Mangelernährung im Alter
Pressemitteilung

Mangelernährung im Alter

Freital

Mangelernährung in Deutschland? Das klingt unglaublich, ist aber im Alter ein recht häufig auftretendes Problem. In jungen Jahren beschäftigen sich viele noch eingehend mit ihrer gesunden Ernährung – im hohen Alter wird die ausgewogene Kost dann leider häufig unterschätzt bzw. vernachlässigt. Chronische Mangelernährung hat schwerwiegende Folgen.

Was ist Mangelernährung?

Bei einer Mangelernährung fehlen Energie und Nährstoffe, insbesondere Eiweiß, welche sonst über die Nahrung aufgenommen werden. Die Körperzusammensetzung verändert sich messbar und führt zu weitreichenden Störungen auf körperlicher und mentaler Ebene.

Prof. Dr. Matthias Weck, Ernährungsmediziner und Diabetologe, warnt: „Der Protein- und Nährstoffmangel schwächt das Immunsystem, verzögert die Wundheilung und die Gefahr von Infektionen steigt. Chronische Mangelernährung ist für die stationäre Pflege eine komplexe Herausforderung. Eine verringerte Reaktionsfähigkeit als weitere Folgewirkung erhöht das Risiko für Stürze und damit verbundene Verletzungen.“

Somit verschlechtert sich nachweislich die Prognose des Patienten als auch der klinische Krankheitsverlauf. Eine geeignete Ernährungstherapie kann helfen.

Wen trifft es besonders?

Risikogruppen sind vor allem Menschen in fortgeschrittenem Alter (56%), Patienten mit Tumorerkrankungen (38%) und/oder mit großen chirurgischen Eingriffen (33%) sowie Patienten mit Grunderkrankungen des Verdauungstraktes. Aktuell zeigt sich klinikintern außerdem deutlich, dass viele an Covid-19-erkrankte Patienten gleichzeitig auch einen Mangel an Eiweiß im Blut aufweisen.

Die Ursachen für einen Eiweiß- und/oder Energiemangel sind verschieden, häufig ist die verminderte Nahrungsaufnahme (auch durch häufige Nüchternphasen während eines Aufenthaltes im Krankenhaus) eine Ursache. Viele Erkrankungen lassen den Energie-und Nährstoffbedarf aber auch stark ansteigen, so benötigen besonders krebskranke Menschen ein Vielfaches mehr an Energie und Eiweiß. Erkrankungen im Verdauungstrakt sorgen zudem für eine gestörte Aufnahme notwendiger Stoffe. Nicht zu vergessen sind adipöse Patienten, die durch jahrelange Fehlernährung auch Mängel aufweisen bzw. nach einer Magenverkleinerung schnell in eine Eiweißmangelsituation geraten können.

Was kann man tun?

An den Helios Weißeritztal-Kliniken steht ein System zur Früherkennung einer Mangelernährung zur Verfügung, bei dem u.a. das Gewicht, ein Gewichtsverlust und die zugrundeliegende Erkrankung betrachtet werden, um Maßnahmen zur Genesung abzuleiten. Betroffen sind derzeit ca. 25% aller Patienten, die in ein Akutkrankenhaus eingewiesen werden. An den Helios Weißeritztal-Kliniken arbeiten dazu alle Fachbereiche eng zusammen.

 

Ernährungstherapie als anerkanntes Heilmittel

„Wir prüfen zunächst alle Faktoren, die das Essen und Trinken des Patienten beeinflussen und erstellen einen Plan über die optimierte Energie-und Nährstoffzufuhr. Auch der Einsatz einer Trinknahrung oder speziellen Zusätzen (Supplementen) spielt dabei eine Rolle. Im Vordergrund steht bei uns immer die individuelle Ernährungsberatung mit dem Patienten oder dessen Angehörigen.“

Peggy Schöne, Diätassistentin

Im Rahmen der Ernährungstherapie gibt zusätzlich eine Messung der Körperzusammensetzung mit einer speziell dafür ausgelegten Körperwaage Aufschluss über den Fett-, Muskel- und Wasseranteil im Körper. Zusammen mit den Laborwerten ergibt sich ein konkretes Bild zur vorliegenden Mangelsituation.

Durch eine gut geführte Ernährungstherapie kann die Komplikationsrate gesenkt, die Liegezeit verkürzt und die Sterblichkeit deutlich vermindert werden kann.

 

Pressekontakt:

Heike Klameth
Referentin Unternehmenskommunikation und Marketing
Telefon: (0351) 646-6234
E-Mail:  heike.klameth@helios-gesundheit.de