Besuchsverbot - ab 1. September

Aufgrund der gestiegenen COVID-19-Infektionszahlen in Wiesbaden hat die Landeshauptstadt Wiesbaden per Allgemeinverfügung ab dem 1. September 2020 ein neues Besuchsverbot für die Wiesbadener Krankenhäuser verhängt.

Alle Infos zu den Ausnahmeregelungen finden Sie hier

 

(0611) 577-0

Evozierte Potentiale

Evozierte Potentiale sind nicht-invasive diagnostische Methoden zur Überprüfung der sensorischen, motorischen, akustischen und visuellen Nervenbahnen zum Ausschluss peripherer und zentraler Prozesse

Somatosensorisch evozierte Potentiale (SEP)

Bei allen sensibel evozierten Potentialen wird der zu untersuchende Nerv elektrisch stimuliert. Das evozierte Potential wird von mehreren Elektroden am Kopf, der Halswirbelsäule und dem Schlüsselbein erfasst.
Das Ergebnis wird mit den Werten von gesunden Menschen verglichen.
Hilfreich ist die Untersuchung bei verschiedenen Erkrankungen des zentralen Nervensystems.

  • Medianus SEP:
    elektrische Stimulation am Nervus medianus (Handgelenk auf der Daumenseite)

  • Tibialis SEP:
    elektrische Stimulation am Nervus tibialis (Fußinnenknöchel)

  • Trigeminus SEP:
    elektrische Stimulation am Nervus trigeminus (Mund)

  • Dermatom SEP:
    elektrische Stimulation des zu untersuchenden Hautareals

  • Pudendus SEP:
    elektrische Stimulation des Nervus pudendus (penil, klitoral oder anal)

 

Magnetisch evozierte Potentiale (MEP)

Bei allen magnetisch evozierten Potentialen wird ein elektromagnetischer Reiz mittels einer Magnetspule induziert. Dadurch können zentrale und periphere motorische Bahnen untersucht werden.
Die Stimulation erfolgt am Kopf und der Wirbelsäule. Die entsprechende Antwort wird vom Zielmuskel abgeleitet. Das Ergebnis wird mit den Werten von gesunden Menschen verglichen.
Hilfreich ist die Untersuchung bei verschiedenen Erkrankungen des zentralen oder peripheren Nervensystems, insbesondere bei Motoneuronerkrankungen.

Obere Extremitäten

  • Abgeleitet wird das Potential von der Kleinfingermuskulatur
  • Die Stimulation erfolgt kortikal und zervikal

Untere Extremitäten

  • Abgeleitet wird das Potential vom Musculus tibialis anterior am Bein
  • Die Stimulation erfolgt kortikal und lumbal

Facialis Stimulation

  • Abgeleitet wird das Potential vom Muskulus nasalis 
  • Die Stimulation des Gesichtsnervens erfolgt kortikal und hinter dem Ohr

Akustisch evozierte Potentiale (AEP)

Bei den akustisch evozierten Potentialen wird die Hörbahn entlang ihres Verlaufs (vom Hörorgan bis zum Hirnstamm) untersucht.
Die Stimulation erfolgt mit Kopfhörern, über die der Patient verschiedene Töne und ein Rauschen hört.
Die Ableitung der Potentiale erfolgt mittels Oberflächenelektroden hinter den Ohren und am Kopf.
An der DKD Helios Klinik Wiesbaden werden die frühen akustisch evozierten Potentiale gemessen, um zwischen peripheren und zentralen Störungen unterscheiden zu können.


Visuell evozierte Potentiale (VEP)

Bei dieser Untersuchung wird die Sehbahn untersucht. Diese Untersuchung ist vor allem bei Patienten mit entzündlichen Erkrankungen wie der Multiplen Sklerose sehr wichtig, um Entzündungen des Sehnervens (Retrobulbärneuritis) nachweisen zu können.
Der Patient blickt auf ein Schachbrett mit wechselndem Kontrast und fixiert dabei einen roten Punkt. Mit Hilfe von Oberflächenelektroden wird das Potential aufgenommen.