Futterei und Völlerei in der Weihnachtszeit

Futterei und Völlerei in der Weihnachtszeit

Was kann ich tun, damit ich mir zu Weihnachten nicht zu viel Polster anfuttere? Erhalten Sie hier Tipps, wie Sie die schöne Weihnachtszeit ohne Völlerei schaffen und genießen.

Liebe Patientinnen und Patienten,

wie jedes Jahr erwartet uns in der Weihnachtszeit erneut ein übergroßes Angebot an süßen Verlockungen, herzhaften Braten und beschwipsenden heißen Getränken. Genusserleben und Gaumenfreuden für Jedermann. Vermutlich die schwersten Rahmenbedingungen zum Abnehmen. Daher erreicht uns oft die Frage: Was kann ich tun, damit ich mir zu Weihnachten nicht zu viel Polster anfuttere? Dabei erhalten Sie meist gut gemeinte Antworten, die Sie jedoch selbst schon längst kennen, wie zum Beispiel: Kaufen sie weniger ein. Je weniger die Versuchung im Küchenschrank lockt, desto leichter ist es, ihr zu widerstehen. Oder: Lehnen Sie freundlich aber bestimmt angebotene Süßigkeiten ab. Positionieren sie weniger auf den Mahlzeitenteller. All das kennen Sie und ist nicht neu. Verboten zu widerstehen, fällt umso schwerer, da sie präsenter, attraktiver und verführerischer erscheinen. Und plötzlich ist sie da. Die Versuchung setzt sich durch! Woran liegt das? Ein kurzer Blick in die Neurologie kann Aufschluss bringen. Unser Gehirn kann nachgewiesenermaßen nicht in Verneinung denken. Es kann sich also nicht etwas nicht vorstellen! Es stellt sich das vor, was von außen aktiviert wird. Wie ist das gemeint?

Ein kleines Experiment zur Verdeutlichung: Denken Sie einmal nicht an Angela Merkel. Denken Sie einmal nicht an die Corona-Pandemie. Nun denken Sie einmal nicht an den leckeren Braten. Denken sie auch nicht daran, was sie alles noch erledigen müssen bis Heiligabend. Welche Gedanken und Bilder sind während des Lesens der letzten Zeit bei Ihnen entstanden?

Haben Sie es geschafft, nicht an Angela Merkel, nicht an die Corona-Pandemie, an den leckeren Braten und all das zu denken, was Sie bis Heiligabend noch erledigen müssen? Den meisten Lesern wird es so wie mir gegangen sein. Es fällt schwer, sich plötzlich etwas Anderes vorzustellen, was nicht vorgegeben wurde. Wer von den Lesern hat es geschafft, sich vorzustellen, am Strand zu liegen und sich zu sonnen oder gerade auf einer Wanderung den nächsten Berg zu erklimmen? Oder sich vorzustellen, mit leichtem Magen zu schwimmen oder schöne neue Kleidung zu tragen, die bequem passt und die schlanke Figur betont? So funktionieren wir Menschen. Es ist paradox. Aber das ständige daran denken, nicht zu viel und nicht „das Falsche“ zu essen, macht das „verbotene Essen“ noch präsenter und attraktiver.

Daher mein Tipp für Sie: Freuen Sie sich auf die Zeit, die kommt und gönnen Sie sich auch gutes Essen in Maßen UND – ganz wichtig – nehmen Sie sich vor, was Ihnen in der Weihnachtszeit noch wichtig ist. Schauen Sie gern Filme und Märchen mit der Familie? Gehen Sie gern in der Natur spazieren? Mögen Sie Gesellschaftsspiele? Basteln Sie gern? Hören Sie gern Musik oder Musizieren Sie selbst? Fotografieren Sie? Zeichnen Sie? Füllen Sie Ihre Zeit mit schönen Aktivitäten und nehmen Sie sich auch Zeit zur Ruhe und Besinnlichkeit!

Alles Gute!

 

Ihre Michaela Dost
Psychologische Psychotherapeutin
Adipositaszentrum