Häufig gestellte Fragen

Häufig gestellte Fragen

Alles, was Sie zum Thema Narkose wissen wollen. Sie haben Fragen? Wir die Antworten!

Vor der Operation

Das so genannte Narkosegespräch beziehungsweise die Prämedikationssprechstunde findet in unserer Anästhesie-Ambulanz im Erdgeschoss oder direkt auf der jeweiligen Station statt.

Im Gespräch erläutert Ihnen einer unserer Narkoseärzte den genauen Ablauf aller geplanten Maßnahmen der Narkose und klärt Sie über die jeweiligen Risiken auf. Außerdem erfasst er Ihre persönliche Krankengeschichte – ob Sie zum Beispiel schon einmal operiert wurden – und empfiehlt Ihnen auf Basis der erhobenen Daten ein Narkoseverfahren. Hier können Sie außerdem alle Ihre offenen Fragen stellen.

Zusätzlich finden die Blutentnahme, ein EKG und gegebenenfalls weitere Untersuchungen statt. Anschließend gehen Sie wieder nach Hause (soweit nicht anders vereinbart) bis Ihr Operationstermin ansteht.

Zunächst einmal ist ein Narkosegespräch im Vorfeld der Operation gesetzlich vorgeschrieben. Im Rahmen des Gesprächs mit Ihnen ermitteln wir Ihre Vorerkrankungen, Medikamenteneinnahmen und vieles mehr, um die Anästhesie maßgeschneidert auf Ihre Bedürfnisse vorzubereiten.

Außerdem informieren wir Sie über die allgemeinen und speziellen Risiken des Eingriffs von anästhesiologischer Seite. In einem weiteren Gespräch mit dem zuständigen Chirurgen informiert dieser Sie über die Operationstechniken und die chirurgiespezifischen Risiken.

Bitte bringen Sie zum Narkosevorgespräch mit:

  • Ihren aktuellen Medikamentenplan
  • eine Auflistung Ihrer Vorerkrankungen und Voroperationen
  • falls vorhanden: Ihren Röntgen-, Narkose-, Allergie-, Marcumar- und/oder Implantatpass

Bis sechs Stunden vor der Narkose dürfen Sie essen und bis zwei Stunden vor der Narkose klare Flüssigkeiten (Wasser, Tee, Kaffee ohne Milch) trinken. Welche Medikamente Sie am Morgen des Operationstages einnehmen sollen, erklärt Ihnen der Narkosearzt im Vorgespräch.

Im Einleitungsraum werden Sie an den Überwachungsmonitor angeschlossen und erhalten einen Venenzugang, über welchen wir die Narkosemedikamente spritzen.

Unsere Anästhesisten können dadurch sicher sein, dass Ihr Magen leer ist und kein Mageninhalt während einer Narkose in Ihre Luftröhre fließt. Eine Ausnahme sind meist Medikamente, die Sie dauerhaft einnehmen. Wie damit umzugehen ist, wird im Vorgespräch geklärt.

Rauchen regt den Magen an Magensaft zu produzieren. Daher besteht die Gefahr den stark sauren Magensaft einzuatmen auch wenn Sie sonst nüchtern sind. Bitte halten Sie daher auch beim Rauchen eine Karenzzeit von mindestens sechs Stunden vor der Operation im Interesse Ihrer Sicherheit ein.

Eine Erkältung vor einer Operation zu haben ist heutzutage kein Problem mehr. Wichtig ist alleine, dass Sie derzeit kein hohes Fieber erdulden. Wenn es sich nicht um einen Notfall handelt würde man in diesem Fall die Operation also um wenige Tage aufschieben, um dem Körper nicht zu viel zuzumuten.

Während der Operation

Unsere Aufgabe vor, während und nach einem Eingriff ist es, Schmerzen von Ihnen fernzuhalten. Wie wir das machen und welche Phasen Sie dabei durchlaufen, erklären wir Ihnen in vier Schritten.

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite Narkosegespräch

Zur Einleitung wird Ihnen eine Gesichtsmaske vorgehalten. Aus dieser strömt mit Sauerstoff angereichte Luft in Ihre Lunge, damit in dieser ein möglichst hoher Sauerstoffanteil ist.

Damit Sie einschlafen, wird Ihnen über eine Infusion ein Narkosemedikament gespritzt, welches direkt ins Blut gelangt. Durch die zusätzliche Gabe von starkem Schmerzmittel wird so die Ausschaltung des Schmerzempfindens gewährleistet.

Nachdem die Vorbereitungen der Narkose, wie das Anlegen eines EKGs, eines Blutdruckmessgeräts, eines Sauerstoffüberwachungssensors und eventuelle weitere Maßnahmen abgeschlossen sind, beginnt die Einleitung der Narkose. Nachdem Ihnen der Anästhesist die ersten Medikamente verabreicht hat dauert es je nach Verfahren nur wenige Sekunden bis Minuten, bis sie sanft und tief schlafen.

Wachheitsphasen während einer Vollnarkose kommen äußerst selten vor. Lediglich bei 0,1 bis 0,2 Prozent aller Fälle ist so etwas bekannt.

Anhand der Hirnströme und der Pupillengröße oder bei Blutdruck- bzw. Pulsanstieg, vermehrtem Tränenfluss oder einem Schweißausbruch schätzen wir die Narkosetiefe ein und können so die Medikamente entsprechend dosieren.

Dank modernster Techniken können wir Sie während der OP beim Atmen unterstützen. Die Atemwege sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Aus diesem Grund können wir durch Anwendung von Hilfsmitteln wie zum Beispiel eines Videogestützten oder flexiblen Endoskops die Atemwege darstellen und so den Beatmungsschlauch optimal positionieren.

Es ist nicht selten, dass es während einer Operation zum Blutverlust kommt. In manchen Fällen – beispielsweise bei Notfällen oder großen Operationen – ist es notwendig dem Patienten Blut zu verabreichen.

Viele Patienten haben Angst vor einer Bluttransfusion – sie fürchten Infektionen oder andere schwere Erkrankungen. Durch moderne biomolekulare Untersuchungen und einen gesetzlich streng geregelten Umgang mit Blutprodukten sind Komplikationen dieser Art trotz millionenfacher Verabreichung pro Jahr in Deutschland heutzutage kein ernst zu nehmendes Problem mehr. Vielen Patienten rettet nur diese Maßnahme das Leben! Entsprechend wichtig ist auch die Bereitschaft jedes Bürgers zur Blutspende.

Jede Narkose birgt Risiken – diese sind jedoch abhängig von der Schwere Ihrer Vorerkrankungen und der Schwere des chirurgischen Eingriffs. Gerne beraten wir Sie daher in einem persönlichen Gespräch in unserer Klinik über allgemeine und spezielle Risiken. Zu Ihrer Sicherheit beurteilen Chirurgen und Anästhesisten Ihren Eingriff gemeinsam, um das Risiko so gering wie möglich zu halten.

Nach der Operation

Nach der OP lässt die Narkose langsam nach. Sie werden einige Zeit noch ein wenig müde sein. In unserem Aufwachraum haben Sie dann die Möglichkeit unter ständiger Aufsicht langsam wieder zu Kräften zu kommen.

Je nach Dauer der Operation wählen wir für Sie passende Schmerzmedikamente aus, die Sie schmerzfrei aus Ihrem Schlaf erwachen lassen. Sollten Sie nach einer Operation dennoch Schmerzen entwickeln, so erhalten Sie individuell auf Sie angepasst schnell und sehr gut wirksame Schmerzmedikamente. Je nach Art des Eingriffs klären wir Sie in einem vorbereitenden Gespräch gerne auch über weitere Methoden der modernen Schmerztherapie auf.

Die meisten Patienten haben nach dem Aufwachen aus einer Vollnarkose kaum Beschwerden. Wenn es Beschwerden gibt, sind dies häufig Übelkeit oder Zittern. Diese können im Aufwachraum, in dem sich alle Patienten nach einer Operation zunächst befinden, jedoch sofort behandelt werden.

Durch den Beatmungsschlauch, der Ihre Atmung während der Vollnarkose unterstützt, kann es in einigen Fällen zu einer vorübergehenden Heiserkeit kommen. Diese klingt nach ein bis zwei Tagen wieder ab.

Bereits in unserem gemeinsamen Vorgespräch gehen wir auf Ihre individuellen Risiken zur Neigung zu Übelkeit ein. Entsprechend passen wir unser Anästhesieverfahren an, um diese Wahrscheinlichkeit möglichst gering zu halten. Außerdem erhält jeder unserer Patienten bereits während der Narkose standardmäßig Medikamente, um das Auftreten von Übelkeit und Erbrechen von vorne herein zu vermeiden.

Dennoch lässt sich nicht in jedem Fall ein Übelkeitsgefühl nach der Operation vermeiden. In diesen Fällen erhalten Sie weitere Medikamente, die für Linderung sorgen sobald Sie wach sind.

Das so genannte Shivering („Kältezittern“) entsteht, da der Körper unter Narkose auskühlen kann, was verschiedene Gründe hat. Um das zu vermeiden erhalten Sie von uns vorgeheizte Wärmedecken und werden während der Operation mit einer gebläsebetriebenen Wärmedecke zusätzlich gewärmt. Je nach Veranlagung eines Menschen kann dennoch ein Kältegefühl nach dem Aufwachen entstehen. Sollte dies der Fall sein, so erhalten Sie von uns neben weiteren wärmenden Decken ein Medikament, dass das Kältezittern nimmt.

Früher durften Patienten erst zwei Stunden nach einer Operation wieder trinken und erst vier Stunden nach einer Operation wieder etwas essen. Heutzutage gilt diese strenge Regel nicht mehr, so dass sie in moderaten Mengen wieder essen und trinken dürfen, sobald sie vollständig wach sind. Je nach Operation – zum Beispiel am Magen – ist aber auch eine wesentlich längere Wartezeit bis zur ersten Nahrungsaufnahme erforderlich.

Das ist abhängig vom jeweiligen Narkoseverfahren. Generell müssen Sie wenige Stunden in unserem Aufwachraum verweilen, bevor Sie in Begleitung wieder nach Hause entlassen werden können. Sie werden sich möglicherweise noch etwas müde fühlen – eine Gefahr besteht dann aber nicht mehr für Sie. Lassen Sie sich in jedem Fall aber von der Klinik abholen oder nutzen Sie die Möglichkeiten der öffentlichen Verkehrsmittel! Auch wenn Sie sich möglicherweise fit genug fühlen selbst ein Fahrzeug zu führen ist die Gefahr einer Verunfallung deutlich erhöht!

Ähnlich wie nach dem Genuss von Alkohol ist die Fahrtüchtigkeit nach einer Operation für viele Stunden herab gesetzt. Daher dürfen Sie nach einer ambulanten Operation nur in Begleitung unser Krankenhaus verlassen. Sollten Sie keine Fahrgelegenheit organisieren können, so planen Sie bitte die Heim- (und entsprechend auch Hin-) Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln!

Regionalanästhesie

Prinzipiell sind Patienten bei Regionalanästhesien wach – oder zumindest erweckbar. Genau das ist ja der Vorteil dieser Narkoseform. Sollte Ihnen das aber unangenehm sein, so besteht jederzeit die Möglichkeit, dass Sie von uns ein Schlafmittel erhalten, so dass Sie von der eigentlichen Operation nichts mitbekommen.

Außerdem bieten wir Ihnen die Möglichkeit über Kopfhörer bzw. CD-Spieler Ihre Wunsch-Musik für Sie zu spielen.

Es wäre gelogen, wenn man sagen würde, dass eine Regionalanästhesie ganz ohne Schmerzen anzuwenden sei. Wir reduzieren diese Schmerzen aber auf das geringst mögliche Maß. Das erreichen wir, indem wir Ihnen an der jeweiligen Punktionsstelle lokal eine Betäubungsspritze verabreichen. Nach einem kurzen Brennen spüren Sie den eigentlichen Einstich dann nur noch als Druck.

In aller Regel dauert eine Operation nie so lange wie die Wirkung der entsprechenden Regionalanästhesie. Sollte die Wirkung nachlassen, so können Ihnen Medikamente gespritzt werden, die den Restschmerz erträglich machen. Eine ungeplante Vollnarkose aufgrund einer nachlassenden Wirkung ist sehr selten. Bei länger dauernden Operationen verwenden wir übrigens Regionalbetäubungen mit einem Katheter: dadurch können wir jederzeit Schmerzmittel nachspritzen – auch später auf der Station.

Immer, wenn ein Arzt eine Nadel in den menschlichen Körper einführt, besteht die Gefahr von Entzündungen, Blutungen oder Blutergüssen. In seltenen Fällen kann es auch zu Nervenschädigungen kommen, die meist aber reparabel sind.

Ihr Narkosearzt hier in unserer Klinik informiert Sie gerne über weitere, für das verwendete Verfahren spezifische Risiken.

Weitere Fragen

Nein. Im Vorgespräch legen wir fest, welche Narkoseform für Sie und den geplanten Eingriff die beste ist. Das kann auch eine lokale Betäubung, die Regionalanästhesie, sein.

Je nach Art des chirurgischen Eingriffes gibt es heutzutage viele Möglichkeiten eine Vollnarkose zu umgehen, zum Beispiel mit einer Regionalanästhesie. Gerne informieren wir Sie hierzu ausführlich in einem persönlichen Gespräch in unserer Klinik. Vereinbaren Sie einfach einen Termin!

Die Anästhesie ist heutzutage so sicher wie nie zuvor. Dennoch birgt jede Operation und jede Narkose gewisse Risiken, durch die es zu Komplikationen während eines Eingriffs kommen kann. Diese hängen vor allem von den Vorerkrankungen des Patienten und der Schwere der Operation ab. Die meisten unserer Patienten haben ein nur geringes Risiko. Patienten mit höherem Risiko erhalten vor einer Operation weitere Untersuchungen, um das jeweilige Risiko zu senken. Chirurgen und Anästhesisten besprechen dann gemeinsam, ob der Eingriff in schweren Fällen zu gefährlich oder dennoch sinnvoll ist.

Noch im Vorgespräch klären wir die Beschaffenheit Ihrer Zähne ab und legen fest, was getan werden muss, um eine sichere Narkose bei Ihnen durchführen zu können.