auch das minimal-invasive Verfahren des laparoskopischen IPOMs zur Verfügung. Allerdings wird hier das Netz in den Bauchraum und nicht in die hinterste Bauchwandschicht eingebracht.

Alle Verfahren sind am Hernienzentrum der DKD gut etabliert und führen bei entsprechend vorhandener Expertise des Operateurs zu sehr guten Ergebnissen mit niedrigen Rezidivraten.