Diagnostische Methoden

Diagnostische Methoden

Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, die Ursachen für Ihren nicht erholsamen Schlaf ausfindig zu machen. Dazu bedienen wir uns vieler unterschiedlicher diagnostischer Methoden, wobei nicht immer alle Untersuchungen zum Einsatz kommen müssen. Diese möchten wir Ihnen hier kurz im Einzelnen vorstellen.

Unsere diagnostischen Methoden:

  • Ausführliche Schlafanamnese
  • Polysomnographie (12 vollausgerüstete Einzelzimmer, Ausstattung und Auswertung erfüllen die AASM-Kriterien)
  • Kapnometrie
  • Vigilanztestung
  • Psychometrische Testverfahren
  • Multipler Schlaf Latenz Test (MSLT)
  • Multipler Wachbleibe Test (MWT)
  • Individuelle Befund- und Therapiebesprechung

Die Anamnese rund um den Schlaf ist für die Diagnostik und Therapie essentiell, da sie wichtige Informationen und Hinweise auf das individuelle Schlafverhalten sowie Vorerkrankungen und sonstige relevante Umstände gibt. Die Fragen beziehen sich u.a. auf die Schlafgewohnheiten, diesbezügliche Probleme, Fremdbeobachtungen, Verhaltensbeobachtungen, Befinden und Einschränkungen tagsüber, Familiengeschichte, Vorerkrankungen, aktuelle Medikation und körperliche Parameter.

Als wichtigste nächtliche technische Untersuchungsmethode in einem Schlafzentrum wird die Polysomnographie durchgeführt. Sie dient sowohl den diagnostischen, als auch den therapeutischen Zwecken und wird weltweit als Goldstandard zur Untersuchung des Schlafs eingesetzt. Dabei r werden während des Schlafs eine Vielzahl von biologischen Parametern gemessen. Dies ist erforderlich, um den Schlaf der betroffenen Patienten zu erfassen und mögliche pathologische Veränderungen objektiv bewerten zu können.

Die Durchführung und Auswertung der Polysomnographie erfolgt in unserem Schlafzentrum anhand der aktuellen gültigen wissenschaftlichen Standards. Diese Richtlinien werden von der American Association of Sleep Medicine (AASM) jährlich an die aktuellen Ergebnisse der Forschung angepasst.
Alle 2 Jahre erfolgt eine ausführliche Überprüfung unserer Qualität durch die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM).

Eine Polysomnographie beinhaltet normalerweise folgende Messungen:

  • Ableitung der Hirnströme mithilfe eines Elektroenzephalogramms (EEG) zur Klassifizierung der Schlafstadien
  • Elektromyogramm (EMG), Muskelspannung am Kinn zur Klassifizierung der Schlafstadien
  • Elektrookulogramm (EOG), Erfassung der Augenbewegung zur Klassifizierung der Schlafstadien, hier vor allem der REM-Schlaf, der als einziges Schlafstadium durch schnelle Augenbewegungen gekennzeichnet ist (REM = engl. für rapid eye movement)
  • Langzeit-Elektrokardiogramm (EKG)
  • Pulsoxymetrie, die kontinuierlich gemessene Sauerstoffsättigung des Blutes
  • Atemflussmessung aus Mund und Nase, dient er Erkennung von Atempausen
  • Atmungsgeräusche (Schnarchen)
  • Atembewegungen von Brust und Bauch, zur Klassifikation unterschiedlicher Typen von Atempausen
  • Elektromyogramm (EMG), Muskelspannung an den Beinen, z.B. zur Diagnose von schlafstörenden Beinbewegungen
  • Körperlage und –bewegung mit Lagesensor und Videokamera
  • Während der gesamten Nacht werden die Patienten und die Aufzeichnungen durch speziell geschultes Personal überwacht.

 

 

Die Ergebnisse der Untersuchung werden mit den Patienten individuell am nächsten Tag besprochen und daraus eine Diagnose erstellt und Therapiemaßnahmen abgeleitet.

Als Teil der nächtlichen Messungen führen wir auch in speziellen Fällen, wie z.B. bei einer Adipositas-Hypoventilation, eine Kapnometrie durch. Hierbei wird der CO2-Gehalt der Ausatemluft der Patienten gemessen und kontrolliert. 

Der Grad der individuellen Vigilanz (= Wachheit) während des Tages ist nicht nur ein wichtiger Aspekt des Leidensdrucks von Patienten mit Schlafstörungen und der Beeinträchtigungen im Alltag, sondern gibt auch Auskunft über die Schlafsituation selbst. Die Tagesschläfrigkeit kann vielfältig erfasst werden. Dies geschieht zum einen durch eine Selbsteinschätzung der Betroffenen und zum anderen durch spezielle Untersuchungsmethoden, wie z.B. die Pupillographie.

Psychometrische Testverfahren erfassen bestimmte Beschwerden sowie das Befinden und Verhalten durch eine Selbsteinschätzung der Patienten. Zu folgenden Themen verwenden wir in Praxis und Forschung etablierte Testverfahren:

  • Schlafapnoe
  • Restless Legs- Syndrom
  • Insomnie
  • Schlafqualität
  • Depressivität

Dieser Test dient vor allem der Messung der Einschlafbereitschaft und spielt bei der Diagnose einer Narkolepsie eine entscheidende Rolle. Die Durchführung erfolgt nach festgelegten Regeln. So dürfen für den Test die Patienten 5 mal am Tag zu Bett gehen und sollen versuchen einzuschlafen. Über die ganze Zeit werden das EEG (Gehirnströme), das EOG (Augenbewegungen) und die EMG (Muskelspannung) erfasst. Je nach Ergebnis kann dann die Diagnose einer Narkolepsie bestätigt werden.

Dieses Verfahren wird zur Erfassung der Fähigkeit wach zu bleiben genutzt. Hier werden 4 Durchgänge über den Tag verteilt durchgeführt, bei denen der Patient versuchen soll wach zu bleiben. Auch wird über die ganze Zeit das EEG (Gehirnströme), das EOG (Augenbewegungen) und die EMG (Muskelspannung) aufgezeichnet.

Werden durch die oben genannten Methoden behandlungsbedürftige Schlafstörungen festgestellt, besprechen wir mit unsern Patienten individuelle Therapiemöglichkeiten. Diese könne je nach Störungsbild ganz unterschiedlich sein, oder als Kombination sinnvoll sein.

Beispielsweise können das folgende Therapieempfehlungen sein:

  • Vermeidung der Rückenlage
  • Überdruck-Therapie (z.B. eine CPAP-Therapie)
  • Protrusionsschiene
  • Operative Verfahren
  • Psychotherapie (z.B. kognitive Verhaltenstherapie)
  • Maßnahmen zur Gewichtsreduktion und/oder Rauchentwöhnung
  • Entspannungsverfahren
  • Empfehlung für bestimmte Medikamente
  • usw.